15. DEZEMBER 2017

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Neue Aufgaben für den Zählerplatz


Technik Innentitel

Hager. - Die energiepolitischen Rahmenbedingungen – beispielsweise mit den Veränderungen in der Versorgungsstruktur und dem massiven Ausbau der erneuerbaren Energien – wirken sich auch spürbar auf die Elektroinstallationstechnik in Gebäuden aus.
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Die gesetzlichen Vorgaben hinsichtlich eines ökonomisch und ökologisch effizienten Umgangs mit elektrischer Energie haben unmittelbare Folgen auf die Ausstattung des Zählerplatzes. In diesem Beitrag erfährt der Elektrotechniker, welche wesentlichen Änderungen sich in der Praxis für ihn ergeben und wie er die Anforderungen erfüllen kann.

§21b des EnWG schreibt vor, dass seit dem 1. Januar 2010 bei Neubauten und umfangreichen Renovierungen Messeinrichtungen vom Messstellenbetreiber einzubauen sind, die dem Anschlussnutzer seinen tatsächlichen Energieverbrauch und seine tatsächlingen Nutzungszeiten widerspiegeln; §40 verpflichtet den Energielieferanten, mit dem Kunden – sofern er es wünscht – eine monatliche, vierteljährliche oder halbjährliche Abrechnung zu vereinbaren.

Die aktualisierte Fassung des EnWG vom Juli 2011 definiert in §21d die dafür einzusendenden Messeinrichtungen neu als Messsysteme. Ein Messsystem im Sinne dieses Gesetzes ist danach eine in ein Kommunikationsnetz eingebundene Messeinrichtung zur Erfassung elektrischer Energie.

Der entscheidende Punkt der Neufassung ist die Vorgabe, dass die Messeinrichtung – also der Zähler – in ein Kommunikationsnetz für den Datenaustausch eingebunden sein muss. In §21c werden die Rahmenbedingungen für den Einbau solcher Messsysteme beschrieben.

Um mit einer solchen Messsystem-Infrastruktur effizient und effektiv den Grundstein für ein Smart Grid zu legen, setzt der Gesetzgeber den Schwerpunkt auf Neuanlagen und große Renovierungen bei Gebäuden mit Verbräuchen von über 6.000 KWh sowie mit Energieerzeugungsanlagen mit Leistungen von über 7KW installierte Leistung.

In allen anderen Gebäuden sind die beschriebenen Messsysteme einzubauen, wenn es technisch möglich und wirtschaftlich vertretbar ist. Generell gilt, dass für den Anschlussnutzer keine Mehrkosten entstehen sollen. Die technische Umsetzung dieser Vorgaben greift die Anwendungsregel VDE-AR-N 4101:2011-8 vom 1. August 2011 auf.

Sie beschreibt Art und Umfang der technischen Mindestanforderungen an Zählerplätze in elektrischen Anlagen einschließlich Erzeugungsanlagen, die an das Niederspannungsnetz angeschlossen werden, sowie deren Umgebungsbedingungen.

Hierbei sind die Anforderungen an die Installation von vollmodularen Messsystemen im Sinne des EnWG 2012 berücksichtigt. Damit bereitet diese VDE-Anwendungsregel den Zählerplatz für Anwendungen wie zum Beispiel Smart Metering und Smart Grid vor.

Für die Gebäudetechnik im Wohn- und Zweckbau stellen diese Rahmenbedingungen eine große Herausforderung dar. Die gesetzliche Zielvorgabe ist klar: Die Schaffung einer effizienten Gebäudeinfrastruktur bei einem gleichzeitig möglichst wirtschaftlichen Umgang mit Energie. Das erfordert die Integration neuer Funktionen und Anwendungen in die Gebäudetechnik, die in Zukunft ein deutlich größeres Aufgabenspektrum abdecken muss wie beispielsweise:

+ die Anzeige von Energie-Informationen für mehr Verbrauchstransparenz;
+ ein innovatives, intelligentes Energiemanagement;
+ umfassende Einbeziehung aller Verbrauchseinrichtungen wie Heizung, Lüftung, Klimatisierung, Beleuchtung und Ladestationen für Elektro-Autos;
+ Reduzierung der Energiekosten;
+ die Erhöhung des Eigenverbrauchs regenerativ erzeugter Energie sowie gegebenenfalls deren Speicherung.
All diese Aufgaben und Funktionen sind als Subsysteme in die elektrotechnische Gebäudeinfrastruktur miteinander vernetzt einzubinden, um durch ein intelligentes Zusammenspiel einen hohen Wirkungsgrad zu erreichen.

Der Zählerplatz ist dabei von entscheidender Bedeutung. Er übernimmt mehr und mehr die Aufgabe einer Technikzentrale – als energetische Verteilstelle für den elektrischen Strom und in seiner neuen Funktion als datentechnischer Knotenpunkt für Kommunikation. Das betrifft sowohl den privaten Wohnbau als auch den Zweckbau, der im Vergleich deutlich höhere Einsparpotenziale pro Gebäude bietet.

Von zentraler Bedeutung für die Erfassung und anschließende Weiterleitung der Energiedaten ist die Messeinrichtung. Eine Ausweitung der Messeinrichtung hin zu einem Messsystem mit Kommunikationsmöglichkeit durch den Gesetzgeber lässt sich am einfachsten mit einem modular aufgebauten Konzept wie dem eHZ-System umsetzen.

Die Anforderungen der VDE-AR-N 4101:2011-8 gelten sowohl für Zählerfelder mit integrierter Befestigungs- und Kontaktiereinrichtung (BKE-I nach DIN V VDEV 0603) als auch für Zählerfelder nach DIN 43870 mit 3-Punkt-Befestigung in Verbindung mit einer „Befestigungs- und Kontaktiereinrichtung Adapter mit Zusatzraum“ (BKE-AZ). Für beide Anforderungen hat die Industrie Lösungen entwickelt.

Die eHZ-Zählerplätze führender Hersteller erfüllen serienmäßig nicht nur wichtige Eigenschaften wie beispielsweise den sicheren und unterbrechungsfreien Zählerwechsel, sondern sie weisen in der Regel bereits ab Werk Installationsräume auf, um Zusatzfunktionen wie beispielsweise die Kommunikationseinrichtung eines Messsystems integrieren zu können.


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Ausgabe:
g+h 01/2012
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