16. DEZEMBER 2017

zurück

kommentieren drucken  

Der Mensch kommt vor dem Schalter


Talk

Jung. - Nach Abschluss seiner Neubaumaßnahmen setzt das Unternehmen auf einen hohen Automatisierungsgrad und den Standort Schalksmühle. „Made in Germany“ hat einen hohen Stellenwert. g+h sprach mit dem geschäftsführenden Gesellschafter, Harald Jung, darüber.
Mehrseitiger Artikel:
1 2 3 4  

Herr Jung, was hat sie dazu veranlasst, eine so umfassende Neugestaltung Ihres Unternehmens durchzuführen?

Unserem ehemaligen Geschäftsführer, Herrn Schulte und mir, war bereits vor sehr vielen Jahren klar, dass unser Unternehmen weder von der Architektur noch von den Prozessabläufen her langfristig so bleiben könnte. Und noch weiter zurückliegend, hat es einmal ein Gespräch zwischen Herrn Schulte und meinem Vater gegeben, in dem mein Vater Herrn Schulte fragte, wie man eigentlich das riesige Gelände, das damals in weiten Flächen noch unbebaut war, nutzen könnte. Schon damals hatte Schulte sehr viel Weitblick bewiesen. Da wir räumlich einerseits durch die Bundesstraße, andererseits durch den Fluss und den Bahndamm in unseren Expansionsmöglichkeiten eingeschränkt waren, sah er darin genügend Reserveflächen für eine Unternehmenserweiterung. Und er sollte recht behalten. Das Unternehmen wuchs und immer mehr Gebäude wurden errichtet.

Und Ihr Vater, der ja offensichtlich zunächst skeptisch war, begleitete das Unternehmenswachstum mit Begeisterung?

Letztlich ja, aber für ihn gab es die Philosophie, dass „Bau, Steine und Erden“, also Gebäude, zwar notwendig seien, aber noch wichtiger die Menschen und die Maschinen in ihnen. Das war bereits bei meinem Großvater Credo. Und im Grunde ist es bis heute so geblieben. Die Menschen und Maschinen müssen eine Hülle haben. Ein Gebäude errichten kann jeder und Maschinen kaufen ebenso, aber die Menschen, die im Gebäude mit den Maschinen arbeiten, sind für das Unternehmen am wertvollsten. Mein Vater verfolgte stets die Philosophie: „Der Mensch kommt vor dem Schalter.“

Wir sind sehr stolz auf unsere Mitarbeiter und natürlich hoffen wir, dass unsere Mitarbeiter auch stolz auf unser Unternehmen sind.

Sie haben im Zuge ihrer Neubaumaßnahmen einen ausgesprochen hohen Automatisierungsgrad in der Produktion realisiert, hat dies zu Entlassungen geführt?

Wer als Unternehmer umfassend automatisiert, möchte damit selbstverständlich auch Kosten in der Produktion einsparen und diese sind, das kennt man vor allem von großen Konzernen, fast immer mit dem Abbau von Arbeitsplätzen verbunden. Wir waren jedoch von vornherein bestrebt, die Umstrukturierungen des Unternehmens so sozialverträglich wie möglich zu gestalten. Und es hat auch keine betriebsbedingten Kündigungen gegeben. Vorruhestandsregelungen und Umgruppierungen vom alten zu einem neuen Arbeitsplatz sowie der Wechsel von Schalksmühle nach Lünen haben die Umstrukturierung für alle Parteien ausgesprochen sozialverträglich gestaltet. Im Fokus unseres Handelns steht die zentrale Aufgabe, unser Unternehmen langfristig wettbewerbsfähig und zukunftsfähig zu gestalten.

Für die Gesellschafterfamilien und mich als Namensträger ist es die primäre Aufgabe, die Sicherheit der Arbeitsplätze hier vor Ort auf Dauer zu gewährleisten. Wer die Szenarien aus anderen Unternehmen kennt, wenn Investmentgruppen auftreten oder letztlich aufgrund fehlerhafter strategischer Entscheidungen Insolvenz angemeldet werden muss, wird verstehen, dass wir niemals in eine solche Situation kommen möchten.

Insofern sind die hier vor Ort getroffenen Entscheidungen ein Instrument der langfristigen Sicherung von Jung und der mit ihm verbundenen Arbeitsplätze.


Mehrseitiger Artikel:
1 2 3 4  
Ausgabe:
g+h 03/2015
Unternehmen:
Bilder:
ELMOS Photo-Design
6 Unternehmens-Videos:
  • smart-housing -..
  • App für das iPh..
  • TKM live - Türk..
  • Einfach. Intuit..
  • JUNG Smart Cont..
  • JUNG CO2
1 Unternehmens-Katalog:

kommentieren drucken  


ANZEIGE

 

 
» Finden Sie weitere Fachartikel in unserem Artikelarchiv


Bleiben Sie in Verbindung

  Jetzt Newsletter
abonnieren!


Aktuelle Ausgaben