13. DEZEMBER 2017

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Ein profitabler Vollsortimenter


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F-Tronic. - Vor drei Jahren wechselte das Unternehmen seinen strategischen Kurs. Klare Produktfelder, die Konzentration auf den dreistufigen Vertrieb und der Wunsch, kontinuierlich und profitabel zu wachsen geben den Weg vor. g+h hat darüber am Stammsitz in Saarbrücken mit dem geschäftsführenden Gesellschafter gesprochen.
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Herr Dawedeit, würden Sie uns zum Einstieg ins Gespräch etwas zu Ihrem Werdegang sagen?

Ja, sehr gerne. Ich bin 57 Jahre alt, habe Ingenieurwesen und Betriebswirtschaft studiert und während meiner beruflichen Karriere vier prägende Stationen durchlaufen – meistens bei größeren Mittelständlern. Bevor ich zu F-Tronic wechselte, habe ich 13 Jahre für ein sehr großes mittelständisches Unternehmen mit rund 10.000 Mitarbeitern und etwa zwei Milliarden Euro Jahresumsatz gearbeitet. Dort war ich für Europa für 29 Tochtergesellschaften und zuvor für den Gesamtvertrieb Deutschland verantwortlich.

Nach zahlreichen organisatorischen und strategischen Veränderungen ist in mir der Entschluss gereift, mich beruflich zu verändern. Deshalb bin ich im Oktober 2012 als Geschäftsführer in die F-Tronic GmbH eingetreten. Mich hat vor allem die Tatsache gereizt, dass es sich um ein mittelständisches Familienunternehmen handelt, dass von der Größenordnung noch weit entfernt von den Konzernstrukturen meines vorherigen Arbeitgebers ist.

Welche Gründe sprachen dafür, gerade F-Tronic auszuwählen?

Ich habe mir zunächst das Produktportfolio sowie die Produktion angeschaut und schon rasch festgestellt, dass in diesem Unternehmen eine vielversprechende Grundsubstanz vorhanden ist. Die Fertigung sowie das bereits vorhandene Produktspektrum überzeugten mich so, dass ich mich auch für eine Direktbeteiligung am Unternehmen entschied und Anteile erwarb.

Geben Sie uns doch bitte einen kurzen Abriss der Geschichte dieses Unternehmens?

F-Tronic ist 25 Jahre alt und besitzt seine Kernkompetenz in der Kunststoffverarbeitung. Aktuell haben wir 33 Spritzautomaten, die überwiegend von deutschen Maschinenbauunternehmen gefertigt wurden und über eine ausgesprochen hohe Qualität verfügen. Anfänglich war das Unter-nehmen einmal Zulieferer einer großen A-Marke im Bereich Elektrotechnik. Aufgrund diverser Meinungsverschiedenheiten zu jener Zeit entschlossen sich die Verantwortlichen im Unternehmen dann, eine eigene Produktmarke zu etablieren. Das inhabergeführte Unternehmen investierte in der Folge sehr viel in neue Werkzeuge. Auf der Produktseite bildeten Zählerschränke und Verteiler einen Schwerpunkt; parallel dazu begann man mit der Dosenfertigung. F-Tronic ist durch den Entwickler Wienfried Fohs auch der Erfinder der winddichten Geräte-Dose auf Basis der Zweikomponententechnik.

Damit stand das Unternehmen von Beginn an im Wettbewerb zu sehr namhaften großen Unternehmen.

Das ist sicherlich richtig. Es wäre sicherlich auch einfacher gewesen, sich als kleines Unternehmen eine Marktnische zu suchen, um dort sehr rasch eine Spitzenposition einzunehmen. Dies hat man allerdings nicht getan, und heute wäre es müßig darüber nachzudenken, ob es richtig war und wie die Geschichte des Unternehmens verlaufen wäre, wenn man sich anders entschieden hätte. Mit meinem Eintritt ins Unternehmen im Oktober 2012 hat dann eine grundsätzliche Neuausrichtung stattgefunden.

Wodurch ist diese Neuausrichtung beziehungsweise Neustrukturierung gekennzeichnet?

Im ersten Schritt haben wir zunächst einmal gefragt, welches Image unser Unternehmen bei den Kunden hatte, was sie mit F-Tronic assoziieren. Die Antworten waren recht ernüchternd und reichten von „Bauchladen“ bis zu „von jedem ein bisschen und nichts so ganz richtig“. Diese Aussagen haben dann aber den Grundstein für die strategische Neuausrichtung gelegt. Mir war sofort klar, dass wir uns auf Kernkompetenzen konzentrieren werden und im Marketing ganz klar kommunizieren müssen, was wir wollen und wofür wir stehen.

Und wofür steht Ihr Unternehmen heute?

F-Tronic steht für Zählerschränke als Komplettprogramm, von der Projektierung bis zur Auslieferung in vier Tagen. Wir bieten dem mittelständischen Großhandel und dem Installateur ohne Lagerhaltung innerhalb von vier Tagen Komplettlösungen bei Zählerschränken. Dieser Produktbereich spiegelt rund ein Drittel unseres Umsatzes wider. Nicht zuletzt deshalb werden wir zur Light + Building unser Zählerschrankprogramm 2.0 vorstellen. Dieses neue und innovative Programm wird dem Installateur unter anderem eine respektable Zeitersparnis bei der Montage liefern.

Eine zweite, sehr wichtige Säule ist der Bereich Verteiler, in dem wir ebenfalls Vollsortimenter sind. Es ist meine Philosophie, wenn wir uns für einen Produktbereich entschieden haben, hier auch Vollsortimenter zu sein. Dies ist auch ganz wichtig in der Zusammenarbeit mit dem Elektrogroßhandel und dem Elektrohandwerk. Bei Verteilern sind wir übrigens auch OEM-Lieferant und Hersteller von Hausmarken für den Elektrogroßhandel.

Die dritte Produktsäule bilden die Dosen. Aktuell sind wir hier mit unseren Brandschutzdosen gestartet, wobei wir nicht nur Dosen, sondern auch Schottdurchführungen anbieten. Auch bei den Dosen ist es unser Ziel, den Elektroinstallateur stets mit Komplett-Systemen zu versorgen.

Zur Light + Building werden wir mit einem kompletten Befestigungssystem kommen und mit 25 weiteren Produkten das gesamte Befestigungsmaterial abbilden. Im April dieses Jahres sind wir mit unserer fünften Produktsäule gestartet, den Industriegehäusen. Auch hier werden wir für Industrie und Handwerk attraktive Lösungen anbieten.


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Ausgabe:
g+h 08/2015
Unternehmen:
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1 Unternehmens-Video:
  • F-Tronic – Qual..

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