11. DEZEMBER 2017

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Klare Orientierung


Titel

Phoenix Contact. - Innovative Beschriftungssysteme zeichnen sich durch das Zusammenspiel von Software, Materialien und Geräten aus. Im Vorfeld der Hannover Messe hat g+h mit Sandra Klocke, Leitung Entwicklung und Produktmarketing Marking System, Geschäftsgebiet Industrielle Verbindungstechnik, darüber gesprochen.

Frau Klocke, bitte umreißen Sie uns kurz Ihren Aufgabenbereich bei Phoenix Contact.

Gern. Zu meinem Aufgabenbereich gehört sowohl die Leitung der Entwicklung als auch die des Produktmarketings für die Produktlinie Marking System, also von der Ideenfindung für Neuprodukte bis hin zu deren Vermarktung.

Marking System steht dabei für zeitgemäße Markierungslösungen in Industrie und Handwerk. Dieses Markierungssystem setzt sich aus drei wesentlichen Bausteinen zusammen: Software, Hardware und Kennzeichnungsmaterialien. Wobei es speziell für Phoenix Contact dabei wichtig ist, dass das Ganze mehr ist als die Summe seiner Einzelteile.


Bevor wir auf Marking System eingehen, lassen Sie uns kurz auf die wirtschaftliche Entwicklung eingehen. Phoenix Contact war, wie fast alle Unternehmen weltweit, den Folgen der Bankenkrise ausgesetzt. Wo steht das Unternehmen jetzt nach der Krise?

Die Weltwirtschaft hat in den vergangenen zwei Jahren eine konjunkturelle Wellenbewegung von bislang noch nie dagewesener Ausschlagshöhe und Dynamik zu verzeichnen gehabt.

Der volkswirtschaftliche Rückgang, unter dem die meisten Nationen 2009 zu leiden hatten und der in der Nachkriegsgeschichte einzigartig gewesen sein dürfte, hat sich in 2010 völlig umgekehrt, sodass wir im Augenblick einen ebenso einzigartigen wirtschaftlichen Aufschwung zu verzeichnen haben.

Ein Auf und Ab in dieser Form stellt nicht nur für die Volkswirtschaften, sondern für jedes Unternehmen eine große Herausforderung dar. Ihr hat sich natürlich auch Phoenix Contact gestellt.


Mit welchem Erfolg?

Phoenix Contact ist mit der jetzigen Situation durchaus zufrieden. Das Unternehmen konnte sich trotz der schwierigen Phase weiter entwickeln. Zentrale Faktoren dafür sind – neben der hohen Innovationskraft – die Steigerung der Leistungsfähigkeit sowie der Ausbau neuer Märkte.

Ganz entscheidend waren während der Krise auch die Nähe zu den Mitarbeitern und eine kontinuierliche Kommunikation. Dies hat dann auch maßgeblich zum Erfolg im Jahr 2010 beigetragen.


Wie stellte sich die Situation in den Auslandsmärkten dar, gab es hier Unterschiede im Vergleich zu Deutschland?

Im Grunde waren, von einer zeitlichen Verzögerung einmal abgesehen, alle Märkte von der Krise betroffen. Das gilt im Umkehrschluss jetzt auch wieder in der Aufschwungphase.


Ist Phoenix Contact bereits wieder auf dem Niveau von 2008?

In 2010 konnte das Unternehmen gegenüber 2009 ein Umsatzplus von etwa 40 Prozent verbuchen, was einem Gesamtumsatz von mehr als 1,3 Milliarden Euro entspricht und gegenüber 2008 eine Umsatzsteigerung von rund sieben Prozent ausmacht.

Dieses Wachstum wurde von allen Geschäftsbereichen und Regionen gleichermaßen getragen.


Entwickelt sich Phoenix Contact international stärker als in Deutschland und welche Bedeutung hat der Heimatstandort heute noch?

Phoenix Contact ist in seinem Heimatmarkt Deutschland tief verwurzelt. Wir verfolgen nach wie vor die Strategie, eine hohe Wertschöpfung und Fertigungstiefe an den Standorten in Blomberg, Bad Pyrmont und Lüdenscheid zu haben.

Eine vergleichbare Verwurzelung findet aber auch in anderen Märkten statt, die im Rahmen der Internationalisierung des Unternehmens ebenfalls stetig an Bedeutung gewonnen haben. Wir brauchen überall auf der Welt die Nähe zum Kunden und zum Markt, und das bedingt auch eine Fertigung vor Ort.

Kunden- und Marktnähe sind ein wesentlicher Erfolgsfaktor des Unternehmens und sind sicherlich mit ein Grund, dass Phoenix Contact in der Vergangenheit durchaus überproportional gewachsen ist.

Zentrale Erfolgsfaktoren sind – ich hatte es bereits erwähnt – die hohe Innovationskraft, aber natürlich auch die Erschließung internationaler Märkte sowie der kontinuierliche Ausbau der Produktions- und Technologiekompetenz. „Innovative Lösungen, die begeistern“ beschreibt es als Anspruch am besten.

Hinzu kommen die Unternehmensphilosophie und die gelebte Wertekultur im Unternehmen. Die Auszeichnung zum besten Arbeitgeber in Deutschland 2011, die Ende Januar vergeben wurde, ist sicherlich noch einmal eine Bestätigung dieses gelebten Miteinanders, das auf Vertrauen basiert.


Welche Kriterien sind mit dieser Auszeichnung verbunden?

Im Wettbewerb „Top Job“ werden Unternehmen auf Herz und Nieren geprüft – zu Themen wie Mitarbeiter-Motivation, Familien-Orientierung und Demografie.

Dazu werden auch die Mitarbeiter detailliert befragt. Durchgeführt wird die Untersuchung von der Compamedia GmbH mit Unterstützung von Wissenschaftlern der Universität St. Gallen.


Wenn wir schon über das Jahr 2011 sprechen: mit welchen Erwartungen gehen Sie auf die Hannover Messe? Welche Neuheiten wird es aus dem Bereich Marking System geben und was verbirgt sich überhaupt dahinter?

Phoenix Contact wird in Hannover etwa 30 neue Highlights zeigen, unter anderem im Bereich Marking System. Wir beschäftigen uns seit mehr als 25 Jahren mit dem Thema. Wenn wir über Markierungssysteme sprechen, dann handelt es sich um die drei eingangs von mir erwähnten Elemente: Software, Hardware und Material.

Diese Elemente müssen optimal aufeinander abgestimmt sein, um dem Kunden die für ihn beste Lösung anbieten zu können. Mit dem skalierbaren Produktportfolio im Bereich der Kennzeichnung bieten wir unseren Kunden die passende Lösung für ihre Anforderungen und zur Integration in ihre Prozesse. Der Kunde bekommt von der Projektierung bis zur Applikation ein durchgängiges System.

Nicht zu vergessen ist, dass mit unserem System beim Anwender in den jeweiligen Software-Tools – beispielsweise E-Plan – vorliegende Daten exportiert, ausgelesen und zu unseren Beschriftungsgeräten weitergeleitet werden können.

Diesen Gedanken greifen wir auch auf der Hannover Messe wieder auf. Dort stellen wir ein neues Beschriftungssystem vor. Und auch hier liegt der Schwerpunkt wieder auf dem bereits erwähnten „Dreiklang“ Software, Hardware und Material.


Welche Features weist das neue System auf?

Das System heißt Thermomark Line und ergänzt in idealer Weise unsere bestehenden Drucksysteme. Während der Bluemark LED aufgrund seiner Konzeption für hohe Beschriftungsvolumen ausgelegt ist, eignet sich Thermomark Line insbesondere für Kunden mit einem mittleren bis kleinen Beschriftungsaufkommen.

Die Vorteile dieses mit fester Druckfarbe arbeitenden Systems liegen auf der Hand: Niedrige Anschaffungskosten, kompakt und flexibel einsetzbar, auch nach Stillstandszeiten sofort verfügbar. Thermomark Line ist hiermit der ideale Ersatz für Plotter und wird deshalb aus unserer Sicht den Plottermarkt revolutionieren.

Bekannte Nachteile von Beschriftungsplottern, wie etwa austrocknende Stifte, treten bei der Thermotransfer-Technologie der neuen Systeme nicht auf. Die beiden Drucksysteme Thermomark Card und Thermomark Roll können sowohl in der Fabrik als auch zur Verdrahtung bei der Inbetriebnahme im Feld Verwendung finden.

Für beide Beschriftungssysteme steht dabei ein umfangreiches Materialspektrum sowohl im Karten- als auch im Rollenformat zur Verfügung – für unterschiedliche Applikationen in der Leiter-, Kabel-, Geräte- und Klemmenkennzeichnung.


Werden die Neuheiten bereits zur Hannover Messe dem Anwender zur Verfügung stehen?

Ganz klar ja, denn das hat für Phoenix Contact Tradition. Alle angekündigten und vorgestellten Neuheiten sind ab der Hannover Messe lieferbar.


Sie sagten, dass Phoenix Contact sich seit 25 Jahren mit dem Thema Markierungssysteme beschäftigt. Welches waren rückblickend die größten Entwicklungsschritte und wohin gehen die Zukunftstrends?

In den drei Systembausteinen Software, Hardware und Material wurden in den vergangenen Jahren unterschiedliche Technologiesprünge durchlaufen. Im Hinblick auf die Software erfolgte vor zwanzig Jahren vorwiegend eine manuelle Eingabe der Markierungsdaten.

Heute ermöglicht die Software Clip Project eine tiefe Integration in die Kundenprozesse durch die Anbindung an die eingesetzten CAE-Systeme. In der Hardware war der Plotter einst führend. Hier lassen sich jedoch Rückgänge verzeichnen.

Als zukunftsweisende Innovation in diesem Bereich ist der Bluemark LED zu nennen, der auf UV-Drucktechnologie basiert. Bei unseren jetzt zur Hannover Messe vorgestellten Druckern ist der technologische Sprung primär im Bereich der Materialien zu finden. Hierbei müssen die Kennzeichnungsmaterialien drei wesentliche Elemente erfüllen:

Qualität, Ergonomie, Wirtschaftlichkeit. In diesem gerade von mir skizzierten Dreieck steht selbstverständlich die jeweilige Applikation. Wesentliche Trends im Bereich Kennzeichnung sind vor allem in der Prozessoptimierung sowie in der Steigerung der Kosteneffizienz zu sehen, denn hier wird für den Kunden ein klarer Mehrwert generiert.

Das größte Know-how liegt bei Markierungssystemen im Zusammenspiel aller drei angesprochenen Komponenten – und darin, den kompletten Prozess abzubilden und zu beherrschen. Das möchte der Kunde – eine Lösung für seine Aufgabenstellung.


Wer gibt die Impulse für Neuentwicklungen?

Die Impulse kommen vom Markt und natürlich vom Kunden. Deshalb pflegen wir die Nähe zum Kunden sehr intensiv.


Warum ist dieser Markt so interessant für Sie?

Alle unsere Strategien denken wir vom Markt her. Ein Kunde hat heute den Anspruch, mit einem Partner alle wesentlichen Prozesse zu diskutieren und somit seine eigene Wettbewerbssituation zu verbessern. Hier nimmt die Markierung bei vielen unserer Kunden eine Schlüsselrolle ein.

Somit ist die industrielle Kennzeichnung für Phoenix Contact ein ideales Applikationsfeld, um seine Innovationskraft und Partnerschaft zum Kunden unter Beweis zu stellen.


Zum Abschluss möchte ich Ihnen noch einige Stichworte geben:

Angela Merkel
Ungeachtet jeglicher politischer Interpretation steht sie für ein modernes und offenes Deutschland

Deutschland
Ein Land mit Gegensätzen

Hobby
Reiten und Wasserski

Ihr letztes Buch
Blue Ocean Strategy von W. Chan Kim and Renee Mauborgne

Lieblingsmusik
Charts

Lieblingsreiseland
Neuseeland

Geld
Geld allein macht nicht glücklich

Frau Klocke, vielen Dank für das Gespräch.



www.phoenixcontact.de

Ausgabe:
g+h 02/2011
Unternehmen:
Bilder:
2 Unternehmens-Videos:
  • Phoenix Contact..
  • Axioline Realti..

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