12. DEZEMBER 2017

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Smart Metering


Hager. Smart Metering mit dem eHZ verspricht recht vielfältige Umsatzchancen für das Elektrohandwerk; eine Tatsache, die in so manchem Fachbetrieb in ihrem Gesamtumfang bislang immer noch lediglich verhalten wahrgenommen wird.

Die Diskussionen um mehr Energieeffizienz reißen angesichts der sich abzeichnenden globalen Klimaveränderungen nicht ab. In nahezu allen Bereichen des alltäglichen Lebens wird heute nach Lösungen gesucht. Dreh- und Angelpunkt der Diskussion ist immer der Verbraucher, denn er ist die entscheidende Instanz, wenn es um Energieeinsparungen geht. Dafür benötigt er allerdings auch technische Hilfen. Um ihm den wirtschaftlichen Umgang mit Energie zu erleichtern, fordert der Gesetzgeber ab 2010 den Einsatz intelligenter Stromzähler.
Mit seiner Visualisierung „Energie-Cockpit“ bietet Hager eine einfache Lösung auf Basis des elektronischen Haushaltszählers (eHZ), die ein hohes Maß an Verbrauchstransparenz ermöglicht. Den Weg für die flächendeckende Einführung des sogenannten Smart Meterings hat die Politik bereits geebnet.

Ab dem 1. Januar 2010 schreibt der Gesetzgeber vor, dass bei Neubauten und bei umfassenden Renovierungen intelligente Stromzähler zu installieren sind. Zudem kann der Verbraucher darauf bestehen, halbjährliche, vierteljährliche oder gar monatliche Ablesungen und Abrechnungen zur Erhöhung der Verbrauchstransparenz vertraglich zu vereinbaren. Um die kommenden gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen, setzen immer mehr große Versorgungsnetzbetreiber sowie Stadtwerke als Basis der Messtechnik die kompakten elektronischen Haushaltszähler eHZ mit der innovativen und sicheren Steckkontaktierung ein – bei Neuanlagen ist der eHZ mittlerweile von mehr als 40 Prozent der Energieversorger zugelassen. Das standardisierte und voll modular aufgebaute Konzept des eHZ wird dabei von namhaften Energieversorgern favorisiert und ist deshalb von Seiten der Hersteller technisch bereits entsprechend weit vorangetrieben worden.

Als Erster setzte RWE die Technik bereits ab September 2007 ein. Mittlerweile sind viele weitere Unternehmen gefolgt. Auch beim Thema Smart Metering schreitet die eHZTechnik weiter voran: In der zweiten Ausbaustufe des RWE-Leuchtturmprojekts „Mülheim zählt“ wird in den kommenden Monaten konsequent der eHZ eingesetzt. Neben dem eHZ als Datendrehscheibe kommt dabei erstmals in breitem Einsatz auch der MUC-Controller für die Datenbereitstellung und die Fernkommunikation zur Anwendung. Die Abkürzung „MUC“ steht für „Multi utility communication“ und meint die spartenübergreifende Erfassung, Verarbeitung und Kommunikation von Verbrauchswerten. Denn MUC-Controller sind neben dem Anschluss von eHZ grundlegend auch für die Anbindung von Gas-, Wasser- oder Wärmezählern ausgelegt.

Weiterhin wird ab Januar 2010 auch EnBW als zweiter der vier großen deutschen Energieversorger in neuen Zähleranlagen ausschließlich auf die eHZ-Technik setzen. Die flächen-deckende Verbreitung dieser intelligenten Zählertechnik ist in Deutschland daher nach Ansicht zahlreicher Experten nur noch eine Frage der Zeit. Für den Elektrotechniker bedeutet dies, dass er sich schnellstmöglich mit dieser Technik vertraut machen sollte – zum eigenen Vorteil und natürlich zum Vorteil seiner Kunden, denn die können mit der modernen Zählertechnik auf Sparkurs gehen.
Das eHZ-System ist nicht nur eine ausgesprochen flexibel einsetzbare Technologie – es bietet dem Elektrotechniker durch seine standardisierten Kommunikationsschnittstellen für Energiedaten auch die einmalige Chance, am lukrativen Markt des zukunftsträchtigen Smart Meterings teilzuhaben.
MUC-Controller stellen innerhalb der eHZSmart- Metering-Technik Messwerte und Zählerstände bereit. Dazu verfügen sie neben der WAN-Schnittstelle des Netzbetreibers (GPRS, PLC oder zukünftig DSL) serienmäßig auch über eine Ethernet-Kundenschnittstelle auf der Frontseite. Über diese Standardschnittstelle können die MUC-Controller alle Verbrauchsdaten über ein Heimnetzwerk verfügbar machen. Somit lässt sich über Smart Metering auf Basis des eHZ ein weiteres zusätzliches Geschäftsfeld mit der entsprechenden Systemtechnik erschließen:

Die Errichtung einer strukturierten Verkabelung nach DIN EN 50173-4. Diese macht private Wohnhäuser zukunftssicher für alle informationstechnischen Anforderungen, zu denen auch das Smart Metering auf Basis des eHZ zählt. Unabdingbar für die gesetzlich geforderte Verbrauchstransparenz ist eine entsprechende Sensibilisierung des Endkunden für seinen Energieverbrauch. Es hat sich gezeigt, dass dazu eine einfache Darstellung der Verbrauchsdaten geeignet ist, die in kurzen zeitlichen Abständen immer wieder aktualisiert wird. Als zweites Element empfiehlt sich die übersichtliche Darstellung in Form von Kurven und konkreten Vergleichswerten in Prozent. Diese Anforderungen erfüllt eine hausinterne Installation und Datenbereitstellung in idealer Weise. Die bisherigen Erfahrungen beispielsweise aus Feldversuchen und Pilotprojekten mit dem elektronischen Haushaltszähler (eHZ) zeigen, dass bis zu zehn Prozent der Verbraucher von dieser technischen Möglichkeit Gebrauch machen werden – legt man die Zahl des Statistischen Bundesamtes von rund 40 Millionen Haushalten in Deutschland zugrunde, ergibt sich daraus ein beträchtlicher Markt. Als besonders einfache Variante einer solchen hausinternen Verbrauchsdatenanzeige hat Hager eine Plug & Play-Lösung entwickelt, die der Elektrotechniker seinen Kunden problemlos anbieten und installieren kann. Das Funktionsprinzip ist denkbar einfach, da sich das Visualisierungssystem zum Einbau in eHZZählerplätze aus nur zwei Komponenten zusammensetzt: einem kleinen Funksender und einer Anzeigeeinheit in Form eines digitalen Bilderrahmens.

Der Sender wird lediglich an die frontseitige, standardisierte Kunden-Schnittstelle eines beliebigen eHZ nach FNN-Lastenheft angeschlossen und übermittelt von dort die Verbrauchswerte per KNX-Funk an den digitalen Bilderrahmen. Dieser ist dazu mit einem Funkempfangsteil ausgestattet sowie mit einer Software zur Aufbereitung der Verbrauchsdaten in einem sogenannten Energie Cockpit. Damit hat Hager eine funktionale Lösung entwickelt, die auf dem modularen und standardisierten Konzept des elektronischen Haushaltszählers basiert. Dank Funktechnik mit einer Reichweite von rund 25 Metern in Gebäuden ist dieses System darauf abgestimmt, in den entscheidenden Installationsumgebungen von Ein- und Zweifamilienhäusern eingesetzt zu werden – genau diese Klientel stellt typischerweise die Gruppe der Personen dar, die explizit an einer technischen Lösung zur grafischen Darstellung ihres Verbrauchsverhaltens interessiert sind.
Das Energie-Cockpit bietet eine Vielzahl verschiedener Anzeige-Modi, die dem Verbraucher entsprechend den gesetzlichen Anforderungen diese Transparenz bieten, um sein Verbrauchsverhalten im Detail nachzuvollziehen. So zeigt das Energie-Cockpit nicht nur die Momentanleistung aufgeteilt nach Tarifen an, sondern auch Verbräuche und Lieferung – beispielsweise von Photovoltaikanlagen – in kWh und Euro, die Durchschnittsleistungen der letzten 15 Minuten sowie Tages-/Monats- und Jahresverbräuche mit Vergleichs- und Tariffunktion. Hervorzuheben ist der Dynamic Mode, der über einen Zeitraum von einigen Minuten Feindaten im Abstand von wenigen Sekunden aufzeichnet und damit sogar den Verbrauchseinfluss von Einzelgeräten aufzeigen kann. Diese Art der hausinternen Aufbereitung und Darstellung der Daten beim Kunden bietet entscheidende Vorteile: Alle Daten stehen hierbei in Echtzeit zur Verfügung, sodass es dem Verbraucher leicht gemacht wird, mehr Sensibilität für seinen Umgang mit elektrischer Energie zu entwickeln.
Mit dem eHZ-Energie-Cockpit lässt sich jedoch nicht nur der Verbrauch elektrischer Energie in einfacher Form transparent machen. Das System ist auch dafür ausgelegt, erzeugte Energie – beispielsweise die Produktion der hauseigenen Photovoltaikanlage – zu analysieren und darzustellen. Es macht auf einen Blick erkennbar, welcher Euro-Betrag am Tag durch Stromerzeugung erwirtschaftet wurde oder wie sich die Erzeugungsleistung über den Tag verändert. Aber auch Ausfälle der Photovoltaik-Generatoren lassen sich leicht erkennen. Damit bietet diese Form der Visualisierung dem Elektrotechniker mehrere hervorragende Ansatzpunkte für seinen Einstieg in den Smart-Metering-Markt – schließlich kann er seinen Kunden mit geringem Aufwand und zu geringen Kosten einen praktischen Mehrwert verkaufen.

Zudem überzeugt das System durch seine technische Einfachheit sowohl hinsichtlich der Installation als auch hinsichtlich der Bedienung. Dank vorkonfigurierter Komponenten kann der Elektrotechniker dieses System ohne jede Vorkenntnisse schnell und sicher montieren sowie in Betrieb nehmen.
Daraus ergeben sich letztendlich interessante Chancen. Denn der Elektrotechniker kann als Fachmann nicht nur umfassend und kompetent über Energiesparmöglichkeiten und Energieerzeugung beispielsweise mithilfe der Photovoltaik beraten, sondern als Installateur weiß er ganz genau, in welchen Häusern neue eHZ-Zählerplätze montiert werden – und damit weiß er auch, wo sich mit zusätzlichen Angeboten für mehr Energiedatentransparenz und intelligente Energienutzung lukrative Zusatzgeschäfte erschließen lassen. Dabei kann er auf die eHZ-Systemtechnik von Hager zurückgreifen, die umfassend auf dieses Aufgabengebiet abgestimmt wurde. Deshalb haben wir sie an dieser Stelle noch einmal komprimiert zusammengefasst.
Die Zählerplatz- und Zählersystemtechnik nach FNN-Lastenheft für eHZ deckt alle heutigen Messaufgaben im Tarifkundenbereich ab. Das System umfasst für Neuanlagen univers Z Zählerschränke zur Aufnahme des elektronischen Haushaltszählers sowie Adapterlösungen zur Umrüstung bestehender Zählerplätze. Mit einem Komplettprogramm an MID-konformen elektronischen Haushaltszählern der Genauigkeitsklassen A beziehungsweise B für den Tarifkundenbereich ist der Hersteller für alle praxisrelevanten Anforderungen gut gerüstet. Für Standardanwendungen in klassischen Einfamilienhäusern mit einem eHZ-Wirkverbrauchszähler; für Einkunden- Zählerplätze mit Photovoltaikanlage mit seinem eHZ-Wirklieferzähler sowie einem eHZZweirichtungszähler für Einkundenanlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Und auch Doppeltarif-eHZ sind mittlerweile verfügbar. Durch die herstellerübergreifende Standardisierung und die vollständige Modularität der Komponenten lassen sich anstehende Smart- Metering-Aufgaben einfach und effizient je nach Bedarf installieren und ergänzen. Die wichtigsten Bausteine sind dabei die MUCController als „Datendrehscheibe“ des Systems und das eHZ-Energie-Cockpit als Anzeigeeinheit.

Fassen wir alle Aspekte der Technik noch einmal zusammen, so können wir festhalten: Smart Metering mit der eHZ-Systemtechnik bietet dem Elektrohandwerk neue Möglichkeiten im Bereich des zukunftsträchtigen Energie- Managements. Oder anders formuliert: Mit jedem eHZ-Zählerplatz steigt die Chance auf Folgegeschäfte für das Handwerk. Denn nur diese Technik bietet dank Standardisierung der Kommunikationsschnittstellen die geeignete Basis. Führende Unternehmen stellen praxistaugliche Komponenten und Systeme für Smart Metering zur Verfügung als Voraussetzung für mehr Energie-Effizienz. Bisherige Erfahrungen zeigen jedoch: Ohne unterstützende, permanente Beratung des Kunden bleiben die Energiespar-Potenziale weitgehend ungenutzt.
Hier gilt es anzusetzen, um mit entsprechenden Konzepten den eigenen Markt vor Ort zu gestalten. Die Zeiten dafür sind so günstig wie nie zuvor, denn das Thema Energiemanagement und Energieeffizienz in Gebäuden wird uns sicherlich für die nächsten Jahrzehnte noch nachhaltig begleiten, und es wird mit fast hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit auch ein zentrales Thema der Light+Building in Frankfurt sein. Die sich abzeichnende Verknappung der natürlichen Ressourcen wird zu einer kontinuierlichen Steigerung der Preise führen. Darauf muss sich jeder einstellen. Die Sensibilität für das Thema ist beim Kunden bereits vorhanden. Leider kennt er die vielen Möglichkeiten, die ihm das Elektrohandwerk bieten kann, noch immer nicht in einem zufriedenstellenden Ausmaß. Seitens der Hersteller gibt es vielfältige Unterstützung.

www.hager.de

Ausgabe:
g+h 05/2009
Unternehmen:
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6 Unternehmens-Kataloge:

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