04. DEZEMBER 2016

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Neue Dimensionen


Toranlagenheizung für Lackier- und Ausstattungsmontagehalle des Airbus-Werks

Der Airbus A380 ist nach seiner Fertigstellung das weltgrößte Passagierflugzeug und der Einstieg in eine neue Klasse von Großraumflugzeugen. Die Fertigung der Teilkomponenten ist auf die verschiedenen europäischen Airbus-Werke verteilt, wobei die Endfertigung in Toulouse erfolgt. Am Standort Hamburg soll die Innenausrüstung und Lackierung der großen Vögel vorgenommen werden. Eine umfangreiche Werkserweiterung war unvermeidlich.

Realisiert wurde dies auf dem Werksgelände der Airbus Deutschland GmbH in Hamburg-Finkenwerder. Die Firma Donges Stahlbau aus Darmstadt baute nach den Plänen des Architekturbüros von Gerkan, Marg und Partner eine Lackier- sowie eine Ausstattungsmontagehalle inklusive deren 15 Großtoranlagen. Die beiden Industrie-Großprojekte mit einem Gesamt-Bruttorauminhalt von etwa 1.500.000 m3 bieten bis zu vier Flugzeugen des Typs A380 Platz für den kompletten Innenausbau beziehungsweise für die Lackierarbeiten. Die 370 Meter lange und fast 80 Meter breite Ausstattungsmontagehalle wurde zur Elbseite hin mit Schiebetoren versehen und vollständig verglast.

Ebenso erhielt die Lackierhalle mit einer Grundfläche von 213 x 108 Metern die Möglichkeit, zum Ein- und Ausdocken der Flugzeuge, ihre Schiebetore an der Ostseite zu öffnen. Derzeit von Züblin errichtet wird die Flightlinehalle mit überdimensionalen Garagentoren der Firma Butzbach. Die größten Torflügel sind 100 Meter breit, 27 Meter hoch und haben ein Gewicht von etwa 200 Tonnen. Die größte Toranlage wird 400 Meter breit und im Hutzenbereich 35 Meter hoch sein. Gefertigt werden die einzelnen Flügel aus Glas und zu zwei Dritteln aus speziellen Paneelen, die aus gepresster Glaswolle und Blech gefertigt werden. Die Lackierhalle besteht aus zwei Arbeitsplätzen, welche mit je einem Hangarschiebetor von 100 Meter Breite x 20 Meter Höhe und einem Hutzentor für die Heckflosse des A380 von 10 Meter Breite x 15 Meter Höhe verschlossen sind. Das Hutzentor ist mittig über dem Hangarschiebetor ab einer Höhe von 20 Metern angeordnet und kann bis auf 35 Meter Höhe aufgefahren werden, das Hangarschiebetor lässt sich als Ganzes auf 100 Meter öffnen. Von einem Hauptschaltschrank an der Hallenwand wird die gesamte Anlage mit Spannung versorgt, und gesteuert. Hier erfolgt auch die Anbindung an die Gebäudeleittechnik sowie die Brandmeldezentrale. Ferner beherbergt er die Leistungs-Elektrik für die Schienenheizung, die Stromschienenversorgung des Hangarschiebetores und die Versorgung für den Antrieb des Hutzentores. Gesteuert wird alles von einer Siemens-Simatic SPS mit Profibus, der mit Wampfler-Powertrans über die Stromschiene zum Siemens-Simatic ET200 Slave übertragen wird.

Im Hangarschiebetor befindet sich ein Schaltschrank, der die Leistungs-Elektrik für den Antrieb sowie den Siemens-Simatic ET200 Slave und die Sicherheitselektronik (Bumper, Not-Aus, usw.) enthält. Über die Gebäudeleittechnik und Brandmeldezentrale werden Signale über die Windgeschwindigkeit, Temperatur sowie Rauch- und Brandmeldungen empfangen, aufgrund dessen die Toranlage freigegeben oder gesperrt beziehungsweise sogar automatisch aufgefahren wird. Ist der Betrieb freigegeben, kann der Bediener über Sensortaster, die an den Enden des Hangarschiebetores montiert sind, die Fahrt auslösen.

Von der SPS werden die Frequenzumformer angesteuert und betreiben die Motoren mit einer eingestellten Geschwindigkeit. In den Endlagen wird das Tor automatisch elektrisch gebremst und zentimetergenau in der Endlage angehalten. Wenn das Hangarschiebetor aufgefahren ist, kann von einer Befehlsstelle im Hauptschaltschrank das Hutzentor hochgefahren werden. Auch hier wird von der SPS ein Frequenzumformer angesteuert und die Motoren des Hubwerkes heben mit eingestellten Geschwindigkeiten das Tor hoch. In der Endlage wird die Bewegung automatisch verlangsamt und schließlich gestoppt.

Eisfreie Schienen im Winter
Um die gewaltigen Toranlagen auch bei widrigen Witterungsverhältnissen jederzeit sicher öffnen und schließen zu können, wurden unter den im Boden versenken Schiebetorschienen Heizsysteme von Devi verlegt. Das hier eingesetzte Produkt PT 60 ist ein Heizband mit Selbstlimitierung, das heißt ein Überhitzen des Bandes ist nicht möglich. Erreicht wird dies durch ein temperaturabhängiges Widerstandselement zwischen den parallel geführten Kupferleitern. Es reguliert und begrenzt die Wärmeabgabe des Heizbandes je nach Bedarf. Entsprechend der jeweiligen Umgebungstemperaturen vollzieht sich das Einstellen der Leistung an jeder Stelle des Heizbandes selbstständig. Steigt die Temperatur an, reduziert sich die Leistung beziehungsweise steigt sie an, wenn es in der Umgebung kühler wird. Die Steuerung der in der Lackier- und Ausstattungsmontagehalle auf etwa 1.200 Meter Länge verlegten Toranlagenheizung befindet sich in Schaltschränken der Gebäudezentrale.


Ahlf Elektrotechnik GmbH
¦ Der Elektroinstallationsbetrieb wurde 1928 von Karl Ahlf in Brunsbüttel gegründet und blickt heute auf ein dreiviertel Jahrhundert ständiger Weiterentwicklung zurück. Im Laufe der Zeit entwickelte sich ein aufstrebendes mittelständisches Unternehmen, das sich durch innovatives Denken und Perfektion weit über die Landesgrenzen hinaus einen sehr guten Ruf verschafft hat. Mittlerweile haben über 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz am Standort Brunsbüttel. Zu dem in den 90er Jahren eingeleiteten Aufbau einer Zweigniederlassung in Rostock wurde das Unternehmen 1996 nach DIN EN ISO 9001 zertifiziert. Es folgten die Zertifizierungen nach SCC und ISO 9001:2000 sowie VdS. Basis für anspruchsvolle Projekte eines neuen Jahrtausends. Seit 1965 hat Günter Ahlf, der Sohn des Firmengründers, die Leitung übernommen.
www.ahlf.de

Techniken und Hersteller
Bustechnik: Profibus mit Vahle-Powercom auf Stromschienen, www.vahle.de
Profibus mit Wampfler-Powertrans auf Stromschienen, www.wampfler.com
Netzwerkeinbauten: Siemens Simatic-Profibus von zentralen Steuerschränken auf die beweglichen Torflügelschränke, Siemens Simatic-S7/300 und ET200, www.siemens.com Reiheneinbaugeräte: Siemens-Sirius: Sicherungen, Motorschutz, Schütze und Relais, www.siemens.com
Schienenheizung: Devi PT 60, www.de-vi.de
Torantriebe: Getriebebau-Nord Getriebemotoren,
Getriebebau-Nord Frequenzumformer, www.nord.com,
Lenze-Frequenzumformer, www.lenze.de
Verteiler: Rittal-Schaltschränke, www.rittal.de

Fazit:
Beim Bau der riesigen Hangars auf dem Airbus-Werksgelände in Hamburg-Finkenwerder wurde besonderes Augenmerk auf die Großtoranlagen gelegt, denn die Giganten müssen zum Ein- und Ausdocken der Großraumflugzeuge mit einer Spannweite von fast 80 Metern bei jeder Witterung sicher bewegt werden können. Da die Schiebetorschienen im Boden versenkt sind, war dazu auch ein Heizsystem nötig, das auf die Umgebungstemperatur reagiert.

www.de-vi.de, www.ahlf.de

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