14. DEZEMBER 2017

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Brandschutz und Orientierung


Innentitel

Priorit - In Göttingen wurde das Schwann-Schleiden-Forschungszentrum eingeweiht. Mit Priodek H wurde nahezu der gesamte Flurinnenausbau gestaltet: Die einheitliche rote Oberfläche mit durchgehenden, einheitlichen Fugen kaschiert, dass es sich um unterschiedliche Materialstärken des Innenausbaus und des Brandschutzes handelt.
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Das Gebäudekonzept, in dem sich Labore und Büroeinheiten ergänzen, wird durch das Farbkonzept besonders hervorgehoben. Gestalteter Sichtbeton verbindet rote Laborbereiche mit weißen Verwaltungseinheiten.

Die Grenzlinie zieht sich mitten durch die Gebäude hindurch und gibt den Besuchern auf diese Weise eine klare Orientierung. Architektonisch unliebsame Einrichtungen wie Versorgungskanäle, Garderoben und Archive spielen in dem Architekturkonzept eine ebenso untergeordnete Rolle wie Versammlungsflächen, Lager und Brandschutz.

Trotzdem ist alles sehr gut gelöst und ausreichend vorhanden, spielt jedoch in der Gestaltung keine Rolle und integriert sich in die moderne, zweifarbige Architektur ohne zu stören. Lange Flure verbinden die linksseitigen Labore mit den rechtsseitigen Büroarbeitsplätzen.

Die aktiven Wissenschaftler und Studenten profitieren von den kurzen Wegen zwischen Labortischen und Schreibtischen. Alle notwendigen Labor-Versorgungseinrichtungen wurden in Steigeschächten zwischen den Flur- und Laborwänden untergebracht.

Dem Architekturkonzept entsprechend haben diese Steigschächte eine rote Oberfläche und nehmen auch die Strom- und Gasverteilung und die Muster-, Akten- und Garderobenschränke der Mitarbeiter auf. Alles ist von den Fluren aus zugänglich und wurde nichtbrennbar sowie feuerhemmend ausgeführt, um die Funktion der Flucht- und Rettungswege zu gewährleisten.

Die Brandschutzvorschriften des deutschen Baurechts lassen keinen Zweifel daran, dass die Elektroinstallationen und die sie umgebenden Schächte und Verteileranlagen hohe Brandgefahren bergen. Und der Gesetzgeber hat Recht: Statistisch gesehen entstehen über 40 Prozent aller Gebäudebrände durch spannungsführende Leitungen, Installationen und Elektrogeräte. In Schächten breiten sich die Brände besonders schnell aus.

Hohe Brandlasten der Dämmstoffe und die etagenübergreifende Vernetzung erhöhen das Gefahrenpotenzial erheblich.

In Gesetzen und Verordnungen fordert der Gesetzgeber konkrete bauliche Maßnahmen, wenn es um Elektroinstallationen, Schächte und Verschlüsse in Flucht- und Rettungswegen geht. Vorgeschrieben sind nichtbrennbare Baumaterialien, die Entstehungsbrände über mindestens 30 Minuten zurückhalten und dichtschließende Verschlüsse, um die Flucht- und Rettungswege im Brandfall ausreichend lange rauchfrei zu halten.

Brandschutz ist immer im Kontext der Gebäudestruktur und Gebäudenutzung zu sehen. Die Vorschriften für Büros und Forschungszentren sind andere als für Einkaufszentren oder Hotels. Sonderbauvorschriften die dies berücksichtigen, runden das Baurecht ab und erlauben detaillierte Aussagen zur Ausgestaltung der Flucht- und Rettungswege, zur Beschaffenheit von Baumaterialien und der Leistungsfähigkeit von Brandabschottungen.

Brandschutzkonzepte geben den Gebäuden eine klare Zuordnung zu den Sonderbauten und regeln die Brandschutz-Anforderungen. Das Priorit System 42 mm ist ein zertifiziertes Brandschutz-System aus nichtbrennbarem Material mit pflegeleichten Oberflächen. Die Bauteile sind sehr robust und greifen mit ihren Oberflächen und Verarbeitungsmöglichkeiten die Gestaltung des Innenausbaus auf. Bezeichnend sind die weit öffnenden Revisionsverschlüsse für Wartungsarbeiten und Kabel-Nachbelegungen in Schächten und an Verteileranlagen. Daher sind der Planung und Verbauung nahezu keine Grenzen gesetzt. Schacht und Wandkonstruktionen mit Priowall können bis zu Bauhöhen von 4,80 Meter erfolgen und beliebig viele Revisionsverschlüsse beinhalten.

Das eingesetzte Priodek H Material ist unempfindlich gegen Feuchtigkeit und handelsübliche Reinigungsmittel. Die Installationen sind abhängig von ihrer Verbauung inklusive aller Revisionsklappen und Schottungen 30 Minuten/90 Minuten rauchdicht und feuerbeständig. Kalter und brandheißer Rauch werden zurückgehalten und Feuer hat keine Chance zur Ausbreitung.

Das sehr schlanke Brandschutzmaterial Priodek H ermöglicht die Abschottung von brandgefährdeten Bereichen, wo andere Konstruktionen zu viel Platz benötigen: Fluchttüren, die wie im Forschungszentrum an Schränke und Schächte anschließen, dürfen nicht versperrt werden. Und Verteiler dürfen durch Ihre Abschottungen nicht die Verkehrsflächen der Fluchtwege einschränken. Die Materialstärke von Priodek H stellt ohne weitere Stützen, Ständer und Hinterfütterungen den kompletten Brandschutz sicher.


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g+h 08/2012
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