12. DEZEMBER 2017

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Erfolgreich neu positioniert


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Rademacher. Das Unternehmen gehört zu den Anbietern von Rolladen-, Markisen-, Tür- und Garagentorantrieben. 2007 wurde es von der Nord Holding übernommen. g+h sprach mit dem Geschäftsführer Gerhard Hofmann über die strategische Ausrichtung.

Herr Hofmann, wie ist Rademacher zurzeit auf dem Markt positioniert?
Gerhard Hofmann: Das Unternehmen Rademacher ist in einem sogenannten Secondary Buyout vor zwei Jahren von der Nord Holding, Beteiligungsgesellschaft, Hannover, erworben worden. Das ist ein Private Equity Unternehmen im guten Sinne. Sie gehört der Nord LB, der VGH Versicherung und fünf großen Sparkassen. Ich selbst bin seit eineinhalb Jahren Geschäftsführer des Unternehmens.

Übernahmen haben immer auch einen negativen Beigeschmack.Was könnten Sie einem solchen Vorurteil entgegensetzen?
Gerhard Hofmann: Niemand kann sagen, wie ein Investor sich während seines Engagements letztlich langfristig verhalten und entscheiden wird. Ich kann nur sagen, dass die Nord Holding ganz offensichtlich in langen Zeiträumen denkt.

Wie stellt sich die wirtschaftliche Situation von Rademacher im Augenblick dar?
Gerhard Hofmann: Wir sind immer noch in der Restrukturierungsphase; aber wir sind auf einem sehr guten Weg, und wir sind bereits jetzt ein profitables Unternehmen, das aber neu positioniert werden musste.

Welche Weichen mussten dazu gestellt werden?
Gerhard Hofmann: Nun, wir haben sieben neue Mitglieder der Geschäftsleitung gewinnen können und sind, wenn ich das einmal so formulieren darf, mit dem Staubtuch durch das Unternehmen gegangen, um es neu positionieren zu können. So haben wir das CI-/CD-Konzept neu gestaltet und präsentieren Rademacher ab sofort mit einem frischen Auftritt. Wir haben das Marketing, aber vor allem den Vertrieb auf neue Beine gestellt.

Beschreiben Sie uns doch einmal das aktuelle Produktportfolio
Gerhard Hofmann: Gern, auch hier haben wir uns neu aufgestellt. Hatten wir in der Vergangenheit nur Teilportfolien, haben wir die Produktbereiche jetzt abgerundet und komplettiert. Wir hatten zum Beispiel im Rademacher-Portfolio nur einen Typ Rohrmotor; seit Herbst letzten Jahres verfügen wir über ein komplettes Portfolio von Rohrmotoren.
Zurzeit können wir Motoren für Rollläden aller Spezifikationen anbieten. Wir arbeiten aber auch daran, für Markisen die entsprechenden Lösungen anzubieten, was auch für den inneren Sonnenschutz gilt.

Ihr Kernmarkt ist aber doch der Gurtwickler?
Gerhard Hofmann: Ja, ganz sicher. Damit ist das Unternehmen groß geworden. Der Rollo-Tron wird heute in zahlreichen Varianten angeboten. Rademacher versteht sich als Elektronikspezialist, aus diesem Core-Business ist das Unternehmen gewachsen. Rademacher hat Leiterplatten entwickelt und bestückt. Um diese Elektronik herum ist ein Nutzungsgebiet entstanden. So auch bei Steuerungen. Hier haben wir zwei verschiedene Steuerungssysteme entwickelt: für nicht verdrahtete Systeme, also für Funksteuerung das Fernotron und das Duofern-System, ein ein- und ein bidirektionales System. Das zeigt, dass wir uns auch als kleiner Anbieter in der Spitze positionieren können. Zu Komplettierung des Portfolios haben wir übrigens auch die Garagentorantriebspalette umfassend komplettiert.

Wie ist das vergangene Geschäftsjahr verlaufen und welche Perspektiven gibt es vor dem aktuellen wirtschaftlichen Hintergrund für das Jahr 2009?
Gerhard Hofmann: Im letzten Jahr hatten wir für den Fachhandelsbereich eine Umsatzstabilisierung bzw. -steigerung. Wir haben ein reduziertes Geschäft im DIY-Bereich. Insgesamt sind wir sehr zufrieden. Wie dieses Jahr verlaufen wird, gehört in den Bereich der Spekulation. Noch haben wir hier auf jeden Fall kein schlüssiges Bild.

Nehmen wir einmal an, dass sich der Negativtrend fortsetzt und die Wirtschaft weiter einbricht, gibt es einen Notplan?
Gerhard Hofmann: Sicher, den hat auch jeder unserer Wettbewerber in der Schublade. In einem solchen Fall müssen wir schauen, wie wir die Kapazitäten rasch anpassen können.

Wie viele Beschäftige hat Rademacher zurzeit?
Gerhard Hofmann: An den Standorten Rhede und Dresden sind im Augenblick rund 160 Mitarbeiter tätig.

Welches sind Ihre Hauptvertriebskanäle?
Gerhard Hofmann: Der Prämiumvertriebskanal von Rademacher ist der Elektrogroßhandel. Danach folgen der Rollladenfachhandel, der Baufachhandel und der Export.

Wie heißen die Hauptexportmärkte?
Gerhard Hofmann: Wir exportieren in elf Länder. Unser stärkster Auslandsmarkt ist Belgien.

Welche Rolle spielt Bustechnik?
Gerhard Hofmann: Wir haben sie fest im Fokus und beschäftigen uns intensiv mit entsprechenden Lösungen. Unsere Intention ist es, hochwertige Technik mit einem klaren Zusatznutzen und -wert zu schaffen. Dazu zählt natürlich auch die Bustechnik.

Wird Ihre Technik eher im Objektbau oder in Privathäusern eingesetzt?
Gerhard Hofmann: Wir sind bevorzugt im privaten, individuellen Hausbau vertreten. Das Objektgeschäft stand für uns bislang nicht im Fokus. Sie müssen dabei immer beachten, dass wir uns mit Rademacher auf
einem Entwicklungsweg befinden, auf dem wir uns sehr erfolgreich nach vorn bewegen. Wichtig ist es aber jetzt, alles Schritt für Schritt abzuarbeiten, denn wir möchten das Unternehmen langfristig erfolgreich auf dem Markt positionieren.

Welche Unterstützung bieten Sie dem Elektrohandwerk?
Gerhard Hofmann: Selbstverständlich schulen wir das Elektrohandwerk ganz gezielt. Ich möchte jedoch an dieser Stelle betonen, dass unsere Technik von jedem versierten Elektrohandwerker problemlos zu handhaben ist. Da reichen bereits wenige Stunden gezielter Schulung, und der Handwerker ist fit.

Marken spielen auch im Elektrohandwerk eine immer größere Rolle. Wie sehen Sie Rademacher als Marke?
Gerhard Hofmann: Die Marke spielt für uns eine große Rolle; nicht zuletzt deshalb haben wir das Logo modernisiert und den gesamten CI-/CD-Auftritt, wie bereits erwähnt, erheblich gestrafft. Damit möchten wir einerseits einen hohen Wiedererkennungswert erreichen und andererseits natürlich auch die Marke insgesamt stärker fokussieren.

Wie wird Rademacher heute von Ihren Kunden wahrgenommen?
Gerhard Hofmann: Rademacher hat bei unseren Kunden– dass habe ich in der kurzen Zeit, in der ich das Unternehmen leite – gespürt, einen positiven Klang in der Branche. Aufgrund der historischen Entwicklung gab es aber auch das eine oder andere Fragezeichen. Daran arbeiten wir. Qualität, hochwertige Lösungen und Verlässlichkeit beim Kundenservice versprechen wir unseren Partnern. Das möchten wir immer wieder bestätigen und weiter ausbauen.

Herr Hofmann, wir bedanken uns für das Gespräch mit Ihnen.


Das Unternehmen
Die Rademacher Geräte-Elektronik GmbH & Co. KG in Rhede/Westfalen wurde 1967 gegründet und befindet sich seit 2007 in mehrheitlichem Besitz der Nord Holding. Seit 1975 entwickelte sich die Firma zu einem europäischen Anbieter für automatische Rollladenantriebe. Sukzessvie wurde das Produktportfolio erweitert.
www.rademacher.de

Ausgabe:
g+h 02/2009
Unternehmen:
Bilder:
4 Unternehmens-Videos:
  • Rademacher Roll..
  • Rademacher Home..
  • GeoPilot App
  • HomePilot2
2 Unternehmens-Kataloge:

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