18. JANUAR 2018

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Alles Hand in Hand


Talk

Ludwig Elektro- & Netzwerktechnik. Unter den Bewerbern um den g+h Innovationspreis 2008 konnte sich das Unternehmen durchsetzen. g+h besuchte den Betrieb im fränkischen Burgebrach und sprach mit dem Inhaber Peter Ludwig.

g+h: Herr Ludwig, hatten Sie schon immer die Absicht, sich selbstständig zu machen?
Peter Ludwig: Eigentlich nicht. Mein damaliger Arbeitgeber hatte die Elektroinstallation aufgegeben und so hat für mich der Weg in die Selbstständigkeit begonnen. Das habe ich bis heute nicht bereut. Hinzu kommt, dass meine beiden Söhne, Markus und Thomas, aktiv im Unternehmen tätig sind und somit der Bestand unseres Unternehmens auch langfristig gesichert ist. Die Zusammenarbeit mit beiden bereitet mir viel Freude, und aus unseren Gesprächsrunden entwickeln sich immer wieder neue Ideen, wie wir unser Geschäft noch erfolgreicher führen können. Alles läuft Hand in Hand.

Die Zeit war damals nicht gerade günstig für eine Unternehmensgründung; die Inflationsrate war hoch, auf Spareinlagen gab es bis zu 10 Prozent Zinsen. Sie haben sich trotzdem selbstständig gemacht?
Ja, einerseits dachte ich mir, dass Elektroinstallation immer ein attraktives Aufgabenfeld sein würde, andererseits gab es im Ort noch zwei Unternehmen, die Waschmaschinen und Melkmaschinen verkauften, ohne einen Service für die Geräte zu bieten. Das habe ich als Marktlücke erkannt und ab sofort die Wartung und Reparatur angeboten. Das war ein Erfolgsrezept, auch wenn ich anfänglich oft bis in die Nacht am Arbeitsplatz gesessen habe.

In welchem Jahr reifte der Entschluss für den aktuellen Unternehmensauftritt?
Diesen Entschluss fassten wir in den Neunzigerjahren. Jetzt sind wir hier mittlerweile seit 17 Jahren platziert und bieten Elektroinstallation, IT-Technik, Antennenbau, Sichherheitstechnik – wir haben die VdS-Zulassung und sind ISO-zerzifiziert. Außerdem bieten wir unseren Kunden Weiße und Braune Ware, den Service für diese Geräte, und, das hätte ich fast vergessen, wir sind auch erfolgreich auf dem Feld des äußeren und inneren Blitzschutzes aktiv. Mit Dehn & Söhne haben wir ja hier in der Nähe auch einen sehr kompetenten Hersteller. Wir sind also sehr breit aufgestellt, was uns in Krisenzeiten immer geholfen hat.

Für einen Elektrofachbetrieb ist eine derart breite Aufstellung selten, wie kam es dazu, in so vielen Bereichen tätig zu werden?
Ich war von Anfang an der Überzeugung, dass der Kunde es mit möglichst wenigen Ansprechpartnern zu tun haben möchte. Je breiter also das Angebot aus einer Hand, desto besser für den Kunden und natürlich auch für uns. Durch die Übernahme so vieler Aufgaben hat der Kunde im Falle von Störungen wiederum nur einen Ansprechpartner, und wir können als ausführender Betrieb im Kundengespräch gleich auf mehreren Ebenen ansetzen. Eine solche breite Aufstellung, um Ihre Frage abschließend zu beantworten, hat also für beide Seiten große Vorteile.
Nehmen Sie nur den Bereich des Blitzschutzes. So ist hier die Erdung heute das A & O, der äußere und der innere Blitzschutz müssen exakt aufeinander abgestimmt werden. Kommt hier alles von einem Unternehmen, dann hat der Kunde eine höhere Sicherheit. Denken Sie nur an sensible EDV-Technik, die umfassend geschützt werden muss.

Mit ihrem Ladengeschäft treten Sie unweigerlich mit der Großfläche in Wettbewerb, ist das nicht manchmal ein Problem?
Sicherlich, einerseits stört es uns, wenn Elektroinstallationsmaterial der klassischen Unternehmen in Baumärkten verkauft wird, anderseits sind wir natürlich auch mitten im Preiskrieg, wenn es um Fernsehgeräte oder Waschmaschinen geht. Da wir als Euronics-Mitglied Partner einer sehr starken Einkaufsgemeinschaft sind, haben wir aber nach wie vor beste Chancen uns zu behaupten.
Über die angesprochenen Probleme, die für mich keine Probleme, sondern lösbare Aufgaben sind, möchte ich nicht jammern. Sonst müsste ich resignieren und aufgeben. Das will ich nicht und dazu besteht auch keinerlei Veranlassung, denn wir sind mit unserem Angebot und Service bestens aufgestellt und nehmen es hier mit der Großfläche locker auf. Als Unternehmer muss man Herausforderungen annehmen und schauen, wo man besser ist oder besser werden muss. Das ist ein kontinuierlicher Prozess, in den wir auch unsere Mitarbeiter aktiv einbinden.

Wenn Sie den Installationsbereich betrachten, aus welchem Geschäftszweig kommen Ihre Kunden hauptsächlich?
Hier liegt klar das Objektgeschäft vorn. Das resultiert auch daraus, dass wir uns auf einem technisch sehr hohen Niveau positioniert haben. Im privaten Wohnungsbau konzentrieren wir uns deshalb auf den gehobenen Wohnungstandard. Generell ist der private Wohnungsbau aber für uns nicht im Fokus.

In welchen Betätigungsfeldern sehen Sie für Ihr Unternehmen die größten Wachstumspotenziale schlummern?
Das ist ganz klar der Service-Bereich. Angesichts der Tatsache, dass heute fast überall nur noch zentrale, vom Ort des Problems meist weit entfernt liegende Servicezentren zu finden sind, sehen wir für uns hier vor Ort ein großes Wachstumspotenzial. Der Kunde möchte bei einem Defekt oder einer technischen Frage nicht wochenlang auf die Reparatur eines Gerätes warten, und er möchte seine Fragen sofort und kompetent beantwortet haben. Das können die meisten Hotlines, bei denen man lange in der Warteschleife hängt, nicht leisten – aber wir.

Sie beschäftigen sich auch mit Bustechnik?
Ja, selbstverständlich. Wir favorisieren ganz klar KNX, weil es aus unserer Sicht eine ausgereifte Technik ist, die weiter an Bedeutung gewinnen wird; wir können aber auch Lon.

Sie haben Ihre Söhne sehr früh in das Unternehmen geholt, wie sind die Kompetenzen im Betrieb verteilt?
Mein Sohn Markus ist für den Einkauf und die Logistik zuständig, und Thomas zeichnet für die Technik und die Baustellen verantwortlich. Beide Söhne sind auch an der Firma beteiligt.

Diskutieren Sie Probleme auch in der „großen Runde“ mit anderen Mitarbeitern?
Selbstverständlich führen wir Besprechungen mit den Führungskräften durch. Das ist ganz wichtig, damit alle auf dem gleichen Wissensstand sind und an einem Strang ziehen.

Welche Marketingstrategien verfolgen Sie?
Zusammen mit 50 Unternehmen betreiben wir aktiv eine Werbegemeinschaft, wir sind Gira Aktiv Partner und natürlich auch über Euronics werblich aktiv. Darüber hinaus werben wir im lokalen Rundfunk bei Radio Bamberg, in der hiesigen Presse und auf unserer Homepage sowie der eigenen Hausmesse, auf der wir unser Leistungsspektrum präsentieren. Und wir treten als Sponsor für einige Sportvereine auf. Die Verbundenheit zur Region ist für uns hierbei sehr wichtig.

Wir weit reicht Ihr Einzugsgebiet?
Wir sind überwiegend hier in der Region tätig, aber auch in Fürth, Erlangen und Nürnberg.

Spüren Sie bereits die Auswirkungen der aktuellen Wirtschaftskrise?
Wir spüren sie zurzeit noch nicht, da wir immer noch Überhänge haben. Außerdem investieren zurzeit viele Bauherrn aus Angst, dass ihr Geld entwertet werden könnte. Die Zeit wird aber sicherlich nicht einfacher und deshalb sind wir froh, so breit aufgestellt zu sein. Was im Augenblick recht gut läuft, sind die Ausschreibungen der öffentlichen Hand. Hier wird in die Sanierung von Schulen und Kindergärten investiert. Das freut uns.

Sie sind g+h Innovationspreisträger. Was hat Ihnen diese Auszeichnung gebracht?
Wir haben sehr viel Zuspruch von außen bekommen. Selbst der Bürgermeister hat mir gegenüber während der Gemeinderatssitzung seine Freude darüber zum Ausdruck gebracht, dass ein Unternehmen seiner Gemeinde mit einem Innovationspreis ausgezeichnet wurde. Die uns überlassenen Marketinginstrumente setzen wir aktiv ein, davon können Sie sich ja schon beim Betreten unseres Geschäfts problemlos überzeugen.

Werden Sie an der Ausschreibung es g+h Innovationspreises 2010 wieder teilnehmen?
Ja.

Meine Herren, wir bedanken uns für das Gespräch mit Ihnen.


Firmengeschichte

Gegründet wurde das Unternehmen von Peter Ludwig 1981 als Ein-Mann-Betrieb. Schon bald kam der erste Geselle hinzu.

Kontinuierlich wuchs der Betrieb auf heute 70 Mitarbeiter. Das rasche Wachstum führte zur Erweiterung der Räumlichkeiten. Heute ist der moderne Gebäudekomplex schon von Weitem sichtbar.

Ein repräsentatives Ladengeschäft, ein großes Lager für Installationsmaterial und die Service-Werkstätten befinden sich alle unter einem Dach.

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