20. APRIL 2014

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Webseiten mit Schubkraft


Die Präsenz im Internet sollte heute so selbstverständlich sein wie der Besitz einer Visitenkarte. In der Praxis ist das nicht immer ganz so einfach. Aber wir zeigen Ihnen, wie Sie zu einem Internet-Auftritt kommen, der Ihr Geschäft tatsächlich voranbringt.

Ohne eine gut gepflegte Website kommt heute kaum ein Handwerksbetrieb aus. Auch wer als Kunde eine persönliche Empfehlung erhält, schaut meist ins Internet, bevor er zum Telefonhörer greift. Man will sich selbst einen Eindruck verschaffen, und das Internet ist für die meisten zur zentralen Informationsquelle geworden. Nach einer Studie der Innofact AG suchen inzwischen 42 Prozent der Deutschen ihre Handwerker im Internet und nur noch 7 Prozent in gedruckten Branchenverzeichnissen.

Man denkt über eine Solaranlage oder den Ausbau des Dachgeschosses nach, will renovieren, vielleicht eine Video-Gegensprechanlage installieren lassen: Die meisten tippen ihre Suchanfrage in den schmalen Google-Schlitz. Die Suchanfragen lauten vielleicht „elektrikerarbeiten augsburg“, „solaranlagenbau münchen trudering“ oder „günstig sat tv installieren berlin“. Wer dann unter den ersten Treffern erscheint, eine ansprechende Website hat und vielleicht noch positive Bewertungen von seinen Kunden erhalten hat, für den steigt die Wahrscheinlichkeit den Erstkontakt mit einem potenziellen Auftraggeber zu gewinnen rasant. Doch wer bei Google nicht gefunden wird, ist schnell aus dem Rennen. In Deutschland gibt es derzeit rund eine Million Handwerksbetriebe . Bei Weitem sind noch nicht alle im Internet vertreten, von der Qualität der Auftritte ganz zu schweigen. Wer also jetzt eine wirksame Internet-Strategie entwickelt, hat gute Chancen sich vom Wettbewerb abzusetzen. Was zeichnet eine gute Website aus? Wer sucht, will finden und nicht lange herumklicken. Eine Website muss also eine klare Struktur (Navigation) haben und einfach zu bedienen sein. Mehr als drei „Klicks“ sollten nicht erforderlich sein, um an die gewünschte Information zu kommen. Dass Adresse und Kontaktdaten auf jeder Seite zu seieren sind, versteht sich von selbst.

Geduld ist nicht gerade eine besondere Tugend der Internet-Gemeinde. Daher muss sich die Website sehr schnell aufbauen. Innerhalb von drei bis vier Sekunden muss sich was tun, denn mit jeder zusätzlichen Sekunde verlieren Sie etwa 10 Prozent der Besucher. Damit Ihre Seite schnell wird, müssen Bilder zum Beispiel immer genau in der benötigten Größe eingebunden werden, nicht größer. Auf animierte Spielereien sollten Sie ganz verzichten und die technischen Anforderungen auf der Betrachterseite möglichst gering halten. Einfach ist cool. Die schönste Gestaltung bringt nichts, wenn der Anwender erst ein Programm herunterladen muss, um Ihre Seite anzusehen. Das wird er in der Regel nicht tun – und weg ist er. Vor der Suchmaschinen-Optimierung kommt die Leser-Optimierung. Bieten Sie interessante, lesenswerte Texte auf Ihrer Website. Geben Sie Ihren potenziellen Kunden wertvolle Tipps und Checklisten zu Ihrem Fachgebiet an die Hand. Sie wissen nicht, über was Sie schreiben sollen?

Dann notieren Sie sich einfach Ihre Antworten auf Fragen, die Ihnen immer wieder gestellt werden, und bauen Sie diese dann auf der Website ein. So bieten Sie echten Nutzen, und das kommt an. Ein positiver Nebeneffekt: Auch Suchmaschinen lieben guten Inhalt. Je mehr Seiten mit wertvollem Text Sie veröffentlichen, desto höher klettern Sie im Ranking. Achten Sie auch auf die Qualität der Bilder auf Ihrer Website. Zeigen Sie Menschen! Dokumentieren Sie aussagekräftige Referenzprojekte mit professionellem Bild- und – noch besser – Videomaterial. Die Dokumentation wird in der Hektik des Arbeitsalltags oft vernachlässigt, ist aber von zentraler Bedeutung – nicht nur für das Internet.

Versuchen Sie auch, Ihr Präsentationsmaterial aus Kundensicht zu betrachten. Als Fachmann hat man oft einen sehr technischen Blick. Man achtet auf Details, die andere gar nicht wahrnehmen. Dem Kunden jedoch geht es viel mehr um die optische Gesamtwirkung, den berühmten „ersten Eindruck“. Videomaterial ist besonders wertvoll. Bewegte Bilder erregen mehr Aufmerksamkeit, und die Verweildauer auf Ihrer Website wird länger. Je informativer und unterhaltsamer der Film ist, desto besser die Wirkung. Länger als drei bis vier Minuten braucht ein Internet-Video gar nicht zu sein. Veröffentlichen Sie lieber mehrere kurze Filme. Wenn Sie nicht selbst filmen können oder wollen, eine kleine Filmproduktion ist heute lange nicht mehr so teuer wie früher. Inzwischen gibt es eine Reihe günstiger Festpreis-Angebote (z. B. www.video4net.de). Am besten ist es, wenn Sie ein You-Tube-Konto einrichten, Ihren Film dort hochladen, mit einem Text und Stichworten versehen, die neugierig machen, und diesen Film dann auf Ihrer Website einbinden. Um den dafür erforderlichen kurzen Programm-Code zu erhalten, klicken Sie einfach unter dem Video in You Tube auf „Weiterleiten“ und dann auf „Einbetten“. Den Einbettungscode fügen Sie dann an der gewünschten Stelle in Ihrer Website ein. You Tube gehört zu Google und entsprechend positiv wirken sich eingebundene und häufig betrachtete Filme auf das „Ranking“ Ihrer Website aus.

Perfektionieren Sie Ihre Website mit der Möglichkeit, einen Newsletter zu bestellen, bauen Sie einen Blog, einen Facebook-Like-Button und einen „Seite per Mail an einen Freund senden“-Button ein. Und überprüfen Sie, wie Ihre Website ausgedruckt aussieht, denn auch das machen noch viele Internet- Nutzer. Weit verbreitet ist inzwischen das Apple iPhone. Diese Beliebtheit können Sie nutzen, wenn Sie ein für Ihre Zielgruppe wirklich hilfreiches oder besonders unterhaltsames App (von „application“) zu Ihrem Fachgebiet programmieren lassen und über den App-Store von Apple kostenlos oder gegen geringe Gebühr zum Herunterladen anbieten – und natürlich verlinken Sie im Programm auf Ihre Website. Eine Website muss leben, aktuell sein. Das geht kaum, wenn Sie für jede kleine Änderung auf die Hilfe eines Webprogrammierers, Ihrer Werbeagentur oder die eines Bekannten mit Programmier-Know-how angewiesen sind. Die Lösung heißt „Content Management System“ (CMS). Damit können Sie selbst Änderungen an Ihrer Website vornehmen ohne programmieren zu müssen. Einfache Computer-Kenntnisse reichen aus. Um den Aufwand eines solchen Systems möglichst gering zu halten, sollten Sie auf eine bewährte und kostenlose „Open Source“-Lösung wie Joomla oder Typo3 zurückgreifen. Die Erfahrung zeigt, dass gerade Joomla sehr einfach zu handhaben ist. Bei CMS-Sytemen sind Inhalt und grafische Gestaltung voneinander getrennt. Wenn sich die Gestaltung ändern soll, muss lediglich die Gestaltungsvorlage –das „Template“ – verändert werden, und schon passen sich alle Seiten Ihres Internet-Auftritts automatisch an. Bei der Gestaltung können Sie auf eines der vielen kostenlosen Templates urückgreifen. Besser ist es natürlich, wenn Sie es passend zum Corporate Design Ihres Unternehmens gestalten lassen. Anbieter, die Ihnen ein Template programmieren, finden Sie – natürlich –im Internet. Je nach Anforderung liegt der Aufwand dafür bei ein bis vier Tagen.

Wie eine Langzeitstudie für das Quartal 2/2011 der Webtrekk GmbH zeigt, ist Google mit einem Marktanteil von 94 % in Deutschland nach wie vor die beliebteste Suchmaschine. So richtig es ist, diese Monopolstellung kritisch zu betrachten – bei der Optimierung der eigenen Website muss man sich auf Google konzentrieren. Sofern Sie es noch nicht haben: Richten Sie bei Google ein kostenloses Konto ein. Erstellen Sie dort ein aussagekräftiges Profil für Google Maps bzw. Google Places. Regen Sie Ihre Familie, Freunde und Geschäftspartner dazu an, auf Ihre Seite zu verlinken. Verlinken Sie umgekehrt möglichst auf Seiten, die gut besucht sind und mit Ihrem Thema zu tun haben. Zu fast jedem Thema gibt es im Internet besonders beliebte Plattformen und Foren. Melden Sie sich dort an und „mischen Sie mit“. Zudem gibt es eine Vielzahl themenbezogener und freier Webverzeichnisse bei denen Sie Ihre Website eintragen können. Besuchen Sie diese Verzeichnisse nach einer Weile wieder und überprüfen Sie, ob die Eintragung geklappt hat und noch aktuell ist. Überlegen Sie sich aus der Sicht eines Suchenden, welche Schlüsselbegriffe (Keywords) für Ihren Geschäftsbereich entscheidend sind und konzentrieren Sie Ihre Bemühungen darauf.

Schalten Sie zum Beispiel geeignete Google-Ad-Words-Anzeigen, bauen Sie die Schlüsselbegriffe in den Text, in die Überschriften, in den Seitentitel und in den wichtigen Meta-Tag „Description“ ein. Metadaten stehen „unsichtbar“ im Kopf-Bereich der Website im Quellcode der Seiten. Welche Metadaten auf einer Internet-Seite eingebunden sind, können Sie erkennen, wenn Sie sich in Ihrem Internet-Browser den Seitenquelltext anzeigen lassen (zum Beispiel bei Firefox im Menü „Ansicht“). Dieser Seitenquelltext ist es auch, den die Suchmaschinen „sehen“. Wenn Sie hier vor lauter Programm-Codes keinen echten Text mehr lesen können, dann wissen Sie auch, wie es der Suchmaschine mit Ihrer Seite geht. Weitere Anhaltspunkte für die Realisierung einer wirksamen Website und technische Details zur Suchmaschinen-Optimierung verrät Ihnen die „Projekt-Checkliste für Webseiten“, die Sie unter hier kostenlos herunterladen können.

Unser Autor René Greiner hat hier auf sehr eindrucksvolle und vor allem verständliche Weise nahezu alle Aspekte eines guten Webauftritts dargestellt. Im Rahmen unserer Ausschreibung für den g+h Innovationspreis bewerten wir natürlich auch die Homepage eines Unternehmens. Die Erfahrungen, die wir dabei machen konnten, haben gezeigt, dass die von Greiner aufgezeigten Möglichkeiten nur in seltenen Fällen genutzt werden. Dabei gilt es, wie in seinem Beitrag aufgezeigt, „nur“ ein paar Grundregeln zu beachten, und schon steigt die Zahl der Zugriffe auf die Seite. Kaum zu unterschätzen ist der Faktor „Aktualität“. Nichts ist so langweilig wie eine Homepage, auf der sich nur einmal im Monat etwas bewegt. Und gerade hier liegt die Herausforderung für jeden Unternehmer. Kaum ein Handwerksbetrieb ist personell so ausgestattet, dass er einen Mitarbeiter beauftragen kann, die Webseite regelmäßig zu aktualisieren und zu pflegen. Externe Hilfe ist eine Möglichkeit, dieses Problem zu lösen, eine weitere ist die Verlinkung/Vernetzung mit Seiten der Lieferanten. Deren Homepage wird meist professionell gepflegt. In den eigenen Internet-Auftritt eingebunden, kann dieser Schritt allein schon für eine Aufwertung sorgen.

Eine weitere Möglichkeit, die Homepage mit aktuellen Infos „anzufüttern“, ist die Beteiligung an der Ausschreibung des g+h Innovationspreises 2012. Denn alle Teilnehmer (die bis zum Schluss dabei bleiben) und Preisträger bekommen exklusiven Zugang zu unserer ab Oktober startenden geschlossenen Internetplattform, die ein vielfältiges Angebot an PR-Materialien bereithält – exklusiv. In g+h 6 finden Sie Ihre Bewerbungsunterlagen. Mitmachen lohnt also auf jeden Fall.

www.greinerteam.de

Datum:
09.11.2011
Weitere Informationen:
Bilder:



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