16. DEZEMBER 2017

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Die fünf Musketiere


Titel

Moser. - g+h hat den Familienbetrieb par excellence in Würselen besucht und mit Vater und Tochter über Verlässlichkeit und Zukunftssicherheit gesprochen.

Sie führen ein Familienunternehmen mit gleich fünf Familienmitgliedern. Haben Sie das so angestrebt?

M. Moser: Als Eltern hat man ja seine Hoffnungen. Meine Frau und ich haben fünf Kinder, drei davon sind aktuell in der Firma. Von den beiden übrigen studiert einer noch an derRWTHinAachen. In vier bis fünf Jahren werden wir sehen, ob er auch zu uns stößt. Die Jüngste muss erst einmal die Oberstufe zu Ende bringen und dann auch ihre Entscheidungen treffen. Das ist bis jetzt ein sehr erfreuliches Ergebnis, aber bei fünf Kindern sind die Chancen ja auch groß. Im worst case hätten meine Frau und ich die Firma eben in 10 Jahren vermarktet, Management buy out, was auch immer.

K. Moser: Ich habe zunächst eine Banklehre gemacht und bin dann vor knapp zehn Jahren als rechte Hand meiner Mutter hier eingestiegen, um sie bei ihrer administrativen und kaufmännischen Tätigkeit zu unterstützen. Im Laufe der Zeit bin ich dann in den Marketing-Bereich hineingewachsen. Vor zwei Jahren habe ich mit einem berufsbegleitenden BWL-Studium begonnen.

Wie sieht so ein Arbeitsalltag mit Kindern beziehungsweise Geschwistern aus?

M. Moser: Es gibt natürlich gewisse Unterschiede, schon bedingt durch den gleichen Nachnamen. Gravierend ist das aber nicht. Wenn meine Kinder die Firma betreten, haben sie genauso ihre jeweiligen Funktionen zu erfüllen wie jeder andere Mitarbeiter auch. Wobei unsere Mitarbeiter nicht ganz so normale Mitarbeiter sind wie in manchen anderen Betrieben, die kalt geführt werden.

K. Moser: Wir Kinder wissen alle um unsere Verantwortung, die wir dem Unternehmen gegenüber haben. Wenn mein Vater sagt, die Firma ist sein sechstes Kind, sage ich – meine Töchter sind sieben und vier – sie ist mein drittes. Wir lieben diese Firma, sonst wären wir nicht hier. Man könnte sagen, wir haben alle grünes Blut.

Welche Geschäftsbereiche werden familienintern abgedeckt?

M. Moser: Meine Frau kümmert sich um das Tagesgeschäft. Sie ist dafür zuständig, dass die Administration, das Kaufmännische und letztendlich der Geldfluss funktioniert. Ich befasse mich mit allem, was nicht mit dem Tagesgeschäft zusammenhängt. Das A und O ist für uns die Aktualität unserer Software, das heißt, ich versuche das Gras wachsen zu hören, damit die Entwicklung sauber funktioniert. Aber zu meinem Aufgabengebiet gehören auch die Bearbeitung von Reklamationen, das Personalwesen und strategische Dinge, wie neue Verbindungen schaffen und alte Beziehungen pflegen. Christian, unser ältester Sohn war einige Jahre in anderen Unternehmen der IT-Branche. Seit anderthalb Jahren arbeitet er jetzt bei uns in der Entwicklung. Es wird sicher noch seine Zeit brauchen, bis er diesen Part eigenverantwortlich übernehmen kann. Maximilian ist noch in der Ausbildung zum IT-Systemelektroniker. Er ist ein ausgesprochen kommunikativer Mensch, für den später eigentlich nichts anderes als der Vertrieb in Frage kommt.

K. Moser: Meine Schwerpunkte sind Kundenkommunikation, unser Internetauftritt, Broschüren, Pressearbeit, Anzeigenschaltung, Messeauftritte und mit Ihnen reden – also Marketing.

Welches waren in den 30 Jahren die wichtigsten Meilensteine des Unternehmens?
M. Moser: Erst einmal die Gründung. Wir hatten eine Idee und waren beseelt davon. Es war eine Zeit des Aufblühens, alles ging aus sich selbst heraus und wuchs auch aus sich selbst heraus. Der zweite war sicher der Kauf des alten Rathauses von der Stadt Würselen im Rahmen einer Wirtschaftsförderungsmaßnahme. 1988 sind wir hier eingezogen. Ich wollte eine Basis, eine verlässliche Grundlage für unsere Entwicklung. Und diese Entwicklung wollten wir auch nach außen zeigen. Wenn wir unsere Kunden abholen wollen,müssenwiretwas Solides haben. Und das ist neben der Software ein altes Haus. Wir haben es mit unseren Handwerkskunden saniert. Ein nächster Schritt war der frühe Einstieg in die Windowsentwicklung. Zu den letzten 10 Jahren ist zu sagen, dass wir die beiden Krisen gut überstanden haben. Das liegt sicher auch daran, dass wir kaufmännischkonservativaufgestellt sind, wir werfen Schatten im Tunnel.

Bitte erzählen Sie mir von Ihrer Unternehmensphilosophie.

K. Moser: Kontinuität, Innovation und Zukunftssicherheit. Dahinter stehen wir als Softwarefamilie auch mit unseren Produkten. Der Kreis schließt sich bei uns immer. Unsere über 50 Mitarbeiter wissen hier ihren Arbeitsplatz sicher und unsere Kunden können sich darauf verlassen, das es unsere Produkte auch morgen noch gibt.

Was denken Sie, was Ihre Mitarbeiter mit dem Unternehmen Moser verbinden?

M. Moser: Sehr viel. Wenn man eine gute Performance haben will, muss man den Mitarbeitern den Rücken frei halten. Das tun wir, indem wir sichere Arbeitsplätze in einem guten Klima bieten. Wir haben immer ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte unserer Mitarbeiter. Wenn es gewünscht ist, helfen wir gern. Also es wird keiner ans Händchen genommen, aber wir zeigen mögliche Wege auf. Eine Firma hat meiner Meinung nach ja auch die Pflicht egoistisch zu sein. Und der Egoismus heißt: Ich will die Erfahrung im Haus behalten.

K. Moser: Wir haben eine ganz geringe Fluktuation. Einige Mitarbeiter kenne ich schon von Kindesbeinen an. Das verbindet. Natürlich müssen unsere Leute jeden Tag kommen und ihr Geld verdienen, aber sie kommen auch gerne, das ist der Unterschied.

Wie sieht Ihre Jugendpolitik aus?

M. Moser: Aktuell haben wir acht Auszubildende in unterschiedlichen Berufen. Darüber pflegen wir auch Kooperationen und eine Schulpartnerschaft mit dem Gymnasium der Stadt, wo wir regelmäßig berufsberatend tätig werden. Die Jugend braucht heute mehr Führung denn je und vielfältige Denkanstöße.

Ist die Unternehmensgeschichte immer kontinuierlich verlaufen?

M. Moser: Am Anfang, in den Achtziger- bis in die Neunzigerjahre hinein, ging es ein bisschen rasanter, dann bis 2004 etwas zögerlicher. Und heute geht es nicht schnell, aber gleichmäßig aufwärts – ein organisches, beherrschbares Wachstum. Wir sind sehr große Freunde von einem unabhängigen Unternehmertum.

Als Sie angefangen haben waren Softwarelösungen für das Handwerk noch nicht an der Tagesordnung. Wie sind Sie auf die Idee gekommen, da einzusteigen?

M. Moser: Das war reiner Zufall. Das erste Projekt war eine Auftragsbearbeitung für einen Hersteller von Spritzgussteilen. Aus der Kalkulationsthematik ist dann der Kontakt zum Handwerk entstanden. Heute entwickeln wir für die verschiedenen Ausbaugewerke Lösungen für die Projektverwaltung mit einem starken Kalkulationsanteil. Aber zu unseren Kunden zählen auch Dienstleister und kleinere Produzenten.

Wie hat der Markt darauf reagiert? Ist Ihre Idee damals angenommen worden?

M. Moser: In den Achtzigerjahren waren die Zustände paradiesisch. Die Kunden kamen freiwillig. Sie waren experimentierfreudig und geduldig. Es war einfach eine traumhafte Zeit.

Welchen Anteil hat das Elektrohandwerk an Ihrem Kundenstamm?

M. Moser: Einen der Wichtigsten. Der Elektrobereich ist für uns ja nicht nur das Elektrohandwerk, dazu gehören auch die kleinen Fertiger aus der Branche.

Wie gelingt Ihnen der Spagat, die unterschiedlichen Anforderungen der verschiedenen Gewerke zu erfüllen?

K. Moser: Mit dem Lego-Baukasten-Prinzip. Das ist unsere große Stärke. Die Softwarelösungen sind modern und flexibel. Jeder Kunde, egal welche Branche, bekommt seine maßgeschneiderte Lösung. Man kann ja auch branchengleiche Betriebe nicht über einen Kamm scheren, jeder Betrieb ist doch individuell.

M. Moser: Auch unsere Entwicklungen basieren immer auf unserem Baukastensystem. Es gibt standardisierte Schnittstellen, so dass man die Steine nach Bedarf einfach aufeinandersetzen kann.

Welche Unterstützung bekommt ein Kunde, wenn er Ihre Software gekauft hat?

K. Moser: Zum einen gibt es die Möglichkeit einen Betreuungsvertrag abzuschließen. Der beinhaltet die Hotline, regelmäßige Updates, Zugang zu den Kunden-Knowledge-Dates auf unserer Homepage und den Newsbereich, der über neue Funktionen oder Meldungen von Microsoft informiert. Darüber hinaus gibt es Schulungen für den Einsteiger bis zum Chef und Moser-Consulting beim Kunden vor Ort.

M. Moser: Unser Telefonservice endet auch nicht bei den Hot-line-Nummern. Unsere Kunden kommen auch jederzeit bis zur Geschäftsleitung durch. Zuweilen sind sehr gute Inputs dabei, die den Blick auf Schwachstellen freigeben. Aber es kommt auch vor, dass ein Kunde einfach nur mal mit mir reden will.

Welche Größenordnungenhabendie Firmen Ihrer Kunden?

K. Moser: Vom Einzelkämpfer bis zum großen Betrieb. Diabolo eignet sich für bis zu drei Arbeitsplätze. Mosaik läuft bei einem Kunden sogar auf 250 PCs.

M. Moser: Die meisten Mosaik-Anwender haben drei bis acht Arbeitsplätze, aber wir haben auch eine große Anzahl von Kunden mit einer deutlich zweistelligen oder sogar dreistelligen Anzahl von Arbeitsplätzen.

Hat sich das Handwerk aus Ihrer Sicht in den letzten Jahren verändert?

M. Moser: Ja, ganz deutlich. Der Mittelbau bricht weg. Wer nicht die Zeichen der Zeit erkannt hat und sich nicht rechtzeitig mit innovativen Techniken vertraut gemacht hat, steht heute unter einem ganz anderen Druck als früher.

Welche Ziele verfolgen Sie in den nächsten ein, zwei Jahren?

M. Moser: Für die mittelfristige Zukunft, also die nächsten zwei bis vier Jahre, sehen wir technologische Herausforderungen, auf die wir uns vorbereiten werden, um zur rechten Zeit adäquate Lösungen parat zu haben. Aber das ist Zukunftsentwicklung, die natürlich vertraulich läuft. Für unseren Betrieb haben wir, dank Kerstins Bemühungen, eine sehr gute Anfragesituation. Diese Projekte und Standardanforderungen wollen wir möglichst zahlreich in unseren Hafen lenken und qualitativ hochwertig und sauber abwickeln. Auf gut Deutsch: Uns geht es gut.

K. Moser: Oberste Priorität bleibt die Sicherheit der Arbeitsplätze und für unsere Kunden die Gewissheit, dass es bei uns noch lange weitergeht. Die dritte Generation steht auch schon in den Startlöchern. Meine ältere Tochter sagt schon heute, sie möchte mal an Mamas Arbeitsplatz sitzen.


Zum Schluss ein paar Stichworte:

Angela Merkel
K. Moser: Eine Frau in einer Führungsposition finde ich gut.
M. Moser: Ich bin enttäuscht, wie viele Mittelständler.

Deutschland
K. Moser: Ein tolles Land.
M. Moser: Ja, unbedingt. Mit Doppelten Ausrufungszeichen. Außerdem ist es unsere Heimat.

Macht
K. Moser: Macht? Erst mal auch ein bisschen negativ. Ich würde eher sagen Erfolg.
M. Moser: Man muss sie verantwortungsvoll ausüben. Der andere muss immer das Gesicht behalten können.

Familie
K. Moser: Sehr wichtig.
M. Moser: Ja, es ist eine Basis. So wie die Heimat.

Freunde
K. Moser: Auch sehr wichtig.
M. Moser: Das persönliche Umfeld ist verantwortlich für die Lebenszufriedenheit. Ohne die ist der Mensch eine Zimmerpflanze, die kein Wasser hat.

Hobbys
K. Moser: Meine Arbeit.
M. Moser: Ja, das muss sie noch lernen. Hobbys sind sehr wichtig, und es muss was ganz anderes sein als die täglich Arbeit. Ich habe zwei Hobbys. Im Winter eine alte Märklin-Modelleisenbahn und im Sommer schöne, alte Autos.

Lieblingsreiseland
K. Moser: Italien.
M. Moser: Inzwischen Deutschland.

Vorbilder
K. Moser: Meine Eltern.
M. Moser: Helmut Schmidt ist sicherlich ein Vorbild.

Wen oder was verachten Sie am meisten?
K. Moser: Leute, die nicht ehrlich sind.
M. Moser: Dummheit.

Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen?
K. Moser: Bücher aus der Uni.
M. Moser: Ein Buch über Oldtimer-Restauration.

Der Sinn des Lebens
K. Moser: Glücklich sein.
M. Moser: Ja. Definitiv. Unser Lebensglück.

Ganz zum Schluss noch drei Wünsche
K. Moser: Gesundheit, Glück und Erfolg.
M. Moser: Ich bin wunschlos glücklich.

Vielen Dank für das Gespräch.


www.moser.de



SOFTWARELÖSUNGEN

Mit Mosaik profitieren insbesonders große Unternehmen des Handwerks und des Mittelstands von den Möglichkeiten der Kostenrechnung, der Chefanalysen und der betriebswirtschaftlichen Auswertungen. Die Nutzung und Anpassung an moderne Technologien bietet ihnen ein Höchstmaß an Investitionssicherheit. Wenn das Unternehmen wächst, wächst die Software von Moser mit. Die flexible Lösung ist im Baukastensystem angelegt und passt sich so den jeweiligen Ansprüchen des Anwenders und der Unternehmensgröße an. Zudem werden auch die Programmoberflächen den Bedürfnissen der einzelnen Benutzer angeglichen.

Diabolo und diabolo Plus sind Einsteiger-Lösungen für Existenzgründer und kleine Betriebe mit einer klaren Bedieneroberfläche. Sie erleichtern die tägliche Arbeit im Büro. Beide Produkte bieten eine Auftragsabwicklung, eine Termin- und Mitarbeiterplanung, Kundenverwaltung, Kontaktverwaltung und Stammdaten-Verwaltung.

Ausgabe:
g+h 06/2010
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