11. DEZEMBER 2017

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Innovationen sind gefordert


Eine Meinung

Wenn wir über eine sichere, umweltverträgliche und wirtschaftlich erfolgreiche Zukunft sprechen, wird in diesem Zusammenhang oft die Energiewende genannt. Die Sonne liefert uns ausreichend Energie und wir lernen mehr und mehr, diese Quelle nutzbringend einzusetzen. Aber wir haben ein Rohstoffproblem. Wird der Produktlebenszyklus aus der nicht rein finanziellen Sicht betrachtet, so fehlt auf Produktebene ein wichtiger Aspekt: Am Ende des Lebenszyklus, bleibt der Abfall. Oft wird nicht berücksichtigt, dass dabei seltene Ressourcen entsorgt und somit vergeudet werden. In Mobiltelefonen sind beispielsweise über vierzig verschiedene, chemische Elemente enthalten – gerade mal neun davon werden recycelt. Bei der Produktmodularisierung wird das Produkt bereits während der Entwicklung mit einer geeigneten Gliederung versehen und so die Abhängigkeiten zwischen den Elementen reduziert. Daher rührt auch der Zusammenhang mit BIM: In modernen Gebäuden finden sich zehnmal mehr TGA-Komponenten als Architekturbauteile – diese haben einen wesentlich größeren Einfluss auf die Kosten, da sie regelmäßig ausgetauscht und modernisiert werden müssen. Ohne die technische Gebäudeausrüstung wäre zudem keine Einbindung in die Methoden der Energiewende möglich. Jetzt sind Innovationen gefordert. Produktstrategien müssen zukünftig anders aufgestellt und völlig neu ausgerichtet werden. Eine dieser Strategien ist als „Design for Disassembly“ (D4D) bekannt: hier wird während der Entwicklung bereits die zukünftige Demontage zu Reparaturzwecken, zur Prüfung oder für das Recycling berücksichtigt. Recyclingaktivitäten sorgen für Einsparungen und schonen Ressourcen, ganz im Sinne der Leitlinie „Vermeidung und Verwendung vor Verwertung und Entsorgung“. Wir müssen uns der Verantwortung, die wir tragen, bewusst werden. Neben einem modularen Aufbau sollten Produkte zukünftig über den ganzen Produktlebenszyklus dokumentiert werden, eine erhöhte Kommunikationsfähigkeit und offene Schnittstellen für eine noch bessere Kompatibilität besitzen. Wir haben die Fähigkeit, Produkte und Serviceleistungen auf den Markt zu bringen – jetzt sollten wir damit beginnen den Produktlebenszyklus weitestgehend auch selbst in die Hand zu nehmen.

www.wilo.com

Ausgabe:
g+h 05/2017
Bilder:
Wilo

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