11. DEZEMBER 2017

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Aktiv im Markt


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Hausmann & Wynen - Aus der pfiffigen Idee zweier Studenten entstand vor 27 Jahren ein Unternehmen mit heute über 2.700 Kunden im Elektromarkt. g+h sprach mit dem Gründer und Geschäftsführer Reinhard Hausmann über sein Erfolgskonzept.
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Herr Hausmann, wie und unter welchen Umständen wurde Ihr Unternehmen gegründet?

Hartmut Wynen und ich haben kurz vor dem Abitur in einer Computer-AG zusammengearbeitet, das war 1973. Damals hatten Computer noch Zimmergröße. Bereits nach kurzer Zeit hat unser Engagement den schulischen Umfang gesprengt. Unsere Arbeit wurde bei Jugend forscht angemeldet und wir sind mit dem Projekt Bundessieger geworden. Schon damals ging es darum, nicht nur zu programmieren, sondern sich an den Anforderungen der Anwender zu orientieren. Im Physikstudium haben wir dann eine Zeit lang die EDV vergessen. 1983, zum Studienende, haben wir uns wieder an das erinnert, was uns als Schüler fasziniert hatte und unser Unternehmen Hausmann & Wynen gegründet. Sechs Jahren später haben wir den Gesellschafterkreis mit Peter Albrecht erweitert. Ein bis heute erfolgreiches Konzept.

Ging es von Anfang an um Branchensoftware für das Elektrohandwerk?

Begonnen haben wir mit einer Auftragsarbeit für ein Warenwirtschaftssystem. Irgendwann trafen wir dann einen Bekannten von Hartmut Wynen, der Elektroinstallateur war. Er wollte sich einen Computer kaufen und hatte von der Messe zwei Software-Angebote mitgebracht. Zu diesem Zeitpunkt haben wir dann beschlossen, dass unser damals noch virtuelles Produkt das viel bessere war. So wurde der Grundstein für Powerbird gelegt.

Was waren die entscheidenden Entwicklungsschritte in der Unternehmensgeschichte?

Ein wichtiger Schritt war sicher 1997 die Idee, unsere Mitarbeiter indirekt mit in die Firmengeschicke einzubinden. Damals haben wir beschlossen, zusammen mit interessierten Mitarbeitern in einer getrennten GmbH unser eigenes Bürogebäude zu bauen. Heute gehört der Komplex mit 5.500 m² Grund und 2.400 m² Bürofläche mit zu der Altersversorgung dieser Mitarbeiter. Das war ein wichtiger Schritt, um Kontinuität in einem schnell wachsenden Unternehmen zu gewährleisten.

Erzählen Sie mir bitte von Ihrer Unternehmensphilosophie?

Alles selber machen und sich spezialisieren. Wenn wir als Unternehmen von unseren Produkten überzeugt sind, müssen wir im Vertrieb die Interessenten auch selber davon überzeugen können und den Service unbedingt im eigenen Haus behalten. Das ist auf den ersten Blick sicher nicht kostengünstig, aber so haben wir jederzeit die Hand am Puls der Kunden. Und der Erfolg gibt uns recht. Wichtig ist auch, nicht auf allen Hochzeiten zu tanzen. Wir haben uns von Anfang an auf die Elektrobranche beschränkt. Maler, Dachdecker und Maurer haben nun einmal andere Anforderungen. Dafür betreuen wir im Elektromarkt nicht nur das Handwerk, sondern auch die Hersteller und den Großhandel. Das ergibt große Synergien im dreistufigen Vertriebsweg, von denen wir, vor allem aber unsere Kunden, profitieren.

Wie läuft in Ihrem Haus ein Innovationsprozess ab?

Wenn sich Innovationsprozess auf Gedanken und Fortschritt bezieht, dann muss man klar sagen: Das funktioniert nur im Wechselspiel mit den Kunden. Anfangs war jeder Mitarbeiter noch selber in alle Abläufe eingebunden, von Verkauf bis Schulung und Hotline. Mit wachsender Unternehmensgröße ging das nicht mehr und es haben sich Spezialisten in den einzelnen Teilbereichen herausgebildet. Da besteht die Gefahr, dass man kein ganzheitliches Bild mehr vom Kunden hat. Darum haben wir bereits vor zehn Jahren einen Anwenderbeirat mit acht Mitgliedern ins Leben gerufen. Zweimal im Jahr kommen wir für mehrere Tage zusammen und wachen darüber, dass sich die Software Powerbird hautnah an den Anforderungen der Anwender entwickelt.

Wie wird der Beirat ausgewählt und wie bleibt er kritisch?

Die Beiräte sind selbst Inhaber oder in größeren Betrieben zumindest leitende Mitarbeiter. Sie repräsentieren die unterschiedlichen Geschäftsmodelle im Elektrohandwerk. Die Mitglieder bringen für diese Arbeit sehr viel Zeit auf. Nach etwa drei Jahren versuchen wir im rollierenden Verfahren einzelne Beiräte neu zu gewinnen, sodass immer wieder frische Ideen dazukommen und trotzdem Kontinuität gewährleistet wird. Die Ansprache ist darauf ausgerichtet, aktive und engagierte Anwender zu finden, die uns und damit alle Nutzer mit pragmatischen Ansätzen in der Ausgestaltung der Software weiterbringen. Für das technische Gerüst und die Zukunftssicherheit der Softwarebasis garantieren unsere Systemspezialisten.


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Ausgabe:
g+h 01/2010
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