12. DEZEMBER 2017

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Sicherheit geben


Technik

Gira. Das Rufsystem 834 ermöglicht Hilferufe in Krankenhäusern, Arztpraxen, Pflegeheimen oder öffentlichen WCs. Dem Elektrofachhandwerk erschließt sich mit diesem seit Januar 2009 lieferbaren Produkt ein zukunftsträchtiges und sehr lukratives Geschäftsfeld.

Das optisch-akustische System, mit dessen Hilfe Personen zum Ort der Rufauslösung gerufen, Personen oder Personengruppen gesucht und Informationen weitergegeben werden können, erfüllt alle sicherheitstechnischen und funktionellen Anforderungen gemäß DIN VDE 0834.
Das Besondere bei diesem Rufsystem: Mit ihm überträgt Gira den Systemgedanken der Elektroinstallation in einen neuen Anwendungsbereich. Denn die verschiedenen Funktionen sind modular aufgebaut und lassen sich mit den Rahmen der Gira Schalterprogramme Standard 55, E2, Event, Esprit sowie – über Zwischenrahmen – auch mit E22 und dem Gira-Flächenschalter kombinieren. Alle Einsätze des Rufsystems können in den handelsüblichen 58er Unterputzdosen installiert werden.
Damit passt das System nicht nur zur Gira-Schalterwelt, sondern in Kranken- und Pflegebereichen lässt sich nun die gesamte Elektroinstallation durchgängig in ein und demselben Design realisieren. Das System überzeugt durch hohe Funktions- und Ausfallsicherheit und verfügt über Schnittstellen zu Altanlagen und Fremdsystemen, etwa PSA- oder DECT-Systemen oder GSM-Handys.

Die eingesetzte LED-Technik garantiert eine hohe Wirtschaftlichkeit und einen geringen Energieverbrauch. Weil das Gira Rufsystem 834 dezentral, modular und flexibel aufgebaut ist, eignet es sich für Kleinstanlagen mit wenigen Räumen ebenso wie für große Einrichtungen mit verschiedenen Wohneinheiten oder Pflegestationen. Je nach Größe der zu installierenden Anlage kann eine übergeordnete Steuerzentrale eingesetzt werden. Sie übernimmt die Überwachungsfunktion des Gesamtsystems und steuert die Kommunikation zwischen den Gruppenzentralen, wovon maximal 26 möglich sind. Die Steuerzentrale dient als zentraler Verteiler zwischen den verschiedenen Zimmern und Behandlungsräumen -einer Praxis oder eines Krankenhauses.

Die Steuerzentrale besteht aus einem Linux-Rechner, der an der USV angeschlossen ist, um sicherzustellen, dass bei einem Ausfall der Versorgungsspannung nicht das ganze System funktionsuntüchtig wird. Ausgestattet ist sie mit modernster Prozessortechnologie, vernetzt, konfiguriert und bedient wird sie mittels gängiger Browserstandards und einer einfachen LAN-Anbindung an die einzelnen Stationsrechner. Eine kompakte Station oder eine kleine Arztpraxis kommen hingegen ohne eine Steuerzentrale aus.
Die Ebene unterhalb der Steuerzentrale bilden die Gruppenzentralen, die ebenfalls an die USV angeschlossen sind. Jede Gruppenzentrale fungiert als zentrale Steuereinheit für eine Station und steuert die Rufsignale in den einzelnen Zimmern. Dazu kommuniziert sie mit allen Geräten innerhalb der Patienten- und Dienstzimmer – mit den Zimmerterminals, den Zimmermodulen, den Dienstzimmerterminals und den Flurdisplays.
In einer komplexen Großanlage ist das Patientenzimmer die kleinste unabhängige Einheit. Hier fungieren Zimmerterminals als die zentralen Steuer- und Bedieneinheiten und sind mit entsprechenden Bedienelementen zur Rufauslösung und Anwesenheitsmarkierung ausgestattet. Selbstverständlich sind die Zimmerterminals den Bedürfnissen älterer und pflegebedürftiger Menschen angepasst: Große Bedientasten markieren die Anwesenheit von Pflegepersonal und Arzt und dienen zur Ruf- beziehungsweise Notrufauslösung.

Die wichtigsten Informationen zeigt ein zwei-mal-acht-stelliges Punktmatrix-Display mit Hintergrundbeleuchtung an. An das Zimmerterminal angeschlossen sind auch die übrigen Einheiten im Patientenzimmer, etwa der Ruftaster am Bett oder in der Nähe des WCs sowie die Zimmersignalleuchten im Flur. Als kleine Alternative zum Zimmerterminal kann auch ein Zimmermodul an der Tür installiert werden, es verfügt über einen Ruf- und Anwesenheitstaster, übernimmt ansonsten aber die gleichen Überwachungsfunktionen wie das Zimmerterminal. Ruftaster können an jeder beliebigen Stelle im Patientenzimmer installiert werden, sie dienen zur Rufauslösung im Ereignisfall und sind sternförmig mit einem Zimmerterminal verdrahtet.
Daneben kommen Ruf- und Abstelltaster mit Nebensteckkontakten zum Einsatz – letztere dienen zum Anschluss von Handgeräten (Birn- und Mehrfachtaster), über die direkt ein Ruf beziehungsweise Notruf ausgelöst, aber auch das Licht geschaltet werden kann.
Diese Handgeräte sind mit einem drei Meter langen Anschlusskabel ausgestattet. Alternativ können auch Rufe über ein Funk-Modul abgesetzt werden. Dienstzimmerterminals sind die zentralen Steuer- und Bedieneinheiten für die Dienstzimmer eines Arzt- oder Klinikbetriebs. Hier laufen die Informationen aus den verschiedenen Patientenzimmern und Behandlungsräumen zusammen.

Neben den Funktionen des Zimmerterminals können mit den Dienstzimmerterminals auch Zusatzfunktionen abgerufen und Gruppen zusammen geschaltet werden. Sie sind gemeinsam mit den Zimmerterminals beziehungsweise den Zimmermodulen via Bus mit der Gruppenzentrale verbunden. Auf dem Flur sind Zimmersignalleuchten oberhalb der Zimmertüren angebracht. Sie dienen der Informationsanzeige in Form von Displays, wobei die unterschiedlichen Farben verschiedene Botschaften kommunizieren: Rot und Grün markieren den Notruf, Rot und Weiß den WC-Ruf. Die grüne Anzeige signalisiert außerdem die Anwesenheit einer Pflegeperson im Patientenzimmer, die gelbe die Anwesenheit einer weiteren Pflegekraft. Angeschlossen werden die Signalleuchten an ein beliebiges Zimmer- beziehungsweise Dienstzimmerterminal oder an ein Zimmermodul mit Ruf- und Anwesenheitstaster.

Der Zugtaster und der pneumatische Ruftaster dienen zur Ruf- oder Notrufauslösung in WCs und Nasszellen. Sie sind mit einer 2,5 Meter langen Zugschnur beziehungsweise einem 2,3 Meter langen Kunststoffschlauch und mit einer Beruhigungslampe ausgestattet. Neben der Tür wird ein Abstelltaster installiert, der vom Pflegepersonal bedient werden muss, um den Ruf zu deaktivieren. Der Zugtaster muss so angebracht sein, dass ihn ein hilfsbedürftiger Mensch von der Toilette aus gut erreichen kann.
Der Taster sollte auch vom Waschbecken aus erreichbar sein. Ein durch den Zugtaster ausgelöster Notruf wird auf dem Flur vor dem WC über die aktive Zimmersignalleuchte optisch und akustisch signalisiert.

Bei der Versorgung pflegebedürftiger Menschen wird die häusliche Pflege künftig enorm an Bedeutung gewinnen. Mit dem Rufsystem 834 erschließt Gira dem Elektromeister also einen lukrativen Markt. Im privaten Bad kommt der Zugtaster aus dem Gira Notrufset zum Einsatz. Er muss so angebracht werden, dass er von einer Person aktiviert werden kann, die sich am Waschbecken, auf der Toilette, in der Dusche oder in der Badewanne befindet oder die hilfsbedürftig am Boden liegt. Der ausgelöste Ruf wird auf dem Flur vor dem Bad optisch signalisiert. Zusätzlich lässt er sich über ein Telefonwählgerät auf die Telefonanlage schalten. So kann der Alarm an eine Vertrauensperson oder an eine ambulante Krankenpflege erfolgen. Neben der Tür im Bad ist zudem der Abstelltaster installiert, mit dem sich der Ruf deaktivieren lässt, wenn Hilfe eingetroffen ist. Neben dem Bett im Schlaf- oder Wohnraum kann ein Ruftaster mit Nebensteckkontakt installiert werden. Über den Ruftaster lässt sich ein Ruf vom Bett aus auslösen. Am Nebensteckkontakt besteht außerdem die Möglichkeit, ein Funkset anzuschließen.
Trägt die hilfsbedürftige Person den dazugehörigen mobilen Sender bei sich, ist eine Rufauslösung natürlich von jedem Ort in der Wohnung oder im Haus aus möglich.

Die Vorschrift VDE 0834, die das Gira Rufsystem 834 erfüllt, besagt allerdings auch, dass der Installateur einen Schulungsnachweis des Systemherstellers vorweisen muss – zumindest immer dann, wenn es sich um größere Anlagen handelt. Über das Web Based Training von Gira kann diese Schulung absolviert werden, ohne dass ein Besuch in Radevormwald notwendig wird. Am Ende des interaktiven Lehrgangs erfolgt eine Prüfung, nach deren Abschluss jeder Elektrofachmann in der Lage ist, das Rufsystem fachgerecht zu installieren. Jeder erfolgreiche Teilnehmer erhält ein Abschlusszertifikat – das ist der Schulungsnachweis gemäß Vorschrift VDE 0834.
Gerade hat Gira die Schulungseinheit zum Rufsystem 834 überarbeitet und erweitert, unter anderem mit Beispielen zum Aufbau und zur Verdrahtung einzelner Komponenten sowie mit vielen Animationen.

Ausführliche Erstinformationen zum Gira Rufsystem 834 gibt die Fibel „Systemgrundlagen“, die sich der Elektromeister aus dem Internet herunterladen, aber natürlich auch in gedruckter Form anfordern kann. „Wir sehen im Rufsystem 834 ein enormes Potenzial für das Elektrofachhandwerk“, so Torben Bayer, Leiter der Gira-Marktkommunikation. Um den Markt vorzubereiten und Bedarf bei den unterschiedlichen Zielgruppen zu wecken, wird Gira diese gezielt ansprechen. „Gemeinsam mit dem Elektrofachhandwerk wollen wir uns vor allem auf die Ansprache von Arztpraxen konzentrieren. Das ist der Kern unserer Vermarktungsaktion zum Rufsystem 834“, erklärt Bayer und fährt fort: „Denn die Sicherheit der Praxis liegt in der Verantwortung des Betreibers. Hier liegt eine Marktchance für den Elektromeister, weil er auf wichtige Normen und Vorschriften verweisen und zudem ein komplettes System anbieten kann – anstelle von Einzellösungen.“

Die Basis der Gira-Vermarktungsaktion bildet ein Produktpaket zur Ausstattung beispielsweise eines behindertengerechten WCs. Mit dem vollständigen Notrufset ist sicher-gestellt, dass ein hilfsbedürftiger Mensch im Bedarfsfall per Zugtaster das Personal alarmieren kann. Das Set besteht aus Rufmodul mit roter LED-Signalleuchte, Zugtaster, Abstelltaster und Netzteil.
Um die Vorteile des Vermarktungspaketes nutzen zu können, muss der Elektromeister ein Notrufset abnehmen und zusätzlich die Zertifizierung zum Spezialisten absolvieren. Im Rahmen der Vermarktungsaktion wird Gira auf vielfache Weise für den Elektromeister aktiv. Als zentrale Maßnahmen werden Anzeigen und Pressetexte in der Ärztezeitung geschaltet, der einzigen Tageszeitung speziell für Mediziner, die über 90.000 Leser erreicht. Im September 2009 wird Gira hier zusätzlich einen Prospekt mit Schwerpunkt zum Rufsystem beilegen und alle teilnehmenden Elektromeister als Lichtrufspezialisten aufführen.

Das Unternehmen richtet außerdem eine eigene Microsite zum Rufsystem 834 ein, auf der die einzelnen Geräte inklusive Installations- und Funktionsbeispiele vorgestellt und alle zertifizierten Elektrofachbetriebe als Rufsystem-Spezialisten gelistet werden. Flankiert werden die zentralen Maßnahmen durch Unterstützung der Elektromeister vor Ort und in der Region. Dazu gehören Sonderkonditionen für Mailings an regionale Arztpraxen mit einem individualisierten Anschreiben sowie umfangreiche Werbemittel, wie zum Beispiel Prospekte, Broschüren und Hinweise zu einem optimalen Beratungsgespräch in Arztpraxen. Der Elektromeister kann sich mit dieser Unterstützung seinen Kunden als kompetenten Berater empfehlen.




Gira Rufsystem 834
Einsatzgebiete
Ausgelegt für den Betrieb in Krankenhäusern, Pflegeheimen und Pflegeorganisationen, Arztpraxen oder öffentlichen WCs kann das Rufsystem aber auch im privaten Wohnbereich eingesetzt werden.
Infolge der Überalterung der Gesellschaft werden Alten- und Pflegeheime künftig nicht mehr ausreichen, um die Versorgung pflegebedürftiger Menschen sicherzustellen. Die häusliche Pflege wird deshalb stark an Bedeutung gewinnen.
So macht es Sinn, bei der altersgerechten Renovierung der eigenen und vertrauten Wohnung auch über die Installation des Gira Rufsystems 834 nachzudenken.

Ausgabe:
g+h 03/2009
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