12. DEZEMBER 2017

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Wärmepumpen für den Netzausgleich


Meinung

"Die aktuell wirtschaftlichste Form, um überschüssigen Strom aus erneuerbaren Energien zu nutzen, ist „Power to Heat“. Wärmepumpen bieten dafür die weitaus effizienteste Lösung."

Der Anteil von Strom aus erneuerbaren Energien (EE) soll bis 2050 auf 80 Prozent anwachsen. Wetterbedingte, tages- und jahreszeitliche Schwankungen verursachen bereits heute hohe Über- oder Unterkapazitäten, die mit dem weiteren Ausbau der EE noch zunehmen werden. Voraussetzung für die effiziente Nutzung des Stroms aus EE sind Smart-Grid-Ready-Wärmepumpen für Heizung und Warmwasser mit intelligenter Regeltechnik. Bei normalem Stromangebot erzeugt die Wärmepumpe die gewünschte Heizwasser-Normaltemperatur im Pufferspeicher, zum Beispiel 35°C oder 50°C. Steht billiger Strom im Netz zur Verfügung, heizt die Wärmepumpe den Pufferspeicher auf eine erhöhte Solltemperatur, zum Beispiel 65°C auf und legt so mit den günstigen Tarifen einen Wärmevorrat an. Wer heute eine Wärmepumpe ohne Smart-Grid-Tauglichkeit anschafft, handelt nicht zukunftsorientiert, da er nicht von den volatilen Strompreisen profitieren wird.

Unabhängig davon ist bereits heute die Technik zur Nutzung von Solarstrom aus einer eigenen Photovoltaikanlage einsetzbar. Die erhöhte Solltemperatur wird immer dann erzeugt, wenn die Sonne viel Energie liefert, und bei Nacht oder an sonnenarmen Tagen greift der Nutzer auf die gespeicherte Wärme zurück. Ausgehend von einem Warmwasserbedarf von 40 Litern pro Tag und Bundesbürger, wendet Deutschland rund 190 GWh täglich für die Warmwasserbereitung auf. Zu dessen Deckung benötigt man 223.529.412 kWh beim Einsatz von Gas, und bei Direkterwärmung mit Strom 193.877.551 kWh. Bei Nutzung einer Wärmepumpe mit einer Jahresarbeitszahl (JAZ) von 3,5 reduziert sich der Energiebedarf auf 54.285.714 kWh und damit auf rund ein Viertel gegenüber Gas.

Laut Berechnungen von Stromversorgern lassen sich pro Jahr rund 23,2 TWh aus Gas, Öl oder Holz einsparen, wenn man davon ausgeht, dass im Jahr 2020 an rund 100 Tagen überschüssiger Strom zur Verfügung steht. Mit der eingesparten Energie könnten dann laut RWE mehr als 10 Spitzengaskraftwerke (Typ Irsching5 mit 860 MW Leistung bei einer Auslastung von knapp 60 Prozent an 1.500 Stunden im Jahr) betrieben werden und Lasten im Netz ausgleichen. Smart-Grid-fähige Warmwasser-Wärmepumpen eignen sich zudem besonders gut zur Nutzung selbst erzeugten Photovoltaik-Stroms.

Karl Ochsner
Geschäftsführer Ochnser Wärmepumpen

www.ochsner.de


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