16. DEZEMBER 2017

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Die Welt bietet noch viel Potenzial


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Rittal - Im Gespräch mit g+h zeigt sich der Geschäftsführer für den internationalen Vertrieb, Karl Christoph Caselitz, unbeeindruckt von einer eventuellen neuen Wirtschaftskrise. Das Unternehmen steht auf soliden Beinen und ist, gesteuert aus Deutschland, weltweit auf Wachstumskurs.
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Herr Caselitz, bitte nennen Sie uns die aktuellen Daten und Fakten zum Unternehmen Rittal.

Gerne. Die Friedhelm Loh Group, zu der Rittal als größtes Unternehmen gehört, erwartet in diesem Jahr einen Umsatz von 2,2 Milliarden Euro. Die gesamte Unternehmensgruppe beschäftigt 11.500 Mitarbeiter. Wir erwarten, dass wir in 2011 unser bisheriges Rekordjahr 2008 wieder erreichen. In 2010 und 2011 konnten wir unseren Marktanteil international weiter ausbauen. Global sind wir mit 63 Tochtergesellschaften unterwegs. Mittlerweile hat Rittal einen weltweiten Produktionsverbund. Zusätzlich zu den sechs Werken in Deutschland betreiben wir große internationale Produktionsstandorte in China, England, Indien, Italien und den USA. Wir sind also überall dort, wo auch unsere Kunden sind. Denn zu unserer Stärke gehört auch, dass unsere Kunden überall auf der Welt in spätestens 48 Stunden jedes Serienprodukt ab Lager bekommen können.

Wo sehen Sie die stärksten Wachstumsmärkte?

Wenn wir uns die 63 Tochtergesellschaften von Rittal anschauen, dann sind es unsere asiatischen Tochtergesellschaften, die am stärksten gewachsen sind. Aber man sollte dabei nicht nur auf Indien und China fixiert sein. Wir haben auch andere Märkte, in denen das Rittal-System Kunden begeistert und wir enormes Potenzial entdecken. Zwei Beispiele: Trotz der gesamtwirtschaftlichen Lage ist der Markt in den USA im zweistelligen Bereich gewachsen. Auch Russland ist in 2011 bei uns in die Reihe der wichtigsten Länder aufgerückt. Daneben natürlich andere Länder aus den sogenannten E7 Staaten wie Brasilien und Indonesien.

Also könnte man die wirtschaftliche Lage als positiv bezeichnen ?

Ja, sicher. Es wird viel über gesamtwirtschaftliches Gleichgewicht, Finanzmarktkrise et cetera in den Medien berichtet und geredet. Wir sind natürlich wie alle anderen Industrieunternehmen vorsichtig, allerdings vorsichtig zuversichtlich. Ich denke, wir sollten uns auf die Realwirtschaft konzentrieren, denn diese war auch nach der letzten Wirtschaftskrise der Motor des Wachstums. Die Industrie hat es bisher weitgehend geschafft, sich von den Turbulenzen um die Staatsschulden und Währungen abzukoppeln. Es wird weiterhin investiert. Unsere Kunden und die Branchen, in denen Rittal unterwegs ist, wachsen. Ich stelle fest: Bei uns läuft das Geschäft gut und wir schauen sehr zuversichtlich auf das Jahr 2012.

Gibt es Strategien, falls es doch zu einem Crash kommt?

Ich glaube, niemand erwartet ein ähnliches Szenario, wie wir es 2008/2009 erlebt haben. Einen solchen fundamentalen Crash wird es jetzt nicht wieder geben. Die Zeiten vor 2008 waren teilweise durch Naivität und durch einen großen Hype geprägt. Ich glaube, in der Krise haben viele Industrieunternehmen gelernt – und die Banken hoffentlich auch –, mit den Kapazitäten entsprechend vorsichtig umzugehen. Diese Lerneffekte helfen uns, wirtschaftliche Entwicklungen in Zukunft besser zu meistern. Dabei ist auch die Globalisierung von Nutzen. Wir wachsen – ich sprach Asien, Amerika und Russland an – und können uns immer noch verbreitern. Unabhängig von wirtschaftlichen Entwicklungen entdecken wir jede Menge Märkte, die wir gewinnen können. Dabei sind die Diskussionen häufig auf Europa und die USA fokussiert. Was man allerdings dabei vergisst: Eine Volkswirtschaft wie Brasilien, immerhin eine der größten der Welt, wächst derzeit mit zehn Prozent pro Jahr. Industrieunternehmen verzeichnen dort Wachstumsraten von 25 Prozent und mehr. Wir können in diesen Ländern mit unserem Rittal-System weitere Kunden gewinnen und somit weiter wachsen. Insofern sollten wir nicht den Fehler begehen, nur auf Europa und die dortigen Diskussionen zu schauen. Die Welt ist größer, gerade für einen Global Player wie Rittal.

Welche Bedeutung hat der Standort Deutschland für Rittal?

Der Eigentümer, Friedhelm Loh, hat über die Stärken Deutschlands gesagt: „In Deutschland müssen wir vor allem auf den Brain-Faktor setzen, der hier erwiesenermaßen eine große Stärke ist. Unsere Forschung und Entwicklung ist zum großen Teil hier angesiedelt, insofern treiben wir unser Weltgeschäft von Deutschland aus. Das heißt nicht, dass wir nur ausgelagerte Produktionskapazitäten haben. Natürlich spielt das Produktmanagement in internationalen Märkten, die Adaption an lokale Märkte und deren Bedürfnisse eine große Rolle. Aber das Herz des Unternehmens schlägt in Deutschland und profitiert von der globalen Entwicklung. Das heißt, das Wachstum in anderen Ländern ist nicht eine Gefahr für Deutschland, sondern wirkt befruchtend auf die deutschen Arbeitsplätze. Rittal hat hier sechs Fertigungsstandorte. Sie bilden quasi das Fertigungs-Headquarter in der Welt. Und hier werden auch neue Produkte eingeführt. Das ist nicht zu unterschätzen. Insofern spielt das Thema Verlagerung bei uns eine untergeordnete Rolle. Aber noch einmal, in dem Maße in dem die außereuropäischen Märkte oder Länder wie Russland wachsen, wächst Deutschland mit.


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Ausgabe:
g+h 07/2011
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