14. DEZEMBER 2017

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Wir verst ehen uns als Lichtlösungsanbieter


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Zumtobel. - Über die aktuellen Trends in der Beleuchtungstechnik sprach die g+h-Redaktion im österreichischen Dornbirn mit Günther Johler, Product Management Director, Systems.
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Herr Johler, wie ist das Unternehmen Zumtobel heute aufgestellt?

Zumtobel ist ein Unternehmen der Zumtobel Gruppe, die mit rund 7800 Mitarbeitern einen Umsatz von etwa 1,25 Milliarden € erwirtschaftet. Die Gruppe ist mit vier Marken aktiv: zum einen die Marke Zumtobel, die mit einem umfassenden Produktportfolio komplette Lichtlösungen anbietet, dann Thorn als Anbieter für qualitativ hochwertige Leuchten im Innen- und Außenbeleuchtungsbereich, dann das Unternehmen Tridonic als Lichtkomponentenanbieter, der das gesamte Spektrum an Betriebsgeräten für Leuchten und auch Controls im Portfolio hat. Und schließlich noch das sehr junge Unternehmen Ledon, das LED-Lampen für den Endverbrauchermarkt anbietet. Das sind einmal kurz zusammengefasst die Unternehmen der Zumtobel Gruppe. Zumtobel selbst (mit rund 480 Millionen Euro Umsatz im vergangenen Jahr) ist, wie ich bereits erwähnte, als Lichtlösungs- und nicht als reiner Leuchtenanbieter positioniert, was für unser Selbstverständnis sehr wichtig ist.

Worin liegt der Unterschied zwischen einen Leuchten- und einem Lichtlösunganbieter?

Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass man bei einer Lichtlösung bereits in der Planungsphase eines Gebäudes beginnt, das heißt im Gespräch mit unseren Kunden, Architekten, Bauherren, Key Accounts, Elektroplanern und Installateuren. Im Dialog mit ihnen geht es darum, ihre Anforderungen zu verstehen, um dann eine entsprechend maßgeschneiderte Lösung anbieten zu können. Dadurch sind wir über alle Phasen eines Projektes hinweg involviert.

Wie stellt sich Ihr Engagement in der praktischen Umsetzung dar?

Wir unterstützen in der Planung, machen Vorschläge und erarbeiten ein Gesamtkonzept. Dabei ist die Leuchte ein Element, ein weiteres die Lichtsteuerung, denn eine Leuchte ist per se nur so gut wie das Licht, das sie abgibt. Um hier eine optimale Lösung zu erreichen, muss sie entsprechend gesteuert werden. Unter einer Lichtlösung verstehen wir in einem Raum immer das Licht als Ganzes, das heißt die Kombination aus Kunst- und natürlichem Licht. Nicht zuletzt deshalb haben wir in unser Lichtmanagement, auf das wir sicherlich noch zu sprechen kommen, auch das Thema Tageslichtmanagement integriert. Es gibt viele Aspekte, die zu berücksichtigen sind, angefangen von der Blendung bis hin zur Lichtfarbe, die eine ganz erhebliche Rolle im Raum spielt. Und dann gehört natürlich für uns auch das Thema Sicherheitsbeleuchtung zu einem lichttechnischen Gesamtkonzept, weil die Sicherheitsbeleuchtung integraler Bestandteil einer Lichtlösung ist. Viele Leuchten sind heute schon ein Element der Sicherheitslösung, und die Beleuchtungsanlage nutzt dabei oft einen gemeinsamen Bus für Lichtsteuerung und Sicherheitsbeleuchtung. Hier bietet es sich also geradezu an, für den Kunden eine Komplettlösung bereitzustellen. Darüber hinaus stellen wir natürlich auch einen breit aufgestellten Kundenservice zur Verfügung.

Wenn Sie den Bereich Lichtlösungen auf Ihre Zielgruppen fokussieren, welchen Anteil hat dabei das direkte Projektgeschäft und welche Rolle spielt in diesem Zusammenhang das Elektrohandwerk?

Generell sind ein Großteil unseres Geschäftes Projektlösungen, wobei es hier durchaus nationale Unterschiede gibt. In Deutschland beispielsweise gibt es mehrheitlich Projektlösungen, in der Schweiz oder in Österreich haben wir auch sehr viel Tagesgeschäft mit dem Elektrohandwerk, weil dort das Thema Großhandel nicht so ausgeprägt ist. Das Elektrohandwerk spielt für uns insgesamt eine große Rolle in der gesamten Kette, weil der Elektrohandwerker unser direkter Kunde ist, das heißt wir sehen unsere Rolle einerseits als industrieller Anbieter für die bereits angesprochenen Lösungen, einen wichtigen wirtschaftlichen Erfolg stellt aber letztlich der Elektrohandwerker sicher, der mit unseren Produkten arbeitet. Die bereits angesprochenen Zumtobel-Services ziehen sich dabei über die gesamte Wertschöpfungskette und stehen natürlich auch unseren Kunden aus dem Elektrohandwerk jederzeit zur Verfügung. Während wir beim Architekten und Elektroplaner primär eine Beratung durchführen, bieten wir dem Elektrohandwerker auch einen Vor-Ort-Support, sofern er erforderlich ist und nachgefragt wird.

Welches sind ihre Hauptmärkte in der Welt?

Zumtobel ist von seinen Wurzeln her ein deutschsprachiges bzw. österreichisches Unternehmen, das heißt unsere Kernmärkte sind die sogenannten Dachmärkte: Deutschland, Österreich und die Schweiz. Inzwischen sind wir aber auch europaweit sehr breit aufgestellt; hier gibt es quasi kein Land mehr, in dem wir nicht durch eigene Vertriebsniederlassungen vertreten sind. Aktuell tätigen wir noch den überwiegenden Anteil unserer Geschäfte in Europa, aber mit kontinuierlich steigendem Zuwachs in den ost- und außereuropäischen Märkten. Wir sehen in Europa noch einiges Potenzial, sind aber auch daran interessiert, insbesondere in Asien, Amerika sowie im Mittleren Osten unsere Position weiter auszubauen.

Welche Werte soll ein Kunde mit der Marke Zumtobel verbinden?

Zumtobel als Marke steht ganz sicher für innovative Lösungen mit einem hohen Designanspruch. Wir gehen dabei neue Wege, indem wir beispielsweise zukunftsträchtige Technologien sehr früh einsetzen; ein Beweis für unsere Innovationsführerschaft. Und im Gegensatz zu vielen Wettbewerbern möchten wir unseren Kunden nicht nur Licht bieten; wir verfolgen stattdessen einen ganzheitlichen Ansatz. Mit neuen Technologien wie LED und innovativer Steuerungstechnik lernt gerade das Handwerk, wie wichtig das Zusammenspiel aller Komponenten einer Lichtlösung ist. Hier bieten wir zusammen mit unseren Services sicherlich eine besondere Leistung. Und natürlich wird ein hohes Qualitätsniveau von einer Marke dieser Positionierung vorausgesetzt und ist zugleich auch Anspruch an uns selbst.


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