12. DEZEMBER 2017

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Gelebte Marke


Busch-Jaeger. g+h sprach mit Geschäftsführer Alexander von Schweinitz und dem Leiter Unternehmenskommunikation und Produktdesign, Michael Wasiletschko, über aktuelle Trends, die Bedeutung von Kooperationen, innovative Lösungen, Desingstärke, Markt und Marke.

Herr von Schweinitz, würden Sie uns kurz beschreiben, wie und wo sich Busch-Jaeger heute auf dem Markt positioniert hat?
Alexander von Schweinitz: Sehr gerne. Busch-Jaeger ist Marktführer auf dem Gebiet der Elektroinstallationstechnik und zählt zweifellos zu den starken Marken der Branche. Das zur ABB gehörende Unternehmen produziert an den Standorten Lüdenscheid und Aue bei Bad Berleburg. Beschäftigt werden zurzeit rund 1.100 Mitarbeiter. Das Spektrum der von Busch-Jaeger angebotenen Produkte und Lösungen reicht vom kompletten Installationsprogramm mit Schaltern, Steckdosen, Sondersteckvorrichtungen, Reiheneinbaugeräten, Dimmern und Bewegungsmeldern bis hin zu elektronischen High-End-Produkten für die Gebäudesystemtechnik.

Sie halten weiterhin am Standort Deutschland fest?
Alexander von Schweinitz: Ja, der Standort Deutschland ist für uns unverzichtbar. Nur so können wir den hohen Qualitätsstandard unserer Produkte sicherstellen. Die 18-Millionen-Euro-Investition in das Logistikzentrum in Lüdenscheid sehen wir auch als Bekenntnis zum Wirtschaftsstandort Deutschland. Auch als Absatzmarkt spielt Deutschland nach wie vor eine wichtige Rolle: Hier konnte Busch-Jaeger seine führende Position in den letzten Jahren festigen und ausbauen.

Wie entwickelt sich der Exportmarkt zurzeit?
Alexander von Schweinitz: Busch-Jaeger exportiert in mehr als 60 Länder weltweit und verzeichnet auf zahlreichen Auslandsmärkten kräftige Zuwachsraten. Unsere Ziele sind zum einen der Ausbau unserer führenden Position in den Stamm-Märkten, zum anderen die weitere Expansion überall dort, wo sich für uns interessante Perspektiven entwickeln. Hervorragende Wachstumschancen sehen wir in Osteuropa, im Mittleren Osten und in Asien.

Wie attraktiv ist Busch-Jaeger als Arbeitgeber?
Alexander von Schweinitz: Sicherlich sehr attraktiv. Wir bekommen viele Initiativbewerbungen; das spricht für das Unternehmen. Aktuell haben wir qualifizierte Ingenieur- und Fachkräftepositionen zu besetzen. Das gilt auch für unseren Mutterkonzern ABB, der aktuell in Deutschland rund 250 Mitarbeiter sucht.

Busch-Jaeger ist eine der wenigen Marken, die schon sehr früh flächendeckend in Deutschland im Elektrohandwerk verbreitet waren. Was waren die Gründe?
Alexander von Schweinitz: Die Unternehmenshistorie von Busch-Jaeger reicht fast 130 Jahre zurück. Die starke Verankerung der Marke bei unseren Partnern im Elektrohandwerk ist das Ergebnis einer kontinuierlichen Entwicklung über viele Jahre. Begünstigt wurde dies auch maßgeblich durch die enge Bindung zu Handel und Handwerk sowie durch anerkannt hohe Produktqualität, enorme Innovationskraft und einen exzellenten Vertriebsservice. Und nicht zuletzt durch unser vielfältiges Angebot im Bereich Schulung und Fortbildung. Beim Thema Marke gibt es ohnehin starke Verbindungen zum Elektrohandwerk, das mit der neuen e-Marke einmal mehr ein überzeugendes Bekenntnis zu Markentreue und Markenbewusstsein abgelegt hat.

Wie bewerten Sie das gesamtwirtschaftliche Umfeld zurzeit?
Alexander von Schweinitz: Der Konjunkturaufschwung hat erfreulicherweise inzwischen auch die Bauwirtschaft erreicht. Insgesamt ist das Bauvolumen in 2007 deutlich gestiegen. Motor dieses Aufschwungs ist der Zweckbaubereich. Im Wohnungsbau ist nach wie vor ein Rückgang bei den Neubauinvestitionen zu verzeichnen. Busch-Jaeger hat auch in den Jahren schwacher Baukonjunktur gute Geschäfte gemacht. Das Unternehmen hat früher als andere erkannt, dass Umsatzwachstum nicht mehr allein durch eine steigende Anzahl verkaufter Produkte erreicht werden kann, sondern durch die Mehrwertinstallation – durch eine qualitativ bessere, höherwertige elektrotechnische Ausstattung von Gebäuden.

Wie beurteilen Sie die Entwicklung mittelfristig?
Alexander von Schweinitz: Unser Ziel ist nachhaltiges, profitables Wachstum. Dabei setzen wir in den nächsten Jahren vor allem auf den Modernisierungsbereich, denn hier gibt es einen erheblichen Investitionsstau. Und wir gehen davon aus, dass Busch-Jaeger davon profitieren wird, denn wir haben unser Produktportfolio frühzeitig auf diesen Bereich ausgerichtet. Außerdem erwarten wir eine weitere positive Entwicklung beim Zweckbau.

Von welchen Trends wird die Entwicklung geprägt sein?
Alexander von Schweinitz: Da gibt es eine ganze Reihe von Trends, die für uns eine Rolle spielen. Eines dieser Themen heißt Klimaschutz – und damit Energieeffizienz. Für ABB und Busch-Jaeger ist das nicht neu. Wir haben schon immer Technologien im Portfolio gehabt, mit denen Energie effizient genutzt und Schadstoffemissionen gesenkt werden können. So kann ABB Lösungen für mehr Energieeffizienz entlang der gesamten Prozesskette anbieten: von der Energiegewinnung bis zum Verbraucher.

Wie hoch schätzen Sie die Einsparpotenziale durch den Einsatz moderner Elektroinstallationstechnik ein?
Alexander von Schweinitz: Busch-Jaeger schätzt dieses Potenzial sehr hoch ein. So lassen sich beispielsweise sechs Prozent Energie allein durch eine Absenkung der Raumtemperatur um nur 1 °C erreichen. Moderne Lichtsteuerung ermöglicht weitere erhebliche Einsparungen. Aktuelle Untersuchungen haben für eine gewerkeübergreifende Steuerung – also einschließlich Beleuchtung, Heizung/Klimaregelung usw. – ein Einsparpotenzial bis zu 58 Prozent ermittelt. Und ich möchte betonen: die technischen Möglichkeiten sind bei ABB bereits heute vorhanden und verfügbar.

Michael Wasiletschko: Die Klimadebatte hat die Entwicklung von Produkten und Lösungen für mehr Energieeffizienz beschleunigt. Auf der Light + Building haben wir unsere Kunden mit dem gesamten Spektrum für diesen Bereich begeistert. Innovative Lösungen wie Busch-Comfort-Panel und Busch-Prion haben gezeigt, dass Energiesparen durchaus auch schön sein kann.

Betreiben Sie Trendforschung, wenn es um die Entwicklung neuer Produkte geht?
Michael Wasiletschko: Ja, sehr intensiv sogar. Es ist wichtig, Trends und Tendenzen in Gesellschaft, Kultur und Wirtschaft aufmerksam zu beobachten und aus diesen Erkenntnissen zur richtigen Zeit die richtigen Schlüsse zu ziehen, sprich: die richtigen Produkte und Lösungen zu entwickeln.

Welche aktuellen Trends neben dem Klimaschutz sind denn für Sie noch von Bedeutung?
Michael Wasiletschko: Ich habe in einer Ihrer letzten Ausgaben die Headline „Das Leben verändert sich“ gelesen. Genau das ist der Punkt. Die Lebensumstände der Menschen verändern sich. Kommunikation – das ist einer dieser Trends – hat heute im Beruf und im Privatleben einen völlig neuen Stellenwert. Sie bestimmt unser Leben. Die elektronischen Medien haben einen enormen Einfluss auf alle Bereiche unseres Alltags. Wir sind heute rund um die Uhr an beinahe jedem Ort der Welt erreichbar – ganz gleich, wo wir uns gerade aufhalten.
Ein weiterer Megatrend heißt Mobilität. Noch nie waren die Menschen so viel und so oft unterwegs wie heute. Damit meine ich speziell die Alltagsmobilität. Hier sind neue Kommunikationslösungen gefragt – auch in der Wohnung.
Das Busch-Comfort-Panel beispielsweise ist eine unserer Lösungen für diesen Trend, eine Antwort auf die mobile Gesellschaft. Verschmelzung ist ein weiterer Trend, der inzwischen sehr viele Bereiche unseres täglichen Lebens erfasst hat.

Was verstehen Sie unter Verschmelzung?
Michael Wasiletschko: Kulturen vermischen sich, neue Werte entstehen, Branchengrenzen fallen. Unser privates Umfeld verändert sich. Traditionelle Raumsegmente wie Wohnen, Schlafen, Essen und Bad verschmelzen zu Funktionsbereichen. Ganz klar, die Wohnräume der Zukunft heißen Wellness, Entertainment oder Work@home. Aus Bädern werden Entspannungs- und Fitnessräume, Küchen verschmelzen mit dem Wohnbereich.

Angesichts des von Ihnen präsentierten Zukunfts-Szenarios müsste es ja auch auf der Anbieterseite entsprechende „Verschmelzungen“ geben?
Michael Wasiletschko: Keine Verschmelzungen, aber Kooperationen. So kooperieren wir beispielsweise mit Bang & Olufsen, der Premiummarke für Highend-Unterhaltungselektronik. Hier verschmelzen Home-Entertainment, Beleuchtungs- und Jalousiesteuerung durch die intelligente Verlinkung des Control-Panels mit der Fernbedienung von Bang & Olufsen. Oder nehmen Sie die Initiative „Lebens(t)raum Bad“, einen Verbund marktführender Hersteller von Sanitär- und Elektroprodukten. Hier geht es um generationenübergreifende Lösungen. Ein ganz aktuelles Thema. Unsere jüngste Kooperation mit der Premium-Küchengerätemarke Miele und der Premium-Einbauküchenmarke Poggenpohl schafft die Vernetzung mit der Küchentechnik.

Welche strategische Zielsetzung verfolgen Sie mit diesen Kooperationen?
Alexander von Schweinitz: Es gibt hier einen intensiven gegenseitigen Austausch, von dem alle Partner profitieren. Die Marke Busch-Jaeger bekommt Zugang zu neuen Endkundensegmenten, und unseren Kunden können wir auf diese Weise integrierte Lösungen liefern – im Bad, im Wohnbereich und in der Küche.

Die Integration von Elektrotechnik in moderne Wohnwelten erhöht Endkunde umgibt sich gern mit schönen Produkten. Welche Rolle spielt das Design für Busch-Jaeger?
Michael Wasiletschko: Design ist für uns von entscheidender Bedeutung und elementarer Bestandteil der Marke Busch-Jaeger. Design ist für uns mehr als eine schicke Hülle. Design ist Ausdruck von Funktion – sichtbar, fühlbar, erlebbar, also emotional. Die beiden Neuentwicklungen Busch-Comfort-Panel und Busch-Prion sind hervorragende Beispiele dafür. Die Nutzer erleben eine völlig neue Dimension von Wohnkomfort und individueller Lebensqualität. Auch unsere Schalterserien, die ganz wesentlicher Bestandteil unseres Produktspektrums sind und permanent weiterentwickelt werden, sind überzeugende Beispiele für ein Design, das der Weiterentwicklung der unterschiedlichen Zielgruppen gerecht wird.
Nehmen Sie das Programm „pur Edelstahl“: starkes Design, ausgestattet mit einer innovativen Oberfläche, die Fingerabdrücke zuverlässig verhindert. Designentwicklung ist bei Busch-Jaeger ein offener, vernetzter Prozess, in den wir unsere Partner bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt mit einbeziehen. Dabei haben wir den Kundennutzen immer im Fokus. Design ist einfach, wenn es vom Kunden aus gedacht wird. Intuitive Bedienung spielt hier eine wesentliche Rolle. Wenn alles komplexer wird, wird Vereinfachung als angenehm empfunden.

Sie sprechen von Kundennutzen. Was verstehen Sie darunter?
Alexander von Schweinitz: Einfache Bedienbarkeit, Konzentration auf das Wesentliche. Busch-Comfort-Panel und Busch-Prion beispielsweise verfügen über ein innovatives Farbkonzept, das einer Funktion eine bestimmte Farbe zuordnet. Entstanden ist hier ein intuitives Bedienkonzept, mit dem sich jeder Nutzer sofort zurechtfindet. Stichwort „Generation 50plus“: Intuitiv zu bedienende Gebäudesystemtechnik, die hohen Komfort mit Sicherheit verbindet – das ist auch das zentrale Thema bei den generationenübergreifenden Lösungen von Busch-Jaeger.

Auf der Light + Building hat Ihr Unternehmen ja nicht nur neue Produkte gezeigt, sondern sich auch in einem neuen Erscheinungsbild präsentiert. Welches sind die Gründe für diese Veränderung?
Michael Wasiletschko: Uns ging es darum, das Erscheinungsbild der Marke Busch-Jaeger noch markanter zu machen. Durch eine stärkere Konzentration auf den eigentlichen Markennamen. Ich würde auch nicht von einem neuen Erscheinungsbild sprechen, sondern von einer Weiterentwicklung. Das Logo erscheint jetzt moderner, grafisch ausbalanciert und hat an Prägnanz gewonnen. Es spiegelt eine Marke wider, der es gelungen ist, sich vom Marktführer auch zum Markenführer zu entwickeln. Die Marke leben wir – konsequent, gemeinsam.

Alexander von Schweinitz: Wir wollen die positive Entwicklung, die das Unternehmen in den letzten Jahren genommen hat, auch nach außen dokumentieren. Busch-Jaeger zeigt sich mehr denn je als starke Marke, die die Weichen für die Zukunft gestellt hat. Die Marke, die Tradition mit Innovation verbindet. Gleichzeitig geben wir das Signal: Busch-Jaeger ist die starke Marke, die sich klar zum dreistufigen Vertrieb bekennt und auch ihre Partner stark macht: den Elektrogroßhandel und das Elektrohandwerk.

Meine Herren, wir bedanken uns für das Gespräch mit Ihnen. www.busch-jaeger.de

HINTERGRUND
Das Konzept: Living Space
Mit Living Space will der Hersteller Raum für mehr Individualität, mehr Komfort und mehr Energieeffizienz schaffen. Realisiert wird dies mit innovativen Lösungen für die Gebäudesystemtechnik, die sich durch innovative Technik, elegantes Design und hohen Bedienkomfort auszeichnen.
Die Neuentwicklungen Busch-Prion und Busch-Comfort-Panel sind mit einem intuitiven Bedienkonzept ausgestattet, das einer Funktion - zum Beispiel Beleuchtung, Jalousie, Heizung oder auch der Lichtszene - eine Farbe zuordnet. Für alle Funktionen aus dem Bereich Beleuchtung steht die Farbe Gelb (Symbol für Sonne und Helligkeit), der Bereich Heizung ist orange (für Wärme und Wohlbehagen) gekennzeichnet und für die Jalousiesteuerung steht Blau (als Symbol für Kühle und die Farbe des Himmels). Violett bzw. Magenta markiert eine Lichtszene.

Ausgabe:
g+h 04/2008
Unternehmen:
Bilder:
3 Unternehmens-Videos:
  • Zukunft braucht..
  • Living Space
  • Köln Busch-Jaeg..

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