13. DEZEMBER 2017

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Gestern - heute - morgen


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Mennekes - In Zeiten der New Economy überdauern viele Firmen keine 75 Tage. In Jahren erleben eine solche Zahl meist nur gut geführte Familienunternehmen. Dazu zählt zweifellos auch Mennekes, das in diesem Jahr auf ein Dreivierteljahrhundert Geschichte zurückblickt.
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Das Jubiläum war Anlass genug für die g+h-Redaktion, zum Stammsitz nach Kirchhundem zu fahren und über gestern, heute und morgen mit den Verantwortlichen zu sprechen. Im Fokus des Gesprächs stand unter anderem die schwierigste aller Aufgaben für familiengeführte Unternehmen, die Unternehmensübergabe. Unsere Gesprächspartner waren Walter Mennekes, Geschäftsführer und Inhaber des Unternehmens, Christopher Mennekes, Geschäftsführer der Unternehmens-Niederlassung in England, Andreas Sprecker, Geschäftsführer Marketing und Vertrieb und Volker Lazzaro, Geschäftsführer Technik.

Herr Mennekes, Sie haben das Unternehmen von Ihrem Vater übernommen, stand dieser Schritt für Sie von Anfang an bereits fest?

Ich habe zunächst Maschinenbau studiert und während der Semesterferien im Unternehmen gearbeitet. Der Alltag im Unternehmen hat mich schon zu jener Zeit fasziniert, auch wenn ich mir damals noch nicht konkret vorstellen konnte, wie es sein würde, hier einmal den ganzen Tag am Schreibtisch zu sitzen. Mein Vater war mir Vorbild und seine Art, mit Menschen, mit mir umzugehen, trug mit dazu bei, dass ich zwangsläufig die Nachfolge antrat. Ich erinnere mich noch, wie er zu mir immer sagte: „Überall hört ein Kabel auf und ein Kabel fängt an, sorge dafür, dass stets unsere Stecker dazwischen sind.“ Dieser Aufforderung folgen heute alle unsere Mitarbeiter mit großem Erfolg.

Wenn Sie die Wahl hätten, würden Sie den Schritt zum Unternehmer wiederholen?

Selbstverständlich, das ist der schönste Beruf der Welt.

Welches waren die herausragenden Zäsuren der Unternehmensgeschichte?

Ganz entscheidend war es, den Handwerksbetrieb in einen Produktionsbetrieb umzuwandeln, dann aus Aluminiumprodukten den Weg in die Kunststofffertigung zu gehen und schließlich in die Internationalität mit Rundsteckvorrichtungen. Hier haben wir heute einen Exportanteil von mehr als 50 Prozent.

Sie haben die Internationalisierung sehr früh vorangetrieben, warum?

Die Normung und Standardisierung hat den entscheidenden Impuls gegeben, uns die Weltmärkte erfolgreich zu erschließen. Es war geradezu eine Einladung, diesen Schritt zu vollziehen. Das hat mit dazu beigetragen, aus Mennekes eine starke Marke zu kreieren.

Ist die Geschichte Ihres Unternehmens immer auch eine Erfolgsgeschichte gewesen?

Im Grunde ja, es gab aber eine Phase, als wir uns auf dem Feld der internationalen Steckvorrichtung einem großen Konkurrenzdruck ausgesetzt sahen. Siemens, BBC, AEG, Busch-Jaeger, Geyer und Lindner gründeten eine Gemeinschaft zur Herstellung dieser Produktfamilie, und wir standen plötzlich ganz allein auf weiter Flur. Durch unsere Schnelligkeit und Innovationskraft haben wir das aber schnell ausgebügelt. Insgesamt war es dennoch eine schwierige Zeit. Wir haben uns als damaliger Außenseiter durchsetzen können und sind erfolgreicher Spezialist für CEE-Steckvorrichtungen geworden.

Sie führen das Unternehmen in der zweiten Generation. Die größte Herausforderung für ein Familienunternehmen ist ja stets die Nachfolgeregelung. Welche Perspektiven hat das Unternehmen Mennekes in der nächsten Generation?

Wir sind in der glücklichen Lage, ein Führungsteam zu haben, das im Schnitt um die 40 Jahre alt ist. Mit Andreas Sprecker und Volker Lazzaro haben wir eine junge, sehr engagierte und kompetente Führungsmannschaft; mein Sohn Christopher verdient sich zurzeit in England seine Sporen und läutet die nächste Generation ein. Hier findet ein gleitender Übergang statt.

Lassen Sie mich die weiterführende Frage an Ihren Sohn richten. In welchen Schritten erfolgt familienintern die Übergabe des Staffelstabs?

Wir befinden uns jetzt am Anfang des Übergangs. Vor zweieinhalb Jahren habe ich die Geschäftsführung von Mennekes in Großbritannien übernommen und erste Erfahrungen in dieser Position gesammelt. Ende des Jahres werde ich nach Kirchhundem zurückkehren und dann wird es eine parallele Entwicklung geben. Mein Vater möchte sicherlich nicht mit wehenden Fahnen sofort aus dem Geschäft aussteigen und ich selbst habe noch viel zu lernen. Insofern bin ich dankbar, meinen Vater, Andreas Sprecker und Volker Lazzaro an meiner Seite zu haben. Von ihrem Erfahrungsschatz kann ich nur profitieren.



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g+h 02/2010
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