14. DEZEMBER 2017

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Systematisch durchgeführt


Innentitel

Rittal. - Kabel- und Steckerdurchführungen an Gehäusen und Schaltschränken sind ein kleines Detail, aber nicht selten für Installateure mit viel Aufwand verbunden. Abhilfe schafft jetzt eine neue werkzeuglose Lösung.

Damit Kabel ihre dauerhafte Funktion gewährleisten können, müssen sie vor mechanischen Beschädigungen wie Scheuern oder Kantendruck geschützt werden. Dabei dürfen Undichtigkeiten bei der Kabeleinführung nicht zum „Einfallstor“ für Fremdkörper oder sogar Flüssigkeiten werden und die einzuhaltende Gehäuseschutzart gefährden.

Besondere Anforderungen ergeben sich etwa bei Kabelmehrfacheinführungen und der Einführung von Kabeln mit vorkonfektionierten Steckern. Beim Kabel-Management wurden diese Probleme bei der Einführung in Gehäuse und Schaltschränke je nach Anforderung bisher mit entsprechenden Klemmprofilen, Tüllen und Kabelverschraubungen gelöst.

Die einfachste und schnellste Lösung für zahlreiche, gleichgeartete Kabel stellt die Einführung über Klemmprofile dar. Hierbei wird entweder ein Spalt zwischen zwei Bodenblechen oder zwischen einem Bodenblech und der Gehäuseumkantung genutzt, um Kabel auch mit vorkonfektionierten Steckern einfach und schnell in den Schrank einzuführen. Spezielle Aluminiumschienen können einfach und schnell aufgeklipst werden. Die beidseitig aufgeklebten hochflexiblen Klemmprofile, mit jeweils 30 Millimeter Dicke, umschließen beim Zusammenschieben der Bodenbleche schonend und dicht die Kabel. Somit kann bei sachgerechter Montage die Schrankschutzart problemlos gehalten werden.

Kabel können fast ohne Biegeradius direkt auf die Kabelabfangschiene oder Montageplatte aufgelegt werden dafür sorgt die Anordnung in der hinteren Einbaustellung. Das Profil zur Kabeleinführung für den mittigen Einbau eignet sich auch, um eine zweite Einbauebene zu schaffen. Bei Bedarf ist eine Zugentlastung einfach über eine Kabelabfangschiene realisierbar.

Muss die Einhaltung der Schutzart IP 55 gewährt sein und vor Ort eine einfache sowie schnelle Abdichtung unterschiedlichster Kabel mit und ohne Stecker erfolgen, sind Kabeleinführungsbleche mit Kabeleinführungstüllen die richtige Lösung. Damit kann eine sichere Abdichtung von Kabeln ohne/oder mit vorkonfektionierten Steckern realisiert werden. Rittal bietet Kabeleinführungstüllen mit bis zu 47 Millimeter Kabeldurchmesser sowie Steckerdurchführungstüllen für Kabeldurchmesser von 8 bis 36 Millimeter an.
Für eine freie Positionierung der Bohrlöcher, hohe Packungsdichten sowie hohe Schutzarten von IP 68 bis zu IP 69K ist es sinnvoll, einteilige Bodenbleche mit Kabelverschraubungen aus Messing oder Polyamid zu wählen.

Die verlässliche Abdichtung wird durch einen Kunststoffeinsatz und durch einen O-Ring am Anschlussgewinde sichergestellt. Sind darüber hinaus hohe Anforderungen in Sachen Hygiene gestellt, empfiehlt sich der Einsatz von Hygienic-Design-Kabelverschraubungen, bei denen durch konsequente hygienegerechte Gestaltung das Kontaminationsrisiko beim Anwender deutlich reduziert werden kann. Wo herkömmliche Kabelverschraubungen durch Hohlräume, Spalten und außen liegende Gewinde unwillkürlich Ansatzpunkte für Schmutznester liefern, finden sich bei dieser Lösung nur noch glatte Oberflächen und sanfte Übergänge, bei denen weder Schmutz noch Mikroorganismen eine Chance haben sich niederzulassen.

Wenn bei ähnlich großen Kabeln bis zu einem Durchmesser von 20 Millimeter der Kabelschirm EMV
gerecht direkt an der Kabeleintrittsöffnung des Gehäuses aufgelegt und bis zum Bauteil weitergeführt werden soll, sind EMV-Bodenbleche die richtige Wahl. Hierbei wird lediglich der Kabelmantel an der Eintrittsöffnung in den Schrank ausgespart und über leitfähig ummantelte Klemmprofile kontaktiert. Für unterschiedlich große Kabel bis zu einem Durchmesser von 44 Millimeter sind zusätzlich EMV-Kabelverschraubungen erforderlich. Auch für die Einführung von Leitungen mit großem Querschnitt, bei denen die Kabeleinführung flexibel dem Kabelbiegeradius angepasst werden muss, gibt es entsprechende Komponenten.

Für derartige Anwendungen kommt eine spezielle Modulplatte mit Kabeltülle zum Einsatz, die neben einem Abdichtbereich von Durchmesser 10 bis 65 Millimeter auch höchste Flexibilität bietet. Für den Einbau dieser Modulplatten wurden spezielle Bodenbleche mit Dichtsteg entwickelt, in denen mehrere Modulplatten in unterschiedlichen Ausführungen eingebaut werden können. Neben den Modulplatten mit Tülle stehen Modulplatten mit Ausbrüchen zur Aufnahme von 16- oder 24-poligen Steckverbindern sowie geschlossene zur individuellen Bearbeitung zur Verfügung.

Als Ergänzung zum herkömmlichen Kabel-Management mit Klemmprofilen, Tüllen und Kabelverschraubungen hat Rittal jetzt eine neue Steckerdurchführung entwickelt, die sich durch hohe Flexibilität auszeichnet und Mehrfachanforderungen erfüllt. Damit lassen sich Kabel mit unterschiedlichem Durchmesser und vorkonfektionierten Steckern werkzeuglos durchführen und mit deutlich geringerem Aufwand befestigen. Unerwünschte Begleiterscheinungen wie zum Beispiel Bewegungen der Kabel durch Setzungen oder Verdrehungen sowie Beschädigungen durch Kantendruck, die zu Undichtigkeiten und Funktionsstörungen führen können, gehören damit der Vergangenheit an.

Die neue Steckerdurchführung ist modular aufgebaut und besteht nur noch aus zwei Komponenten – dem Rahmen und dem Dichtmodul. Diese Lösung ist für unterschiedliche Kabeldurchmesser geeignet und bietet dem Anwender eine einfache Durchführung von vorkonfektionierten Leitungen bis Schutzart IP64 nach EN 60 529.

Der glasfaserverstärkte Rahmen dieses Systems besteht aus Polyamid. Er wird zusammen mit einer Flachdichtung direkt in einen 16- oder 24-poligen Steckverbinderausbruch montiert. Dies kann wahlweise innen oder außen am Gehäuse erfolgen je nach Platzverhältnissen und Zugriffsschutz.

Für den Steckverbinderausbruch selbst bietet Rittal seinen Kunden innerhalb von sieben Tagen eine individuelle, saubere und schnelle Bearbeitung von AE-Kompaktgehäusen mit passgenauen Löchern und Ausstanzungen an: den AE-Laser-Express. Die Gehäuse lassen sich auf einem 3D-Faserlaser vor der Lackierung bearbeiten. Das sichert einen optimalen Korrosionsschutz und ermöglicht zudem die Lackierung in allen gängigen RAL-Farben.

Mit der 16- und 24-poligen Steckerdurchführung hat der Anwender die Möglichkeit, bis zu acht, beziehungsweise bis zu zehn Kabel mit unterschiedlichen Durchmessern auf kleinem Raum zu montieren. Dies erfolgt mit Einsteck-Dichtmodulen und ist im Grunde keine Montage, wie bei vielen anderen Lösungen, denn das Modul wird nur in den Rahmen eingeklickt und über Klemmbügel rüttelsicher fixiert. Damit ist die Steckerdurchführung gegen Vibration gesichert, das Kabel zugentlastet und nach IP 64 abgedichtet.

Zusätzliche Teile zum Befestigen werden nicht mehr benötigt. Somit reduziert sich auch die Lagerhaltung der Bauteile. Die Einsteck-Dichtmodule aus Polyamid mit 20 x 20 oder 40 x 40 Millimeter sind so konstruiert, dass sie sich problemlos und schnell an den konfektionierten Kabeln befestigen lassen.

Sie bestehen aus zwei Teilen mit patentierten Dichteinsätzen, die einfach von oben und unten auf das Kabel aufgesteckt werden. Dafür sind weder spezielle Werkzeuge noch Gleit- oder Dichtmittel notwendig.

Um die Flexibilität und Planungssicherheit für den Anwender zu erhöhen, sind diese Dichtmodule so konstruiert, dass sie einen weiten Klemmbereich abdecken. Nur vier Größen reichen aus für Kabeldurchmesser von 4 bis 16 Millimeter. Das hochflexible Dichtmaterial sorgt dafür, dass die Abdichtung von den kleinsten bis zu den größten Durchmessern einwandfrei funktioniert.

So leicht das Montieren der Dichtmodule mit den Kabeln im Rahmen ist, so leicht lassen sie sich auch wieder entfernen. Das ist gerade für Hersteller, die vor der Auslieferung ihrer Produkte noch Testläufe durchführen, ein wichtiger Faktor, der viel Zeit einspart.

Da die Kabel sicher in den Modulen fixiert sind, verbleiben sie bei einer Demontage auch dort. Dies hat den Vorteil, dass es nicht zu einer Verwechselung kommen kann. Die neue Steckerdurchführung eignet sich nicht nur besonders für den Einbau in das TS-8-Schaltschranksystem von Rittal, sondern auch für alle anderen Gehäuse des Systemanbieters. Zur TS-Systemfamilie gehören dabei das TopPult und der CM Kompaktsystemschrank.

www.rittal.de





+ Einfaches Durchführen vorkonfektionierter Leitungen.
+ Austausch einzelner Kabel ohne Demontage des Dichtrahmens.
+ Hohe Schutzart IP64.
+ Steckerdurchführung bestehend aus Dichtrahmen und Dichtmodulen.
+ Lediglich 4 Dichtmodule für den Klemmbereich von 4 bis 16 mm.
+ Dichtrahmen wird direkt am Gehäuse verschraubt.
+ Passend für Flanschplatten und Modulplatten mit Steckverbinderausbruch
+ Dichtmodule halten verliersicher am Kabel.

Ausgabe:
g+h 07/2010
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