14. DEZEMBER 2017

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Einbruchschutz braucht einheitliche Standards


Meinung

Deutschland entwickelt sich zu einem Paradies für Einbrecher. Um eine hohe Qualität von Alarmanlagen sicherzustellen, brauchen wir dringend gesetzliche Mindeststandards.

Fast 150.000 Mal stiegen Einbrecher laut polizeilicher Kriminalstatistik im vergangenen Jahr in Häuser und Wohnungen ein. Dabei ließe sich fast die Hälfte der Taten mit passender Sicherheitstechnik verhindern. Doch wer sich für eine Alarmanlage entscheidet, tappt in Sachen vergleichbarer Qualität im Dunkeln. Sowohl Privatpersonen, die ihre eigenen vier Wände sichern wollen, als auch Elektrohandwerker, die maßgeschneiderten Einbruchschutz in ihre Leistungen integrieren möchten und auf der Suche nach dem passenden Anbieter sind. Von Billigangeboten aus dem Baumarkt zum Selbsteinbau bis zu preisintensiven Profilösungen, einheitliche Sicherheitsstandards für Alarmanlagen gibt es hierzulande so gut wie nicht.

Jeder Hersteller entscheidet selbst, welche Standards er setzt. Nicht selten auf Kosten der installierenden Fachunternehmen und schließlich der Endkunden. Mit Blick auf die steigenden Einbruchszahlen eine beunruhigende und schlichtweg untragbare Situation. Denn hier geht es im Ernstfall um Menschenleben, um die Existenzgrundlage und die Gewissheit, sicher zu sein. Der Schutz von Leben und Sachwerten durch Alarmanlagen muss in einheitlichen Normen gesetzlich verankert werden, auch im Sinne des Verbraucherschutzes. Dass sich diese Mindestanforderungen an höchsten Qualitätsansprüchen orientieren, ist Voraussetzung für einen nachhaltigen Gesetzesvorstoß. Richtungsweisend können die strengen Vorgaben des Verbands der deutschen Schadenversicherer (VdS) sein. Doch es genügt nicht, nur einzelne Sicherheitskomponenten, wie Bewegungsmelder und Zutrittskontrollleser, zu zertifizieren.

Auch das optimale Zusammenspiel aller Komponenten im gesamten Sicherheitssystem sollte per Gesetz festgeschrieben sein. Denn es ist ununterbrochen im Einsatz, um im Falle eines Einbruchs Alarm zu geben. Darauf muss man sich zu 100 Prozent verlassen können. Bei Rauchwarnmeldern zur Früherkennung von Bränden gibt es bereits einheitliche Standards. In fast allen Bundesländern sind die kleinen Lebensretter an der Decke mittlerweile Pflicht. Anforderungen, Prüfverfahren und Montagetechniken der Geräte regelt die Produktnorm DIN EN 14604. Nun liegt es an der Politik, Mindeststandards bei zuverlässigem Einbruchschutz zu schaffen. Ein Schritt, der mit Blick auf den Rekord an Eindringlingen so schnell wie möglich getan werden muss.

www.telenot.de


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