12. DEZEMBER 2017

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Mit Hand und Fuß


Woertz. - Für die Stromversorgung und Steuerung der Beleuchtung setzte die EKZ Eltop im Neubau des Büro- und Werkstattgebäudes Flachkabelsysteme ein, mit denen sie die Installationszeiten deutlich reduzieren konnte.

Mit ihrem Geschäftsbereich Eltop in Dietikon, der über 500 Mitarbeiter beschäftigt, bieten die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ) ein breites Portfolio an Elektrodienstleistungen für Privat- und Geschäftskunden an. Dieses umfasst die Planung, Erstellung und den Unterhalt von Elektroinstallationen sowie den Verkauf, die Reparatur und Wartung von Elektrogeräten.

Seit Kurzem verfügt Eltop über ein beeindruckendes Referenzobjekt im Bereich Gebäudeautomation. Dabei handelt es sich um den Bau 7 auf dem EKZ-Gelände im Dietikoner Industriegebiet. Das sechsgeschossige Büro- und Werkstattgebäude, das die EKZ im Juni 2009 bezogen haben, beherbergt vor allem den Bereich Netzbau.

Er integriert aber auch andere Abteilungen des wachsenden Elektrodienstleisters, etwa Trafo- und Schalterwartung. Die Gebäudetechnik des Neubaus hat Eltop komplett selbst geplant, installiert und programmiert. „Eines unserer Hauptziele war es, eine innovative, energieeffiziente Technik zu realisieren“, erklärt Ueli Walker, Leiter Elektroinstallationen Großprojekte bei den Elektrizitätswerken. „Dazu gehören in erster Linie eine KNX-basierende Elektroinstallation und die automatische Steuerung der Jalousien und Leuchtmittel“, sagt er ergänzend. Deren Anschlüsse wollte man außerdem, insbesondere in der terminkritischen Endphase, möglichst einfach, schnell und fehlerfrei gestalten. Darum entschied sich EKZ Eltop für die vorkonfektionierten Flachkabelsysteme von Woertz.

Vergebens sucht man Schalter in dem modernen Gebäude. Wenn jemand einen Raum betritt, sorgen Bewegungsmelder für das Einschalten der Leuchten und die Steuerung der Jalousien. Die von insgesamt 300 Präsenzmeldern geregelte Beleuchtung und Beschattung ist auf eine konstante Stärke von 500 Lux in besetzten Büroräumen eingestellt. In Räumen in denen sich keine Menschen aufhalten schaltet das Licht automatisch aus.

„Für diese schalterlose Lichttechnik gab es am Markt keine vergleichbaren Produkte. Darum haben wir diese gemeinsam mit einem Schweizer Hersteller entwickelt“, erklärt Ueli Walker. Die Präsenzmelder verfügen über vier individuell einstellbare Sensoren, mit denen sie jeden Raum optimal erfassen. Zusammen mit rund 650 KNX-Geräten sorgen sie für eine automatische Optimierung des Verhältnisses von Kunst- und Außenlicht. Insgesamt sind 2.500 Leuchten eingebunden. Die Zuteilung der entsprechenden Bus-Adressen wurde über eine Software realisiert. Massive Energieeinsparungen ergeben sich dadurch, dass sich auch die Raumtemperaturregelung im Neubau – ein freistehendes Gebäude mit großen Fensterfronten – maßgeblich auf die 210 automatisierten Jalousien stützt.

Deren Steuerung erfolgt mithilfe einer Wetterstation und unterscheidet zwischen Sommer- und Winterbetrieb. Dadurch ist die Raumtemperatur jederzeit optimal eingestellt. „Effizienz heißt aber auch, dass ein Gebäude möglichst wartungsarm ist“, betont der Projektleiter. So habe sich EKZ Eltop im Bau 7 auf nur zwei Leuchtmittel-Typen beschränkt. Diese seien zugunsten einer längeren Lebensdauer nur zu maximal 80 Prozent ausgelastet. Für alle Leuchten habe Eltop zudem ein Wartungsleitsystem eingerichtet, das im Schadensfall eine schnelle und eindeutige Lokalisierung ermöglicht.

„Alles in allem versprechen wir uns von dem neuen System eine Energieoptimierung von etwa 60 Prozent gegenüber einer Standardinstallation“, so Walker. Die Gebäudeautomation ist aber nicht nur sehr energieeffizient, sondern bietet auch eine hohe Sicherheit.
Dafür sorgt ein in das Lichtmanagement integriertes Brandfallszenario: Unter anderem wird die Beleuchtung der Büros im Brandfall auf 50 Prozent gedimmt und in den Fluchtwegen auf 100 Prozent erhöht, um die Evakuierungswege klar aufzuzeigen.

Als KNX-Backbone dient die strukturierte Gebäudeverkabelung. In der Elektroverteilung auf den Etagen werden die KNX-Signale für die Leuchten in Dali konvertiert. Die Kommunikation mit den KNX- und Dali-Geräten erfolgt über die Flachkabelsysteme, welche die Leuchtmittel und Jalousien zugleich mit Strom versorgen. Walker zufolge hat sich EKZ Eltop vor allem deshalb für die Ecobus-Flachkabelsysteme von Woertz entschieden, weil sie montagefreundlich sind und sich sehr effizient verarbeiten lassen. „Vor allem in der Endphase der Errichtung wollten wir möglichst kurze Installationszeiten“, so Walker.

Aus diesem Grund habe man die Anschlussleitungen vorkonfektioniert, also in vordefinierten Längen und genau mit den richtigen Steckern, bestellt. So mussten die Leuchten in der Endphase nur noch angeschlossen werden. In den Büros, in denen Eltop mehrpolig arbeiten musste, setzte Walkers Team auf das Ecobus Combi-System von Woertz, das fünf Stromleiter mit zwei Bus-Leitungen kombiniert. Die Flachkabel sind jeweils an den Fenster- und den Korridorseiten in den Hohldecken verlegt. Über steckbare Abzweigdosen und vorkonfektionierte Anschlussleitungen mit entsprechenden Steckern werden pro Flachkabelabschnitt rund 50 Leuchten mit Spannung versorgt und gesteuert.

Im Korridorbereich entschied sich Eltop für die Ecobus Power-Kabel mit fünf Leitern von Woertz, weil man hier mit einem Polleiter auskommen musste. „Zwei weitere Leiter nutzen wir für den Dali-Bus“, erklärt der Projektleiter. Weitere 39 Leuchten im Außenbereich des Neubaus sind mit dem Flachkabel-System Ecoline P3 desselben Herstellers angeschlossen, dessen Schneidtechnik eine noch einfachere und schnellere Installation erlaubt.
Die neue Gebäudeautomation hat ihre erste Bewährungsprobe mittlerweile bestanden. „Da das schalterlose System zunächst irritierend ist, haben wir unsere Leute erst einmal über seine Funktionsweise und die Vorteile informiert. Danach wurde es aber sehr gut angenommen“, berichtet Walker. Dazu trägt sicher auch bei, dass sich Beleuchtung und Jalousien über den PC am Arbeitsplatz bei Bedarf auch individuell steuern lassen.

Für das Eltop-Team stellte dieses Projekt aufgrund seines Umfangs und der technischen Tiefe eine große Herausforderung dar. Nach der erfolgreichen Umsetzung ist Walker stolz auf das Erreichte: „Das Referenzprojekt zeigt, was wir können. Es war zugleich die Basis für unsere neue Projektgruppe Gebäudeautomation. Diese arbeitet bereits an diversen Folgeprojekten, darunter Zweckbauten und Wohnanlagen, Sanierungen und Neubauten im Kanton Zürich und drüber hinaus.“ Dabei könne EKZ Eltop die Woertz-Systeme nur weiter empfehlen: „Wir haben beim Bau 7 das erste Mal mit den Ecobus-Flachkabelsystemen gearbeitet und festgestellt, dass sie in jeder Hinsicht Hand und Fuß haben.

„Neben der eingesparten Installationszeit konnten wir die Fehlerquote auf nahezu null reduzieren. Das sind vor allem für einen termingerechten Bauabschluss wichtige Aspekte, die die höheren Materialkosten um ein Vielfaches aufwiegen. Dazu kommt die kompetente Beratung des Herstellers, wie zum Beispiel die Unterstützung bei der Auswahl der passenden Komponenten“, so Ueli Walkers Resümee. Kein Wunder also, dass die Woertz-Systeme bei der Erweiterung und Modernisierung weiterer Gebäude der EKZ Eltop, gleich neben dem Neubau, bereits gesetzt sind.

Der Installateur profitiert vor allem von der Vereinfachung und Zeiteinsparung mit dem Flachkabel. Während bei einer konventionellen Installation mühsam Kabel getrennt, abgemantelt und angeschlossen werden müssen, kann auf dem Flachkabel an jedem gewünschten Ort ein Anschluss erstellt werden. Die Anschlussdosen werden schnell und fehlerfrei festgeschraubt oder – je nach System – ganz einfach gesteckt.

Weniger Kabelunterbrüche und Verkabelungen bedeuten weniger Fehlerquellen. Dank dem asymmetrischen Profil des Kabels sind falsche Anschlüsse praktisch ausgeschlossen. Auch unerfahrene Mitarbeiter können Installationen verpolungssicher durchführen.
Das modulare System unterstützt den Installateur zudem bei Zeitdruck: Er kann ganze Steckdosenbatterien oder Leuchtenanschlüsse in der Werkstatt vorkonfektionieren und die montagefertigen Flachkabelstränge vor Ort auf der Baustelle innerhalb kürzester Zeit installieren. Er spart über alles gesehen viel Zeit und damit Geld – sein Gewinn.
Wenn Anschlussstellen nicht im Voraus festgelegt werden können, eignen sich Flachkabelsysteme besonders. Der Installationsaufwand vermindert sich zudem markant, wenn in kleinen Abständen viele Anschlüsse gebraucht werden. Eine hochwertige Planung stellt die Weichen für künftige Nutzungen und kann flexibel auf kurzfristige Änderungen während des Ausbaus reagieren.

Auch der Planer ist mit einer Flachkabelinstallation auf der sicheren Seite. Erweiterungen und Versetzungen der Anschlüsse sind auch während des Betriebs jederzeit problemlos möglich. Das Flachkabel wird dabei an keiner Stelle unterbrochen. Weniger Kontaktstellen und Kabel insgesamt bedeuten weniger potenzielle Risiken. Die Kabelmenge verringert sich, damit kann die Brandlast herabgesetzt werden. So bleibt dem Planer die Flexibilität und Handlungsfreiheit erhalten, um den verschiedenen Ansprüchen möglichst gerecht zu werden und auf Veränderungen schnell reagieren zu können. Flexible Installationen lassen sich einfacher an die sich verändernden Bedürfnisse der Mieter anpassen, die beim Bau oft noch nicht vorhersehbar sind.

Mit einem soliden Grundausbau mit Flachkabel sind die Installationen für künftige Mieter gewappnet. Kleinere Anpassungen verursachen weniger Aufwand, Lärm und Staub. Auch dort, wo häufig die Arbeitsplätze umgestellt werden, lassen sich Flachkabelinstallationen mit minimalem Aufwand anpassen.
Durch die geringere Kabelmenge und kürzere Installationszeiten können die Installationskosten markant gesenkt werden. Der zentrale Vorteil eines Flachkabelsystems besteht darin, dass an jeder beliebigen Stelle und jederzeit Anschlüsse erstellt oder versetzt werden können. Ohne Kabelunterbrüche.
Und dies bei wesentlich reduzierten Montagezeiten. Denn die Mieter eines Gebäudes – und damit deren Bedürfnisse verändern sich im Laufe der Zeit immer wieder. Moderne Installationen sind dafür gerüstet.

Für den Ernstfall steht für die geforderte Verfügbarkeit der Stromführung auch eine geeignete Befestigungstechnik zur Verfügung. Hierfür bietet die Woertz ein umfassendes Sortiment aller Komponenten zur horizontalen und vertikalen Kabelführung sowie für Richtungsänderungen an.

Das Woertz-Verkabelungssystem mit Funktionserhalt von bis zu 180 Minuten wird sinnvollerweise in Fluchtwegen von Bürogebäuden oder Hotels eingesetzt. Dadurch können diese Bereiche beleuchtet oder entraucht werden. Im Ernstfall können sich so die Überlebenschancen deutlich erhöhen.

www.woertzonline.de



Ecobus Combi 5G2,5mm2 und 2x1,5mm2
+ 500m Flachkabel
+ 60 Einspeisdosen
+ 660 kombinierte Abzweigdosen für Power und Bus
+ 660 vorkonfektionierte Anschlussleitungen mit
Combi-Stecker 3/6m

Ecobus Power 5G2,5mm2
+ 400m Flachkabel
+ 40 Einspeisdosen
+ 220 Abzweigdosen, 5-polig
+ 220 vorkonfektionierte Anschlussleitungen mit Stecker 2/4/6m

Ecoline P3 3G2,5mm2
+ 60m Flachkabel
+ 2 Einspeisdosen
+ 30 Abzweigdosen mit Schnellanschluss

Ausgabe:
g+h 03/2010
Unternehmen:
Bilder:

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