16. DEZEMBER 2017

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Kontinuierliches Wachstum


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Axing. Axing ist eines der leistungsstärkeren Unternehmen der Sat- und BK-Branche. In einer zweiteiligen Reihe stellen wir es unseren Lesern vor. Spezialisiert auf die Multischalter- und Verstärkertechnik, bringt die Firma aus Ramsen in der Schweiz innovative Produkte heraus.

Sein Marktanteil in Deutschland (bezogen auf sein Produktportfolio und aller dem ZVEI meldenden Firmen) lag in 2010 durchschnittlich bei 6,5 %. Bei zwei Produktbereichen (Steckdosen und Anschlusskabel) belegt das Unternehmen sogar einen Marktanteil von >8 % laut ZVEI-Statistik und damit einen der vorderen Plätze der Produktanbieter in Deutschland. Das Unternehmen wurde im Jahre 1985, damals noch als reines Handelsunternehmen, von Axel Bechler gegründet. Der Name wurde geboren aus Axel (dem Vornamen einer der beiden heutigen Geschäftsführer, Axel Bechler) und Ingenieur, da andere passende Namen bereits registriert waren. Schon damals stammten die zu vertretenden Firmen aus dem Bereichen Antennen- und Kommunikationstechnik, aber auch aus der Antriebstechnik.

Christoph Moser trat im Jahre 1993 in das Unternehmen ein. Beide Gesellschafter und Geschäftsführer beschlossen zu diesem Zeitpunkt, ein eigenes Programm im Bereich Antennentechnik auf die Beine zu stellen. Gleich zum Start gab es einen eigenen Produktkatalog, der mit dem Wachsen des Unternehmens ebenfalls dicker und dicker wurde, bis schließlich auch moderne Medien wie Internet für die Vermarktung dazu kamen.

Axing beschäftigt gegenwärtig 20 Mitarbeiter inklusive des fest angestellten Außendienstes. Im weiteren Europa sorgen Distributoren und Handelsvertretungen für den Vertrieb der Axing-Produkte. Heute macht der deutsche Markt mehr als zwei Drittel des Gesamtumsatzes von Axing aus, weitere 11 Prozent gehen insgesamt nach Österreich und in die Schweiz, der Rest in die übrigen Länder. Im Laufe der letzten Jahre hat sich das Unternehmen zur Firmengruppe weiter entwickelt. Sie umfasst neben der Firmenmutter, der schweizerischen Axing AG, die RF Tuote Oy als langjähriger Kopfstellenspezialist mit Sitz in Teijo, Finnland, die Spreewald Kommunikationstechnik GmbH in Lübben im Spreewald und die Axing Asia Ltd. mit Sitz in Hongkong. Axing ist seit etlichen Jahren Mitglied beim ZVEI und der Anga sowie seit über einem Jahr auch bei der AG SAT.

„Wir wollen dem Kunden eine preisleistungsstarke Palette von Produkten mit zuverlässigem Service anbieten“, beschreibt Christoph Moser die Firmenphilosophie. Die Produkte – aus den insgesamt vier Produktgruppen Verstärker, Kopfstellen, Multischalter und Zubehör – werden kundennah entwickelt und nach modernsten Fertigungsmethoden in den Fertigungsstätten bei Hongkong hergestellt. Die Entwicklung erfolgt ausschließlich in Deutschland. Sie ist ausgelagert nach Unterreichenbach, wo Produkte zur Übertragung von Sat, BK- und DVB-T-Signalen entwickelt werden. Dafür leistet sich Axing auch einen entsprechenden Messgeräteaufwand. So wird das Schirmungsmaß von passiven Bauteilen „in box“ und von Koaxialkabeln „in tube“ nach dem triaxialen Messverfahren bis 3 GHz auf einem Comet-Messplatz im Wareneingang und in der Entwicklungsabteilung gemessen. Die Messungen erfolgen nach DIN EN 50083-2, DIN EN 50117 und nach DIN EN 60699.

Gemessen werden zudem die Störstrahlleistung aktiver Produkte nach DIN EN 50083-2, Störspannungen auf Netzleitungen mit einem Schwarzbeck-Messempfänger, Ausgangspegel im Cenelec-Raster mit 42 Kanälen bei 60 dB IMA mit einem Metrix-Vielkanalmessplatz und analoge sowie digitale Störparameter wie dBc, BER, MER bei einer Belegung mit 41 analogen und 54 digitalen Kanälen, mit einem ETL von Rohde + Schwarz (zum Beispiel nach Unitymedia- oder KDG- und KBW-Standards). „Unsere Fertigungsstätten und unsere Verwaltung sind ISO 9001: 2008 zertifiziert“, berichtet Moser.

Großen Wert legt das Unternehmen auf Innovation. Allein im Jahre 2010 gab es rund 30 Neuheiten. Eingesetzt werden umweltverträgliche Technologien, die sich beispielsweise in stromsparenden Produkten oder recyclebaren Einstoffverpackungen (Eggshell) dokumentieren. Die Produkte des Unternehmens schneiden auch bei Tests gut ab und stellten bei Multischaltern vielfach den Testsieger. Schon aus diesen Gründen gehört das Unternehmen seit Jahren zu den Ersten in der Branche.

„Wir stehen für den dreistufigen Vertrieb“, berichtet Moser. Einen nicht unerheblichen Teil der Produktion macht auch die sogenannte OEM-Fertigung aus. „Wir fertigen auftragsbezogen für zahlreiche Industriekunden im In- und Ausland“, so Moser.

Einen weiteren Wettbewerbsvorteil sieht der Geschäftsführer in den flachen Hierarchien des Unternehmens. Sie ermöglichen schnelle Entscheidungswege und, daraus resultierend, eine hohe Flexibilität. Das gut bestückte Hochregallager mit 1.300 Palettenplätzen und einer Fläche von 1.400 m² in Rielasingen/Deutschland sowie darüber hinaus noch ein kleines Lager in der Schweiz für die Schweiz und andere EFTA-Länder sorgen zudem für eine hohe und schnelle Auslieferungsquote. Dem Unternehmen geht es nicht nur um das reine Verkaufen. Die zum Teil hochkomplexen Produkte und die daraus zu realisierenden Systeme erfordern heutzutage einen entsprechenden Service. „Wir unterstützen unsere Kunden bei Planung, Berechnung und der Dokumentation von HFC, BK- und Sat-Anlagen“, berichtet Moser. Für Nutzer der AND-Planungssoftware (Antenna Network Design) der CDS GmbH stehen die Axing-Produktbibliotheken über Internet als Downloads zur Verfügung. Natürlich blieb auch Axing nicht von der weltweiten Rezession verschont.

„Wenngleich uns die Rezession auf den Exportmärkten härter traf als in Deutschland, waren wir mit dem Vorjahresergebnis aber dennoch sehr zufrieden“, berichtet Geschäftsführer Christoph Moser. Kein Wunder, denn bis einschließlich Oktober 2009 liefen die Geschäfte sehr gut und waren erst seit November 2009, dann jedoch bis April 2010 rückläufig. „Mit der Anga Cable im Mai 2010 ging es wieder rasant aufwärts, sodass wir einen Großteil des verloren gegangenen Umsatzes der ersten vier Monate bis zum Jahresende wieder aufholen konnten.“ (Moser). „Auf die einzelnen Produktbereiche bezogen, kann man sagen, dass Sat-ZF-Produkte und das gesamte Sat-Zubehör auch während der Rezession immer zweistellig wuchsen und durch die Digitalisierung, insbesondere in Deutschland, von der Rezession verschont blieben“, stellt Moser fest. Dasselbe trifft auch auf das jüngste Kind, die Kopfstellentechnik zu, die das stärkste Umsatzwachstum (>100 %) aufweist und auch „in Zukunft am stärksten wachsen wird“.

Die Terrestrik dagegen ist seit zwei Jahren leicht, aber leider konstant rückläufig und macht nur gerade mal 6 % des Gesamtumsatzes aus. Die Breitbandkabel-Technik war über viele Jahre hinweg der Turbo des Axing-Geschäfts und für satte Umsatzsteigerungen verantwortlich. So umfasste das CATV-Geschäft im Jahre 2008 allein 50 % des Gesamtumsatzes, fiel im vergangenen Jahr (2009) auf 45 % und weist in 2010 nur noch einen Umsatzanteil von 36 % auf. Das hat natürlich Gründe: Der Kabelnetzausbau in Deutschland (Triple Play) ist etwas ins Stocken geraten und für die negative Umsatzentwicklung in diesem Bereich verantwortlich.

Auch wenn Moser jetzt wieder Licht am Ende des Tunnels sieht, klagt er prinzipiell über das mittlerweile extrem hart umkämpfte und zwischenzeitlich preislich unlukrative BK-Geschäft. Man denke hier aber langfristig, plane und zähle auf den Großhandel und hoffe, dass sich die eigene Sichtweise bereits mittelfristig auszahlen werde, so Moser. Mit dem Produktprogramm ist man für die Analog-Digital-Umstellung Ende April 2012 bestens gerüstet. Auf welche Produktneuheiten das Unternehmen augenblicklich setzt, lesen Sie in g+h 2/2011.

Henning Kriebel

www.axing.com

Neues Verpackungskonzept

Um dem Kunden die einzelnen Produktgruppen deutlich unterscheidbar zu machen, sind die Verpackungen künftig entsprechend farblich gestaltet: Verstärker in Grün, Kopfstationen in Rot, Multischalter in Gelb und Zubehör in Blau. Dementsprechend ist auch der neue Katalog farblich unterteilt und übersichtlich gestaltet. Bei unserem Besuch präsentierte uns Christoph Moser eine ganze Reihe neuer Axing-Produkte. Darunter den AVM 3-01, einen Mono-Twin-Modulator mit zwei Scart-und 2x3 RCA Eingängen, eingebaut in ein Multischaltergehäuse, mit PLL-Steuerung für K21...69 am Ausgang.

Ausgabe:
g+h 01/2011
Unternehmen:
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1 Unternehmens-Katalog:

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