15. DEZEMBER 2017

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Die Energiewende zu Ende denken


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Es ist jetzt an der Zeit, dass sich deutsche Hersteller mit schlüssigen Systemlösungen neu positionieren, anstatt immer weiter verfallenden Komponentenpreisen hinterherzulaufen.

Mit der Fassung des EEG vom Juni, rückwirkend zum April, sind wir fast unbemerkt in eine neue Zeit eingetreten: Erstmals hat die Solarvergütung den Bezugspreis der Privatkunden für Netzstrom deutlich unterschritten. Auf 19,5 Cent hatte man sich für April geeinigt, mit einem einprozentigen Abschlag jeden weiteren Monat. Wer also jetzt im September eine Anlage bis 10 kW Leistung in Betrieb nimmt, erhält nur noch 18,54 Cent für jede verkaufte Kilowattstunde, ab Oktober sind es für Neuanlagen dann 18,36 Cent und so weiter. Vorbehaltlich weiterer Anpassungen nach unten. Dass die gegenwärtige Regierung der Photovoltaik so schnell wie möglich den Hahn abdrehen will, ist mittlerweile ein offenes Geheimnis.

Dabei lässt sich aus den genannten Zahlen leicht ablesen, dass aus dem Renditemodell Photovoltaik „über Nacht“ eines der besten Modelle zur Vermeidung von Energiekosten geworden ist. Denn private PV-Betreiber der jüngsten Generation können sich mit der Vergütung für eine solare Kilowattsunde keine aus dem Netz kaufen. Umgekehrt können sie aber mit dem Einsatz einer solaren Kilowattstunde 22 Cent (oder mehr) für Strom aus dem Netz vermeiden. Noch interessanter wird dieser Gedanke, wenn man sich vom Blick auf die Vergütung löst und die Gestehungskosten für Solarstrom ansetzt. Die reichen in Deutschland, je nach Region, nämlich selbst bei Kleinanlagen schon bis auf 13 Cent hinab. So errechnet in einer Studie des Fraunhofer ISE vom Mai. Und die Preise fallen weiter. Es ist an der Zeit, in neuen Dimensionen zu denken, die Energiewende zu Ende zu denken: Das „all electric home“ ist als Idee schon seit Jahren im Gespräch, jetzt rückt es in greifbare Nähe. Es lässt sich rechnen und die Technologien dafür stehen bereit.

Stromversorgung und Temperierung des Hauses über erneuerbare Energiequellen im Verbund mit intelligenten Speicherlösungen und ausgefeiltem Energiemanagement zu verwirklichen, eröffnet eine einmalige Chance. Privathaushalte können sich von alten und künftigen Monopolen entbinden. Marktliberale und Strukturkonservative haben von jeher gegen jegliche Förderung der Photovoltaik agitiert, je erfolgreicher sie war, umso heftiger. Sie haben den wahren Wert der Energiewende nie verstanden. Oder ihre „Gefahren“ nur zu gut? Weitsichtige Bauherren und Architekten jedenfalls werden die befreiende Kraft der Sonne für sich zu nutzen wissen

www.kaco-newenergy.de

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g+h 05/2012
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