11. DEZEMBER 2017

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Mehr als Kino


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Image. - Unterhaltung, Komfort Sicherheit. Das Unternehmen bietet für alle Bereiche eine Lösung. Aktuell im Fokus: innovative Automationslösungen für Gebäude. g+h sprach mit Michael Liesenfeld.

Herr Liesenfeld, vor zwei Jahren gaben Sie uns ein Interview, in dem wir das Thema „Kino zu Hause“ thematisierten. Wie hat sich dieser Markt für Ihr Unternehmen entwickelt?

In diesen zwei Jahren hat es große Entwicklungsschritte gegeben, einerseits in der Technik und andererseits in unserem Leistungsangebot. Damals umfasste unser Katalog 16 Seiten, heute sind es 96. Führten wir vor zwei Jahren einige Produktegruppen lediglich im Vertriebsprogramm, finden Sie heute im Katalog nahezu ausschließlich Artikel, die wir selbst entwickelten, in unserem Hause herstellen und somit maximale Qualitätskontrolle haben.

Hat sich im Zuge der Produkterweiterung auch der Markt für Ihr Unternehmen vergrößert?

Ja, ganz deutlich, mittlerweile bedienen wir über 30 Länder weltweit, von Australien bis Hawaii ist alles mit dabei.

Welches sind die markantesten Produktinnovationen?

Dazu gehört sicherlich die Verbindung von Technik und Kunst, die wir mit unserer neuen Art-Mask realisiert haben. Dabei handelt es sich um eine elektrisch maskierbare High-End-Rahmenleinwand, die es in allen Bildformaten gibt. Eine 2- oder 4-Wege-Maskierung sorgt dabei für den individuellen Zuschnitt. Die Besonderheit ist, dass diese Leinwand am Tage zu einem „Piece of Art“ sprich Kunst wird und sehr dekorativ eingesetzt werden kann. Wir können dafür fast jede beliebige Vorlage nutzen und dem Kino zu Hause ein sehr individuelles Erscheinungsbild geben. Unser beliebtestes Motiv sehen Sie hier in unserer Ausstellung, es heißt „Invitation“ und stammt von Renato Casaro.

Er hat das Kunstwerk extra für Sie angefertigt?

Nein, ich saß auf einer Veranstaltung und sah dort Popcorntüten mit diesem Motiv. Das Bild fand ich ausgesprochen attraktiv, und nachdem ich einige Zeit gegoogelt hatte, wusste ich auch, dass der Künstler Renato Casaro ist. Dieser Mann hat die Filmplakatszene der letzten zwanzig Jahre dominiert von „Star Wars“ bis „Der mit dem Wolf tanzt“.

Das hat Sie doch sicherlich ein kleines Vermögen gekostet?

Nein, überhaupt nicht. Ich habe bei seiner Agentur angerufen. Diese teilte mir mit, dass sie mein Anliegen an Casaros Frau weiterleiten würde. Dann rief er mich selbst an und fand die Idee, das Motiv auf unsere Leinwände zu bringen, sehr spannend. Also besuchte ich ihn und erhielt von ihm die Nutzungsrechte für alle Marketingmaßnahmen ohne dass ich ihm etwas zahlen musste.

Nur für den Fall, dass er eines Tages eine Leinwand benötigen würde, dann käme er wieder auf uns zurück, entgegnete er mir auf die Frage nach dem Preis. So einfach sind manchmal vermeintlich komplizierte Dinge im Leben. Die Leinwände sind aber nicht nur ein optisches, sondern vor allem auch ein technisches Highlight.

Sie bestehen aus einem akustisch transparenten Material, das so durchlässig ist wie eine Lautsprecherabdeckung. Ganz nach Wahl der Lautsprecher, welche Sie integrieren, entscheiden Sie individuell über die Qualität. Und über die integrierte Maskierung bestimmen Sie das abgebildete Format. Die Maskierung fährt automatisch auf die gewünschte Größe. Zur Verfügung stehen In- und On-Wall-Lösungen, wobei ich die erstgenannte Variante bevorzuge, weil alles dezent in der Wand verschwindet.

Hat es Veränderungen Ihrer Kundenstruktur gegeben?

Ganz sicher, wir verzeichnen hier eine zwar langsame, aber nachhaltige Entwicklung in Richtung Elektrofachbetrieb.
Es kommen regelmäßig innovative Elektrotechniker und Systemintegratoren zu uns, weil sie für ihre Kunden im Multimedia-Bereich wie fürs Zuhause entsprechende Lösungen suchen. Die finden sie ganz sicher bei uns.

Worauf führen Sie den Zuspruch exakt zurück?

Die Elektrotechniker sind vor allem bei anspruchsvollen Objekten mit der Frage konfrontiert, wie sie die gesamte Infrastruktur für Audio-, Videovernetzung, Online-Content und TV-Zugänge professionell, zukunftssicher und bedarfsgerecht errichten. Dieses Know-how bieten wir ihnen. Und die Unternehmen, mit denen wir schon länger erfolgreich zusammenarbeiten, haben erkannt, dass die Margen hier durchaus attraktiver sind als in der klassischen Gebäudeautomation sowohl beim Produkt als auch der Dienstleistung.

Ihre Partner sind eine Art Systemanbieter?

Völlig richtig, wenn sie durch Schulungen bei uns oder bei Zulieferern ihr Wissen so erweitert haben, dass sie Multiroom-Audio, Streaming-Video, Internet und Security-Technik abdecken können, werden sie zu einem starken Systemanbieter. Diese Entwicklung begrüße ich sehr.

Wie würden Sie Ihre Schlüsselkunden definieren?

Das sind diejenigen, die den Kunden sehr früh auf der Bedarfs- und Interfaceseite abholen können, also jene, die sich sehr früh Gedanken über den Kundennutzen und die Bedienfreundlichkeit machen. Dazu zählen Elektrotechniker, die beispielsweise die Türsprechanlage mit der Bedienung von TV intelligent verbinden und vieles andere mehr.

Sie arbeiten auch mit Systemintegratoren zusammen wie verläuft hier die Zusammenarbeit?

Wenn ein Systemintegrator mit einem Projekt betraut wurde, erstellt er auf Basis der zur Verfügung stehenden Technik eine Planung und geht im Einzelfall auf die Lieferanten, also auf uns, zu. Solche Projekte können sehr umfassend sein und erstrecken sich nicht selten von drei Monaten bis zu über einem Jahr. Während dieser Zeit sind wir ebenso im Vorfeld der Planung mit eingebunden, begleiten, supporten und sorgen durch unser Team von Spezialisten für Planungssicherheit.

Wie schaut die Zusammenarbeit mit dem Elektrotechniker aus?

In der Regel kommuniziert der Elektrotechniker sein aktuelles Projekt und wir beraten ihn dann dahingehend, welche Systeme und welche Technik am besten geeignet ist. Zum Schluss erhält er von uns eine vollständige Planung, mit der er dann zu seinem Auftraggeber gehen kann.

Welche Schulungsunterstützung bieten Sie Ihren Partnern?

Das ist ein ganz wichtiges Thema, das Sie hier ansprechen. Wir bieten im Hause zwei- und auch dreitätige Schulungen an, beginnen aber auch immer mehr damit, unsere Kunden vor Ort aus- und weiterzubilden, auch direkt auf der Baustelle. So verbinden wir Kundennähe mit individuellem Support und Know-how-Transfer.

In welchem Gebäudetypus ist Ihre Technik zu finden?


Den größten Anteil bildet der private Wohnungsbau. Hier geht es ab ca. 200 m² Wohnfläche los, aber auch Größenordnungen von 500 m² oder 1.000 m² sind keine Seltenheit. Darüber hinaus sind unsere Lösungen nach wie vor auf etlichen Schiffen und sogar in der Luftfahrt zu finden.

Wer gibt beim Kauf den Impuls, ein Heimkino einzurichten?

Einerseits kommen die Impulse vom Endkunden, weil die Massenmedien darüber heute stärker als früher berichten. Andererseits spielen innovative Systemintegratoren und Elektrotechniker eine kaum zu unterschätzende Rolle. Sie bieten Lösungen und zeigen dem Bauherrn oder Kunden, was heute möglich ist.

Unterstützend wirken auch hier immer wieder entsprechende Referenzobjekte. Wer es einmal selbst erlebt hat, ist schnell und nachhaltig mit dem Virus Kino zu Hause, großes Bild und fantastischer Klang infiziert.

Gibt weitere Schritte hinsichtlich einer Einbindung in die Gebäudetechnik?

Ja, wir haben 2008/2009 ein Jahr lang mit der Firma Universal Electronics zusammengearbeitet und ein Fernbedienungskonzept im Programm gehabt. In dieser Phase haben wir sehr interessante Erfahrungen sammeln dürfen, wie man Applikationen zusammenfassen kann.

In Australien stieß ich während einer Reise aber auf ein System, das mich von Anfang an überzeugt hat. In diesem Jahr installieren wir es hier in unserem Unternehmen und werden auch die ersten Schulungen durchführen.

Was kann das System und welche Besonderheiten besitzt es?

Wir sind hier auf einen Hersteller aufmerksam geworden, der meiner Einschätzung nach das innovativste Programmier- und Layout-Konzept auf dem Markt hat. Haustechnik, AV-Technik, Sicherheitstechnik, alles ist in einer cleveren Lösung implementiert, die weithin offen ist für mehr. Ich kann das System mit dem I-Phone, dem Blackberry, einem Touch oder einfach per Taster bedienen. Wenn ich beliebig viele Clients einbinden möchte, zahlt der Kunde lediglich einmal eine Lizenzgebühr und das war es auch schon.

Aus welchen Komponenten besteht es?

Zunächst gibt es als Schaltstelle verschiedene Fernbedienungen. Dann gibt es Controller verschiedener Leistungsklassen. Mit einem kleinen Controller kann ich beispielsweise dafür sorgen, dass mein Mediaplayer als Client gezogen wird, dass das Licht gesteuert, mein Satellitenreceiver usw. unter der Oberfläche als Client im jeweiligen Raum eingebunden wird. Möchte ich mehr, wähle ich einen größeren Controller, über den dann Multiroom-Music, Licht, Heizung, Sicherheits- und Überwachungssysteme kurzum alles von einem einzigen System gesteuert werden kann. Dazu gibt es ein I-Pod-Dock, einen Multituner und Speakerpoints etc. Temperaturpanels, Wetteranzeigen, ein kleines Mini-Touchboard als Wandeinbau- und Tischgerät. Sie sehen, dieses System bietet eine Lösung für nahezu alle Applikationen in einem Gebäude. Auch wurde bereits beschlossen, dass es ein KNX-Interface in Kürze geben wird.

Wie sicher ist das System?

Dieser Frage haben auch wir uns sehr intensiv gestellt. Wir sind der Überzeugung, dass es sicher ist, denn wir wissen, dass Control-4 auch auf Schiffen eingesetzt wird und mittlerweile in einigen großen Hotels weltweit zum Einsatz kommt und tagein, tagaus überzeugt, 24/7/365. Wenn Sie sich die Maßstäbe anschauen, die für die Installation von Technik auf Schiffen gesetzt werden, dann werden Sie verstehen, dass hier nur Lösungen zum Einsatz kommen, die dem rauen Schiffsalltag in jeder Beziehung gewachsen sind.

Ein ganz wichtiger Aspekt des Systems ist, das möchte ich zum Schluss noch anmerken, die einfache Installation und die innovative Programmierung. Außerdem stellt es eine sehr wirtschaftliche Art dar, Gebäude mit modernster Technik zu automatisieren.

Herr Liesenfeld, vielen Dank für das Gespräch.

www.kinozuhause.de



Control-4

Das Heimkino steuern und das Licht dimmen, wenn der Film startet, sind nur zwei Steuerungsmöglichkeiten. Man kann auch alle Fernseher zu hause ausschalten, wenn die Kinder ihre Hausaufgaben machen sollen. Garagentore, Beleuchtung, Rollläden, Heizung, Überwachungskameras, alles lässt sich bequem fernbedienen. Der Nutzer hat die Option, seine Lieblingsmusik online aus über 5 Millionen Tracks auszuwählen, um sie dann einzeln oder in allen Räumen zu hören.

Ausgabe:
g+h 02/2010
Unternehmen:
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1 Unternehmens-Katalog:

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