16. DEZEMBER 2017

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Auf zu neuen Ufern


Titelstory

Hausmann & Wynen. - Nach 15 Jahren Betriebszugehörigkeit wurde Sven Wollthan am 1. März 2016 in die Geschäftsführung berufen. Mit g+h sprach er über das starke Team an seiner Seite und Wege, das gesunde Fundament mit Elan in die Zukunft zu führen.
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Herr Wollthan, wann und in welchem Bereich sind Sie bei Hausmann & Wynen eingestiegen?
2001 habe ich – nach langem Sträuben – als Vertriebsaußendienstmitarbeiter im Neuvertrieb für Powerbird bei Hausmann & Wynen angefangen. Es hat einen guten Freund von mir, der schon damals hier gearbeitet hat, über ein Jahr an Überredungskunst gekostet, bis ich endlich das erste Gespräch mit Reinhard Hausmann geführt habe. Jeder, der Reinhard Hausmann kannte, weiß, dass er sehr charismatisch und sehr überzeugend sein konnte. Und es kam, wie es kommen musste: Morgens bin ich ohne große Erwartungen in dieses Gespräch gegangen und abends habe ich den Arbeitsvertrag unterzeichnet. Rückblickend war das eine meiner besten Entscheidungen, zumindest beruflich. Obwohl ich wirklich sehr skeptisch war, was die Branche betrifft. Ursprünglich komme ich aus der Förder-, Lager- und Kommissionier-Technik. Das sind sehr erklärungsbedürftige Produkte. Mit dem Thema Software habe ich mich vorher nie wirklich beschäftigt, und bin davon ausgegangen, dass es sich hier um Produkte von der Stange handelt, die nicht den nötigen Anspruch mit sich bringen. Das hat sich dann während des Gespräches sehr schnell verändert. Die Komplexität von Powerbird gefiel mir, das Konzept Hausmann & Wynen gefiel mir. Es ist wirklich eine spannende Aufgabe, den Kunden eine professionelle, auf sie zugeschnittene Lösung zu präsentieren. Letztendlich hat kein Interessent identische Anforderungen, jeder Kunde hat neben den Standard-Wünschen andere Anforderungen und die gilt es zu erfüllen. Jetzt und in Zukunft.

Lässt sich das so individuell zusammenstellen?
Auf jeden Fall. Wir haben neben unserem Standardprodukt fast 50 Module, die man individuell und zu jeder Zeit andocken kann. Unsere Aufgabe ist es, den Kunden dahingehend zu beraten, dass er aus diesem Baukastensystem die richtigen Teile für sich findet und auch sieht, dass er für die Zukunft gut gerüstet ist, weil er seine Lösung nach seinem Bedarf ausbauen kann. Ein sehr prominentes Beispiel für die Skalierbarkeit von Powerbird ist einer unserer größten Kunden. Die R & S Solution AG hat vor knapp 20 Jahren mit zwei Arbeitsplätzen angefangen. Jetzt sind es über 200 Arbeitsplätze mit denen über 3.000 Mitarbeiter gesteuert werden. Eine große Stärke von Powerbird und Sitara ist, dass wir die Software flexibel über unsere große Programmierabteilung auch mal an Sonderwünsche des Kunden anpassen können. So gewinnen wir neben der Philosophie „eine Software für alles“ auch immer mehr große Kunden mit sehr individuellen Wünschen. Wie hat sich Ihr Werdegang im Unternehmen dargestellt?
Zu Beginn war ich im Vertriebsneugeschäft unterwegs. Und da gab es auch ziemlich schnell die ersten Reibungspunkte. Die Vorgabe war: Wer im Außendienst-Neuvertrieb ist, macht auch nur Neuvertrieb. Ich habe allerdings damals schon die Philosophie vertreten: Ich kann nicht zu einem Kunden fahren, ihm ein Produkt für vier-, fünf-, sechstausend Euro verkaufen und mich danach nie wieder blicken lassen. Die Umstellung war ein bisschen schwierig, weil es zum einen von der Geschäftsleitung nicht so gewünscht war, und wir zum anderen noch gar keine Gebietseinteilungen hatten, sodass jeder überall unterwegs war. Da wir partiell nur zu zweit waren, stand der Aufwand in keinem Verhältnis. Irgendwann haben Robert Ebert und ich einen Strich in der Mitte gezogen. Damals kümmerte er sich dann um den Süden und ich mich um den Norden bis das Vertriebsteam weiter aufgebaut war. Mit dem Tod von Reinhard Hausmann wurde ich gemeinsam mit Robert Ebert in die Vertriebsleitung berufen. Seitdem kümmere ich mich neben meinem aktiven Verkaufsjob auch um das Marketing und andere Dinge. Es war der erste Schritt, mehr dieses große Ganze zu sehen und eben nicht nur die vertrieblichen Gedanken ins Unternehmen zu bringen.

Bitte erzählen Sie mir etwas zur Unternehmenskultur von Hausmann & Wynen.
Mir ist es ähnlich gegangen wie den meisten Menschen, die hier ins Haus kommen. Man hat ein gutes Gefühl. Hier herrschte ein dynamischer, freundlicher und loyaler Umgangston. Neben innovativen Produkten und einer guten Ausrichtung des Unternehmens, sind die Mitarbeiter einer der Hauptbausteine von Hausmann & Wynen. Wir haben einen sehr guten Draht untereinander, geschäftlich und teilweise auch privat. Alle gehen sehr freundschaftlich miteinander um, auch in turbulenten Zeiten, wenn es mal ein bisschen wilder wird. Dadurch, dass wir eine sehr geringe Fluktuation haben, kennt man sich und geht abends auch mal gemeinsam aus. Zudem veranstalten wir regelmäßig Mitarbeitertreffen beziehungsweise Firmen-Incentives innerhalb der Abteilungen, um dieses Gefüge ein bisschen zu straffen und dieses Wir-Gefühl zu schüren. Aber man muss schon sagen, dass man vielen Mitarbeitern gar nicht sagen muss, was sie zu tun haben, sie leben das Konzept Hausmann & Wynen von sich aus. Dieses Selbstverständnis merken eben auch die Kunden, sie sind bei uns nicht einfach eine Nummer, kennen ihre Ansprechpartner, kennen die Leute im Hintergrund. Man besucht sich gegenseitig, trifft sich auf Messen, unseren Top-Tagen und den Infoveranstaltungen. Es ist einfach eine tolle Gemeinschaft, und auch wenn das Schiff mal ein bisschen schwankt, halten hier alle zusammen, um gemeinsam vorwärts zu kommen.

Wie und wann kam es zu der Entscheidung, dass Sie als geschäftsführender Gesellschafter Teile des Unternehmens übernehmen?
Vor einiger Zeit hat mich Peter Albrecht, der seit 1989 geschäftsführender Gesellschafter ist, gefragt, ob ich mir vorstellen könne, mit ihm gemeinsam die Geschäftsführung zu übernehmen, um die Weichen für die Zukunft zu stellen. Hartmut Wynen, der 1983 zusammen mit Reinhard Hausmann das Unternehmen gegründet hat, wollte sich endgültig zurückziehen. Letztendlich hat mir Peter Albrechts spontane Antwort auf meine Frage: „Warum ich?“, nämlich: „Weil ich mir das gemeinsam mit Dir gut vorstellen kann“, gereicht. Natürlich reden wir auch über viel Geld und einen hohen persönlichen Einsatz, der von mir gefordert ist, aber die Entscheidung ist eigentlich relativ schnell gefallen. Denn A, wann kriegt man schon mal so eine Chance? Und B, fühle ich mich selbst gut gewappnet dafür. Ich kenne das Unternehmen aus dem Effeff, ich weiß, wie hier der Hase läuft. Wir agieren sehr erfolgreich im Markt, haben gute Produkte und ein klasse Team. Natürlich gab es ein paar schlaflose Nächte und Gespräche mit meiner Frau und der Bank wegen der Finanzierungskonzepte. Die ersten Gedanken waren ein formloses Gebilde, das sich von Woche zu Woche zu einem machbaren Konzept entwickelt hat.


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g+h 02/2016
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