15. DEZEMBER 2017

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Eaton. - Die g+h-Redaktion sprach mit dem Produktmanager für Gebäudeautomation, Pedro de la Horra Calomarde, und mit Bernhard Biasi, Produktmanager für Reiheneinbaugeräte, über „Green-Building-Konzepte“ und Techniktrends.
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Herr Biasi, würden Sie uns einmal kurz das Unternehmen Eaton und seine vielfältigen Facetten charakterisieren?

B. Biasi:
Gern, Eaton gehört zu den global führenden Energiemanagement-Unternehmen und hilft Kunden weltweit hydraulische, elektrische und mechanische Energie sicher, effizient und zuverlässig zu nutzen.
Eaton zählt weltweit zu den Technologieführern im Bereich elektrischer Systeme für sichere Stromversorgung, -verteilung und -steuerung. Hier am Standort in Wien beschäftigen wir uns schwerpunktmäßig mit der Entwicklung von Schaltgeräten und Produkten für die Gebäudeautomation. Außerdem befindet sich hier der Geschäftsbereich Energieverteilungskomponenten. Insgesamt gibt es vier Produktlinien: Gebäudeautomation, Reiheneinbaugeräte (MCBs, RCDs), Leistungsschalter (MCCBs, ACBs) und Gehäusesysteme. Ein weiterer Entwicklungsstandort für Energieverteiler ist in Schrems lokalisiert. Zudem ist der Eaton-Standort Wien auch die Vertriebszentrale für Österreich.

In welchen Ländern produzieren Sie?

Wir produzieren für die eben genannten Bereiche schwerpunktmäßig in Europa, darüber hinaus gibt es natürlich auch Produktionsstätten rund um den Globus – so etwa in Asien und Amerika.

Wie erfolgt der Vertrieb von den einzelnen Standorten in die Märkte?

In den einzelnen Regionen verfügen wir über entsprechende Logistikzentren, zwei sehr wichtige Stützpunkte befinden sich in Brünn, Tschechien, und in Meckenheim, Deutschland. Einen weiteren etablieren wir gerade in Dubai.

Welches sind für Sie in Europa die bedeutendsten Märkte?

P. de la Horra Calomarde:
Wir haben in fast jedem europäischen Land einen eigenen Vertrieb, der sowohl Eaton-Schaltgeräte vertreibt als auch Komplettlösungen anbietet. Von der Produktseite her liegt der Hauptfokus in unserem Bereich auf Schaltgeräten für den Wohnungsbau. Im Industriebereich sind es hauptsächlich Leistungsschalter und Energieverteiler. Produkte der Gebäudeautomation wie das Eaton-Funksystem nehmen hierbei eine Querschnittsfunktion ein.

Sie erwähnten, dass in Wien auch das Entwicklungszentrum beheimatet ist, wie findet Entwicklung in der Praxis statt?

B. Biasi:
Wir verfügen in Wien über Entwicklungskapazitäten im Bereich Gebäudeautomation und Reiheneinbaugeräte; die Produktentwicklung findet aber global statt, das heißt das Produkt-Management ist für die Produkt-definition verantwortlich und gibt die Impulse für Neu- bzw. Weiterentwicklungen.

Wo liegen Ihre Schwerpunkte in der Gebäudeautomation?

P. de la Horra Calomarde:
Wir hatten bislang einen ganz klaren Fokus auf den privaten Wohnungsbau gelegt, jetzt nehmen wir zusätzlich auch das Objektgeschäft verstärkt ins Visier. Die Markttrends sehen wir eindeutig in Richtung höherer Energieeffizienz. Auf der technischen Seite geht es um das Energiemanagement und somit um die Steuerung von elektrischen Verbrauchern im Gebäude. Mit unseren technischen Lösungen möchten wir dem Bauherrn nicht nur mehr Komfort bieten, sondern auch eine leistungsstarke und energieeffiziente Steuerung der immer komplexer werdenden Funktionen in einem Gebäude.

Zusätzlich wird der Wunsch nach mehr Flexibilität der Installation deutlich, um räumliche Nutzungsänderungen ohne größeren Aufwand zu berücksichtigen.

Mit welchen Produktlösungen sind Sie bei Smart Home und Smart Grid engagiert?

Es gibt in Europa klare Ziele und Vorgaben für die flächendeckende Einführung des elektronischen Haushaltszählers. Italien war eines der ersten Länder. Aber intelligente Haushaltszähler sind in vielerlei Hinsicht nutzbar. Im ersten Schritt geht es natürlich um die Datenerfassung, dies wurde in Italien umgesetzt, mehr aber nicht. Die anderen Länder, wie etwa Dänemark oder Schweden, in denen der elektronische Haushaltszähler bereits sehr stark verbreitet ist, nutzen diese Zähler auch bereits im Rahmen eines Energiemanagements.

Eaton bietet einen intelligenten Zähler und Produkte für die Gebäudeautomation an, um die notwendigen Steuerungsaufgaben zu lösen. Eine Funktion dabei ist, dass wir dem Nutzer eines Gebäudes den Verbrauch seiner Geräte ausführlich dokumentieren. Dies ist der erste Schritt zu einem energieeffizienten Umgang.

Darüber hinaus haben wir Systeme wie X-Comfort, die maßgeblich zu mehr Energieeffizienz in einem Gebäude beitragen, indem sie zum Beispiel intelligent das Licht, die Jalousien und/oder die Heizung steuern. Wenn ich also ein Fenster öffne, wird automatisch die Heizung herunter geregelt, oder wenn genügend Tageslicht vorhanden ist, dimmt das System die Beleuchtungsanlage. Das ist nur ein Beispiel von vielen anderen. Darüber hinaus setzen unsere Lösungen auch auf die Integration neuer Techniken in diesem Bereich wie Photovoltaik oder Blockheizkraftwerke. Hier spielt die intelligente Steuerung eine immer wichtigere Rolle.

B. Biasi:
Das Zusammenspiel dieser Techniken wird immer komplexer und soll gleichzeitig für den Kunden immer einfacher zu bedienen sein. Das ist die Herausforderung, der sich die Industrie stellen muss, hier bietet Eaton die entsprechenden Komfortlösungen. Wir sind Anbieter einer Komplettlösung, nicht zuletzt weil Verteiler, Schaltgeräte und die Produkte der Gebäudeautomation eine homogene Einheit bilden und so ein Maximum an Energieeffizienz gewährleisten. Wir stellen also dem Installateur und Bauherrn ein komplettes Produktportfolio bereit. Für uns ist es essenziell, dass sich die komplexe Technik hinter bedienerfreundlichen Oberflächen verbirgt, also ihre Aufgaben zuverlässig und für den Nutzer unsichtbar erfüllt.

Wie viel Geld kann ein Bauherr mit einem modernen Energiemanagement-System sparen?

P. de la Horra Calomarde:
Es gibt in Europa einige Pilotprojekte, um in der Praxis zu testen, wie hoch die Einsparpotenziale beim Einsatz von Smart Home, Smart Grid und Smart Metering denn wirklich sind. Erste Ergebnisse zeigen schon jetzt, dass es sich um ein erhebliches Einsparpotenzial handelt. Wie viel Prozent es exakt sind, das müssen die Endergebnisse der bislang noch nicht vorliegenden Detailstudien zeigen.

Halten Sie vor diesem Hintergrund die Ziele der Politik bis 2020 für erreichbar?

P. de la Horra Calomarde:
Die Ziele sind in der Tat ambitioniert und der politische Druck wächst deutlich. Netze intelligent zu machen, ist aber eine sehr komplexe Aufgabe, bei der viele Faktoren eine Rolle spielen. Zum Beispiel regt sich in einigen Ländern Widerstand, weil Nutzer Eingriffe in ihre Privatsphäre fürchten. Deshalb ist dort immer noch keine Entscheidung getroffen worden. Es gibt also durchaus Aspekte, die dazu führen könnten, dass sich das Erreichen der Ziele etwas verzögert. Ganz klar ist aber, dass unabhängig davon ein Prozess eingeleitet worden ist, der nicht mehr umkehrbar ist. Intelligente Netze wird es geben – es gibt sie ja schon heute – und das Thema Energiemanagement wird uns angesichts der steigenden Rohstoffpreise die nächsten Jahrzehnte begleiten und immer mehr an Bedeutung gewinnen.

B. Biasi:
Schon allein die Ereignisse in Japan, also in Fukushima, haben eine enorme Bewegung in diesen Markt gebracht. Hier hat in breiten politischen und gesellschaftlichen Schichten ein Umdenken eingesetzt, vor allem dahingehend, dass erneuerbare Energien rascher und viel umfassender eine tragende Rolle in der Stromversorgung einnehmen werden. Solar-, Wind- und Wasserenergie sind die Gewinner.

Wie integrieren Sie das Thema regenerativ in die von Ihnen angebotene Gesamtlösung?

B. Biasi:
Im Photovoltaikbereich sind wir mit einem kompletten Produktportfolio vertreten. Eaton bietet eigene Lösungen für die gesamte Elektroverteilung an: Inverter, Zähler, Verteiler und Schaltgeräte. Und für Windkraftanlagen stellen wir im Bereich der Schaltgeräte ebenfalls effiziente Lösungen zur Verfügung.

Ihre Kunden sind Solarteure und Elektrohandwerker?

B. Biasi:
Ja, unsere Kunden sind der Elektrogroßhandel, Solarteure und das Elektrohandwerk.


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