12. DEZEMBER 2017

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Für eine vereinfachte Verkabelung


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Harting. - Hav-is prelink heißt ein Installationskonzept für die Datennetzwerk-Verkabelung nach ISO/IEC 11801. Diese neue Technologie vereinfacht die Verkabelung und spart Installationszeit. g+h sprach in Rahden mit dem Produktmanager Rainer Schmidt darüber.
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Herr Schmidt, würden Sie uns einmal kurz die Entwicklung des Unternehmens Harting beschreiben?

Harting ist ein Familienunternehmen. „Wir wollen Werte für Menschen schaffen“ und „Wir wollen die Zukunft mit Technologien für Menschen gestalten“; diese Unternehmensvisionen prägen unser Selbstverständnis. Gegründet 1945, wird Harting heute von der zweiten bzw. dritten Generation der Gründerfamilie geleitet. Angefangen hatte alles mit dem Bau von Schaltrelais, später kamen Plattenspieler und Musikboxen hinzu, also Geräte, die anspruchsvolle Mechanik mit Elektrotechnik verbanden. Über diese Anfänge hinaus hat sich Harting schnell einen Namen in der Verbindungstechnik gemacht und ist heute weltweit marktführend.

Welche Produkte verbergen sich dahinter?

Dahinter verbergen sich vor allem die Industriesteckverbinder. Bei der Entwicklung neuer Produkte hat man von Anfang an versucht, neue Standards zu setzen und Kompatibilität zu schaffen. Aus dieser Entwicklung heraus wurde die „Han“ (Harting Norm) geschaffen, um dem Kunden die Sicherheit zu geben, dass die Harting Steckverbindungen Kompatibilität garantieren. Dieser Grundgedanke, verbunden mit einer sehr robusten und langlebigen Technik, hat zu einer großen Verbreitung der Verbinder in der Industrie geführt. Nicht zuletzt deshalb sind sie im Maschinenbaubereich bis heute quasi Standard.

Welches ist das jüngste Geschäftsfeld?

Vor gut zehn Jahren zeichnete sich die Datennetzwerktechnik als Zukunftsmarkt für uns ab. Die Ursache dafür war und ist, dass die Verbindungstechnik bei unseren klassischen Kunden, also im Maschinenbau, im Anlagenbau oder der Energietechnik heute immer mehr Berührungspunkte mit dieser Technik hat. Alles, was im Zusammenhang mit Geräten steht, für die wir Teile zuliefern, steht in unmittelbarer Verbindung zum Einsatz von Steuerungen; und dieser Einsatz wird immer mehr von Netzwerktechnik durchdrungen.

Heute ist jeder Maschinen-und Anlagenbauer dazu angehalten, seine Produkte so zu entwickeln, dass sie kommunizieren können – mit anderen Maschinen oder anderen Tools, wenn es beispielsweise um die Wartung geht. Dazu werden Schnittstellenstandards benötigt und schon sind wir bei der Datennetzwerktechnik.

Woher kam der erste Impuls, sich dieses Geschäftsfeld zu erschließen?

Ein wesentlicher Impuls kam aus der Zusammenarbeit mit unseren Kunden. Die Botschaft, die wir dabei vernahmen, hieß Industrial Ethernet, also Ethernet geht in die Industrie. Hatte man sich früher im Kern mit der Energieversorgung, der Spannungsversorgung von 24 V über 48 V bis hin zu 400 V und darüber hinaus sowie mit Bussystemen beschäftigt, sah man sich plötzlich mit klassischer IT-Technik konfrontiert. Quasi von heute auf morgen waren die Kunden mit Ethernet beschäftigt. Ethernet bringt Schnittstellen und Standards mit. Dabei werden auch Medien standardisiert, also Kabel, Steckverbinder oder RJ45. Auf diese Entwicklung musste man in unserem Unternehmen reagieren. Rasch hatten wir dies als künftiges Wachstumsfeld erkannt und vor acht Jahren eine eigene Abteilung unter dem Namen ICPN gegründet.

Dies hat eine weitreichende Entwicklung vorangetrieben, weil es eben nicht nur darum ging, eine Technologie, die Ethernet fraglos ist, in ein Gerät oder ein Produkt zu implementieren, sondern vor allem die Frage zu diskutieren, welche Möglichkeiten sich daraus ergeben.

Und welche gibt es?

Nun, primär ging es nicht um die Frage, welcher Typus einer neuen Maschine dadurch entsteht, sondern vielmehr um die Möglichkeiten, die der Nutzer dieser Maschine mit dieser innovativen Technologie hat. Im weitesten Sinne sollen unsere Produkte dazu beitragen, dass sich Unternehmen besser organisieren und strukturieren können.

Und diese Möglichkeit bieten Ihre Produktlösungen?

Richtig, und dabei spielt Ethernet die tragende Rolle. Das Controlling einer Firma wir heute immer enger mit ihrer Produktion verknüpft. Dadurch kann man seinen gesamten Prozess optimieren. So ist es beispielsweise fast in Echtzeit möglich zu erfahren, wie der Produktausstoß zum Zeitpunkt X gerade ist.

Dieses Wissen beeinflusst etwa die Entscheidung, eine Lieferung an den Kunden zu terminieren. Die Information über den aktuellen Produktionsausstoß ist ein Erfolgsfaktor für ein Unternehmen. Im Bereich Ethernet und Netzwerktechnik möchten wir deshalb unseren Kunden Lösungen bieten, die ihnen die bereits skizzierte Effizienzsteigerung so einfach wie möglich macht.

Welches Produktportfolio bieten Sie hier an?

Wir bieten ein Produktportfolio, das genau diese Datentechnik für industrielle Anwendungen bedienen kann. Es fängt mit Verbindungstechnik an; hier sind wir mit RJ45-Entwicklungen engagiert. Der Unterschied zu einem klassischen RJ45, den es ja im IT-Markt bereits seit 20 Jahren gibt, ist, dass er nicht nur eine bestimmte Datenrate übertragen muss, also Cat 5, Cat 6 usw., sondern auch in industriellen Umgebungen einsetzbar ist. Hier geht es um Fragen wie mechanische Robustheit, Vor-Ort-Konfektionierung und die Option, dass sie in Gehäuse (Interfaces) passen müssen, um sie zu schützen.

RJ45-Stecker sind ja normalerweise für Büroumgebungen designt, werden sie aber an einer Maschine angeschlossen, wo eventuell Öle oder Kühlflüssigkeiten vorhanden sind, müssen sie in Gehäuse integriert werden, und dabei sind wir wieder bei unseren klassischen Harting-Produkten. Neben diesen Verbindungstechniken, die aus der IT- Welt migriert sind, bieten wir auch völlig neue Produktlösungen.


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Ausgabe:
g+h 02/2012
Unternehmen:
Bilder:
1 Unternehmens-Video:
  • Neue Dimension ..

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