12. DEZEMBER 2017

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Fachkräfte fehlen? Ach was.


Meinung

Wer darauf vertraut, dass die Politik eine Lösung findet, kann beim föderalen Kompetenzgerangel unserer Bildungsfürsten lange warten.

Man hört es klagend aus vielen Fachbetrieben: Uns fehlen qualifizierte Mitarbeiter. Jedem zweiten Betrieb im elektro- oder informationstechnischen Handwerk fehlen Fachkräfte. Befragt man die Unternehmer, so ist die Ursache klar. Die Bewerber haben einfach zu geringe Qualifikationen für die stetig wachsenden Anforderungen. Die Bewerber sind also schuld. Gleichzeitig weiß man aber aus entsprechenden Studien, dass das Thema Weiterbildung in kleinen und mittleren Handwerksunternehmen ein Schattendasein führt.

Die meisten sind auf diesem Gebiet ziemlich inaktiv. Je größer die Unternehmen, desto höher die Chance auf Weiterbildung. 60 Prozent der Betriebe unter 50 Mitarbeitern haben kein betriebliches Weiterbildungsangebot. Dabei stellen gerade sie insgesamt die meisten Arbeitsplätze. Hier ist noch Potenzial. Von außen ist nicht viel Hilfe zu erwarten. Der Talentpool schrumpft und die OECD rügt nicht ohne Grund die geringen Bildungsinvestitionen in Deutschland.

Viele reden sich darauf hinaus, dass ihnen die Ressourcen für eine systematische Personalentwicklung fehlen. Lieber investiert man in Technik. In Stellenanzeigen und Bewerbungsgesprächen werden zwar oft vollmundig Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten versprochen, im betrieblichen Alltag spielen sie allerdings kaum mehr eine Rolle. Einmal eingestellt, ist der Mitarbeiter häufig nur noch ein kostenintensiver Produktionsfaktor. Strategische Personalarbeit hat in vielen Handwerksunternehmen keine Bedeutung. Weder macht man sich groß Gedanken über die Zukunftschancen der Mitarbeiter, noch informiert man über externe Weiterbildungsangebote – von Zuschüssen zur Finanzierung oder Freistellung ganz zu schweigen. Sollen sich doch die Leute selbst drum kümmern...

Hier liegt eine große Chance für Unternehmer, die vorausschauend denken und handeln. Sie sichern sich langfristig qualifizierte und motivierte Mitarbeiter, indem sie alle Register des Personal-Marketings ziehen. Wer in Führungskompetenz investiert, auch in Krisenzeiten zu seinen Mitarbeitern steht, wer, die demographische Entwicklung vor Augen, auch älteren Arbeitnehmern eine Perspektive bietet und in seinen Fachkräften weniger den Produktionsfaktor als den Menschen sieht und dies auch offensiv kommuniziert, der wird zukünftig im Wettbewerb deutlich vorn liegen.

www.greinerteam.de

Ausgabe:
g+h 06/2011
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