15. DEZEMBER 2017

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Erheblich mehr Leistung


Jung. Der Facility-Pilot ermöglicht es, komplexe technische Abläufe zu visualisieren und zu steuern. Das netzwerkfähige System erlaubt auch die Einbindung von nicht busspezifischen Systemen - wie Audiokomponenten - in die KNX-Welt.

Visualisierung und KNX sind viel diskutierte Themen, die nach wie vor für Reibung sorgen. Einerseits kommen auf den Elektrotechniker aufwändige Programmierarbeiten zu, andererseits grenzen eingeschränkte Möglichkeiten die Spielräume ein und machen das Thema Visualisierung zur Domäne von technikverliebten KNX-Experten. Mit dem modularen Softwaresystem Jung Facility-Pilot wurde eine Gesamtlösung für die Gebäudesystemtechnik entwickelt, die jetzt einem breiten Anwenderfeld das Thema Visualisierung erschließt und darüber hinaus wegweisende Entwicklungsschritte enthält, wenn es um zusätzliche Funktionalitäten wie Zugriffe vom Internet geht. Dazu passt auch die Gesamtphilosophie, die es möglich macht, ohne Programmierung Anzeigen für Prozessverläufe oder Archive für Werteverläufe und Ereignisse aufzubauen; ja selbst Controller- Funktionen lassen sich per Drag& rop konfigurieren. Und für Spezialisten besteht weiterhin die Möglichkeit der Visualisierungsprogrammierung, sofern besondere Anforderungen bestehen, die das System nicht standardmäßig abdeckt. Die vollständige Programmierumgebung für BASIC-Skripte schafft die Voraussetzung dafür. Wichtig ist, dass der Facility-Pilot ein offenes System ist und unabhängig von jeder Hardware arbeitet. Planerisch existieren damit keinerlei Einschränkungen wie bei vielen anderen Systemen.

Die Basistechnik des Facility-Pilot hat g+h bereits ausführlich vorgestellt. Jetzt wurde das System aber um interessante Features erweitert, auf die wir im Folgenden eingehen möchten. War der Facility-Pilot bislang als Einplatzlösung konzipiert, hat Jung nun auf die Forderung des Marktes reagiert und für größere Anlagen in Objekten, aber auch für hochwertige Installationen im privaten Wohnungsbau die Möglichkeit der Netzwerkfunktionalität eröffnet. Genutzt wird dabei ein drahtloses oder drahtgebundenes Ethernet. Die Client-Server-Lösung ist ab sofort mit der Version 2.0 verfügbar und wurde bereits in einigen Objekten erfolgreich eingesetzt. Die Anwendungen sind breit gefächert. So wurde das System u. a. in einem Privathaus installiert, in dem vier Panel-Wand-PCs zu finden sind und neben dem Server noch drei sekundäre Panels, über die der Bauherr seine Anlage ebenfalls bedienen möchte. Im kommerziellen Bereich kommt die Systemlösung bereits zur Vernetzung weit gestreuter Liegenschaften zum Einsatz, die mit Hilfe von Facility-Pilot zentral gesteuert werden. In jeder Liegenschaft läuft dafür im EIB-System ein Server. Über einen Client in der Zentrale bekommt der Betreiber oder Facility-Manager jederzeit Einblick in die Liegenschaften und hat außerdem die Möglichkeit, technische Abläufe fern zu steuern. Um einen Missbrauch zu verhindern, ist das System über Benutzereinstellung und Passwortschutz, die unabhängig von der Benutzergruppensteuerung in der Visualisierung sind, effizient geschützt. Ebenfalls der Sicherheit dient die Option, die Kanäle, über die der Datenaustausch im Netzwerk erfolgt, frei wählen zu können. Damit entspricht man dem Wunsch vieler Administratoren, gezielt nur bestimmte Ports zur Verfügung zu stellen.

Die Serverversion des Facility-Pilot wird als Vollversion vertrieben und um die jeweils gewünschten Clients als untergeordnete Stationen ergänzt. Das Angebot ist gestaffelt, auch dahingehend, ob eine Web-Visualisierung, die für die HTML-Darstellung optimiert ist, oder eine reine Netzwerklösung gewünscht wird. Letztere hat den Vorteil, dass sie in der Qualität der Visualisierung am ehesten mit der Hochwertigkeit der Gesamtanlage korrespondiert und der Grafik keinerlei Grenzen setzt. Vor allem wer auf brillante Bilder Wert legt oder beispielsweise sein Corporate Design auch auf der Visualisierung wieder finden möchte, ist mit der Netzwerklösung bestens bedient. Außerdem ist sie selbstredend leistungsfähiger. Der Bildschirmaufbau findet nämlich auf dem Client statt. Dort kann auch eine andere Oberfläche als auf dem Server abgebildet werden. Die Oberfläche lässt sich individuell für jeden Client gestalten, ohne dass später für die visuelle Darstellung Daten übertragen werden müssen.

Die HTML-Visualisierung dient dazu, über Handhelds und PDAs zu visualisieren und zu steuern. Und sie ermöglicht es, weltweit ohne Client-Software auf eine Anlage zuzugreifen. Beide dargestellten Möglichkeiten lassen sich auch parallel nutzen und zu einer leistungsstarken Gesamtlösung verknüpfen. Entscheidend ist, dass der Nutzer frei wählen kann - ganz der Philosophie des Systems folgend. Neu ist auch der xPL-Editor. xPL ist ein spezielles Protokoll mit einer spezifischen Telegrammstruktur. Sie wurde entwickelt, um Daten für Audioanwendungen zu übertragen. Um später offen für verschiedene Hersteller zu sein, setzt Jung auf diesen Standard. Zurzeit arbeitet das Unternehmen Slim Devices damit. Mit seinen Squeeze-Boxen hat es den Weg dafür geebnet, Netzwerkdaten in hörbare Daten rückzuwandeln. Schon jetzt erwartet man, das andere Große der Branche folgen werden und das xPL-Protokoll stützen. Der xPL-Editor schlägt die Brücke vom Facility-Pilot zur Musikwelt. Durch ihn lassen sich neben KNX/ EIB-Komponenten auch Audiokomponenten in das System einbinden. Diese werden in der Software miteinander verknüpft, so dass sich Audiodaten über EIB-Komponenten anzeigen lassen. Umgekehrt können Audio-Komponenten von EIB-Geräten wie auch einer Funkfernbedienung aus komfortabel steuern. Dazu werden beispielsweise Verknüpfungen von Tastern zu Squeeze-Boxen angelegt, um Musik leiser bzw. lauter zu stellen oder Wiedergabelisten abzuspielen. Ob die Musikdaten aus dem Internet oder von einem eigenen Musik-Server kommen, spielt ebenso wenig eine Rolle wie die Frage, ob es sich um MP3- oder andere Musikdateien handelt. Ein entscheidender Vorteil von Audio-Lösungen im Netzwerk ist der geringe Verdrahtungsaufwand. Wählt man eine Wireless-LAN-Lösung, reduzieren sich die Installationsarbeiten auf ein Minimum. Mit dem Einzug solcher Multiroom-Systeme halten nun auch Wand-PCs verstärkt Einzug in den Wohnbereich. Über sie kann der Nutzer sich vom Zentralserver seine Wunschtitel von jedem Raum aus bequem abrufen. Auch darauf hat Jung mit einer entsprechenden Lösung reagiert.

Im Dezember 2006 wird das System zunächst um das leistungsstarke Facility-Panel ergänzt werden, das aber auch autark in KNX-Anlagen betrieben werden kann. Diese Schaltzentrale bietet als Bestandteil des KNX-Bussystems alle Möglichkeiten, die Steuerung von komplexen Funktionen in Wohnhäusern und Geschäftsgebäuden künftig noch einfacher und sicherer zu machen. Das innovative Colour Touchpanel versetzt den Anwender in die Lage, bequem von einem einzigen Platz aus die kompletten Abläufe beim Management von Licht, Jalousien und Rollladen, Heizung und Klimasystemen, Alarmanlagen, Meldeeinrichtungen und Audiokomponenten zu überwachen und zu regeln. Und zwar per Navigation über einen 5,7” großen TFT-Bildschirm mit einer brillanten Auflösung von 4.096 Farben, wobei acht Farbschemata zur Auswahl stehen. Neben einer exakten Wiedergabe von Bild und Texten bietet der Monitor genügend Raum, um einen individuellen Hintergrund darzustellen - etwa in Form von Fotos, Grafiken oder Grundrissen. Darüber hinaus lässt sich die Bedienoberfläche weiter optimieren, indem beispielsweise Zeichnungen oder Ablaufdiagramme auf den Bildschirm geholt werden. Außerdem besteht die Möglichkeit, bis zu 50 Standardseiten beliebig zu verschachteln und direkt darauf zuzugreifen. Das erleichtert das Navigieren und Scrollen durch das Menü deutlich. Die Programmierung des Panels erfolgt über den KNX oder über die USB-Schnittstelle hinter dem Rahmen, die problemlos jederzeit von vorne zugänglich ist. Parallel dazu wird ein Touch-Panel-PC für den Wandeinbau mit einer Bildschirmgröße von 15 Zoll ins Produktprogramm aufgenommen. Er wurde speziell für den Facility-Pilot entw ickelt. Dabei handelt es sich um einen leistungsstarken PC mit Intel-Pentium-M-Prozessor, der ohne mechanisch bewegte Teile auskommt und damit eine hohe Betriebssicherheit gewährleistet. Über die vielfältigen Möglichkeiten, die der Facility Pilot dem Elektrohandwerk eröffnet, sprachen wir mit Jens Stoll, Key-Account-Manager der Albrecht Jung GmbH & Co. KG.

Warum sollte ich meinem Kunden überhaupt eine Visualisierung anbieten, wenn er für die KNX/EIB-Anlage schon eine respektable Investition tätigen muss?
Weil er eine solche Anlage mit dem Facility-Pilot eindeutig besser verkaufen kann. Erstmals hat der Kunde hier die Möglichkeit, hochwertige Elektrotechnik zu sehen und seinen Besuchern daheim in der Praxis vorzuführen. Prestige und Status spielen dabei eine wichtige Rolle. Außerdem ist unsere Visualisierung nicht nur eine zentrale Bedienstelle, sondern ein modulares System mit vielen weiteren nützlichen Funktionalitäten.

Welche sind das ganz konkret?
Zum Beispiel die Betriebsdatenerfassung. Ich kann sämtliche Verbrauchsdaten, die ich über mein EIB-System abgreife, über die Visualisierung sehr gut verwalten: Wasser, Brauchwasser der Zisterne, Wärmemengen oder Ölstände können problemlos erfasst werden. Die ermittelten Daten lassen sich über die Software nicht nur anzeigen und verwalten; man kann auch direkt in die Abläufe eingreifen. Und bei Photovoltaikanlagen lässt sich eindrucksvoll die produzierte Strommenge visuell darstellen. So wird Elektrotechnik für den Kunden erlebbar.

Die Abrechnungsmöglichkeiten stellen doch ebenfalls ein Argument pro Visualisierung dar?
Ja das ist richtig. Insbesondere Mietshausbetreiber können die Daten komfortabel zur Nebenkostenabrechnung und zu statistischen Zwecke nutzen. Lästige Verwaltungstätigkeiten werden rationalisiert; mit positivem Nebeneffekt der Kosteneinsparung.

Welche Möglichkeiten bestehen denn im Bereich der Sicherheitstechnik?
Hier liegen die Stärken vor allem in der Überwachung. Die Visualisierung von Tür- und Fensterkontakten trägt den gestiegenen Ansprüchen an die Sicherheit von Gebäuden Rechnung. Die erforderlichen Daten liefert KNX/EIB. Neben der Sicherheit gibt es auch noch Komfortaspekte. Zunehmend wird nämlich im privaten Haushalt die Weiße und Braune Ware effizient in ein Bussystem mit eingebunden.

Und welche Vorteile bringt hier eine Visualisierungslösung?
Der Nutzer kann auf einen Blick erkennen, wann zum Beispiel die Waschmaschine im Keller fertig gewaschen hat oder welche Geräte überhaupt noch am Netz hängen. Selbst fernab von daheim besteht noch die Möglichkeit einzugreifen, wenn man etwa vergessen haben sollte, die Kaffeemaschine auszuschalten. Viel stärker noch als die Weiße Ware, wird die Medientechnik aus meiner Überzeugung künftig in ein Netzwerk eingebunden sein. Hier bietet der Facility-Pilot als modulares System den unschätzbaren Vorteil, dass man neben den KNX/EIB-Komponenten auch andere Systeme mit einbinden kann. Ein Beispiel dafür ist der XPL-Editor (s. oben, Anmerk. Der Redaktion).

Welche Schulungsmaßnahmen bieten Sie dem Einsteiger in das Facility-Pilot-System?
Um das Handwerk in der Technik fit zu machen, gibt es verschiedene Schulungsmaßnahmen, von der simplen Neuheitenschulung über einen vier- bis sechsstündigen Workshop bis hin zu einem mehrere Tage dauernden Schulungsprogramm. Darüber hinaus gibt es im Werk eine Kompaktschulung, die zweieinhalb Tage dauert. Mit einem Workshop und über die Dokumentation (auf Tastendruck kann man dem Kunden eine Datei ausdrucken, die alle Parameter seiner spezifischen Visualisierung enthält) sind alle Hürden recht schnell und professionell genommen. Außerdem sind im Programm bereits hinreichend Basis-Dateien vorhanden, mit denen man sofort starten kann, um dann vielleicht erst später individuelle Gestaltungen vorzunehmen - wenn es besonders ästhetisch werden soll, vielleicht sogar in Zusammenarbeit mit einen Grafiker. Der Phantasie sind hier keinerlei Grenzen gesetzt.

Glauben Sie, dass es langfristig überhaupt noch KNX/EIB-Anlagen ohne eine Visualisierung geben wird?
In hochwertigen Privatbauten sicherlich nicht. Und im Objekt-Geschäft ist eine Visualisierung schon heute längst Standard. Hier geht es aktuell um das leistungsfähigste System. Wir sind sicher, dass der Facility-Pilot dazu zählt, weil er in seinen Erweiterungsmöglichkeiten nahezu grenzenlosen Spielraum für alle Beteiligten gewährleistet.

Auf welchem System ist die Visualisierung lauffähig?
Die Visualisierung ist auf Windows-Systemen ab Windows 98SE bis Windows XP lauffähig.

Herr Stoll, wir bedanken uns für das Gespräch.


DESIGNPanel-Varianten
Das Facility-Panel kann waagerecht oder senkrecht installiert werden. In jedem Fall ist die Montage nur eine Sache von Minuten. Etwas länger ist die Entscheidung für den passenden Schmuckrahmen, denn jede zur Verfügung stehende Alternative hat ihren besonderen Reiz. Das Angebot umfasst Rahmen im klassischen LS-Design in Anthrazit mit Glas, Edelstahl und Aluminium.

Ausgabe:
g+h 05/2006
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