01. JUNI 2016

zurück

kommentieren drucken  

Kommunikationsebene


Durchgängige Lösungen beim Bauen

TIP - Totally Integrated Power - ist eine Plattform der Siemens AG, die im Bereich der Energieverteilung durchgängige Lösungen in Zweck- und Industriebauten bietet. Sie bringt alle Komponenten der Energieverteilung zu einem integrierten Ganzen zusammen und stellt sich so auf die gestiegenen Marktbedürfnisse in der Planung, Errichtung und Nutzung von Zweck- und Industriebauten ein. Das gleichnamige Forum fand bereits zum dritten Mal statt.

Die Plattform deckt alle Phasen des Projektzyklus ab und ermöglicht Kostenvorteile für Investoren und Nutzer, Elektroplaner und Errichter. Das TIP-Team besteht aus Siemens-Kundenbetreuern. Mit dem Fachforum initiierte die Frankfurter Organisation IP Building (Integriertes Planen und nachhaltiges Bauen) zusammen dem Energiereferat der Stadt Frankfurt und dem Team des Sponsors Siemens AG eine Kommunikationsplattform. Aspekte der Energieeffizienz, Vorteile 12 einer integrierten Planung und Konzepte der Nachhaltigkeit von Bauwerken werden hier vorgestellt und diskutiert. Dabei richtet sich IP Building direkt an Architekten und Investoren, mit dem Ziel, zu diesem spezifischen Themenkomplex Lösungsansätze zu bieten und gleichzeitig einen intensiven Dialog zwischen allen Beteiligten anzuregen. Die Plattform bietet als regelmäßig wiederkehrendes Fachforum die Möglichkeit, sich über die jüngsten Entwicklungen und Trends sowie innovative Projekte und Bauvorhaben zu informieren. Karl-Horst Hönscheidt, Leiter des Bereichs Automation and Drives (A&D) in der Siemens- Niederlassung Frankfurt und seine Kollegin Annette Zimmer-Kass als Verantwortliche für die Region Rhein-Main vertreten als Sponsoren die Siemens AG und bieten die eigenen Räumlichkeiten als Veranstaltungsort an.

UNESCO setzt sich für nachhaltiges Bauen ein
Als Gastrednerin aus den USA trat Melody Corry für mehr ökologisches Denken beim Bauen ein. Sie engagiert sich im Rahmen eines Gemeinschaftsprojekts der UNESCO und der Columbia University New York für UBES, ein Programm, das gleichermaßen dem Erhalt der Biosphäre gewidmet ist, als auch zahlreichen gesellschaftlichen Aspekten des Lebens auf dem blauen Planeten. Zugleich ist sie Mitglied der „Urban Biosphere Group“ der UNESCO in New York. „Ökologische Sünden beim Bauen“, so Melody Corry, „belasten die Umwelt viel länger, als der Schaffenszyklus eines Architekten andauert.“ Was Melody Corry sagte, war nicht frei von Kritik. Doch der jungen Amerikanerin gelang es, für das Anliegen der von 190 Staaten getragenen Weltorganisation UNESCO Gehör zu finden, ohne dem Berufsstand der Architekten zu nahe zu treten. Sie fordert nicht den Verzicht auf künstlerisch anspruchsvolle Architektur. Ihr geht es darum, Architekten auf der ganzen Welt zu überzeugen, daß ein schönes Bauwerk, das zugleich die knappen Ressourcen schont, „best practice“ sei.

Trendsetter für umweltverträgliches Bauen
Passend zu den Forderungen von Melody Corry präsentierte der TIP-Dialog in Frankfurt Erfolgsbeispiele für das neue integrierte Denken und Handeln in der Architektur. Architekt Klaus Helms von der Bankengruppe der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) zeigte auf, daß seine Bank nicht nur Energiesparmaßnahmen finanziert, „sondern auch beim Bau neuer Verwaltungsgebäude der KfW auf eine vorbildliche Umweltverträglichkeit achtet.“ So zum Beispiel auch bei der Frankfurter „Ostarkade“, ein Bürohaus, das pro Quadratmeter Nutzfläche im Jahr nur 100 Kilowattstunden Primärenergie verbraucht, natürlich exklusive der nutzerspezifischen Verbraucher, also der Computer, Drucker und Kopierer. Warum rund ein Fünftel der immer noch weitverbreiteten 500 Kilowattstunden ausreichen, demonstrierten der junge Architekt Alexander Theiss vom gleichnamigen Frankfurter Architekturbüro und Mathias Wambsganß von der Karlsruher ip5 ingenieurpartnerschaft, die für die KfW den Erweiterungsbau realisierten: Eine automatisierte freie Auftriebsbelüftung öffnet das Bankgebäude in der Nacht - damit die frische Nachtluft den tagsüber aufgeheizten Baukörper kühlt. Einschließlich der massiven innenliegenden Betonstrukturen die eigens nicht wärmeisoliert wurden, um in thermischer Hinsicht ausgleichend zu wirken. Gerade so, wie viele Bauten aus vergangenen Epochen, mit ihren aus statischen Gründen dicken Außenmauern, die für ein ausgeglichenes Raumklima sorgen. Wie gut dieses einfache Prinzip funktioniert, hat der Traumsommer des vergangenen Jahres bestätigt. Bei Außentemperaturen von 40 Grad Celsius im Schatten zeigte das Thermometer in den Büros erträgliche 29 Grad Celsius.

Segel lenken das Licht und kühlen die Raum
In den Büros lenken Segel über den Arbeitsplätzen das Tageslicht zu den Schreibtischen, damit die Beleuchtung nur wenige Stunden pro Tag eingeschaltet werden muß. Zwanzig Prozent dieser Segel - in den Büros mit überdurchschnittlich hoher Abwärmeemission - besitzen zusätzlich Wärmetauscher, die an einen Kühlwasserkreislauf angeschlossen sind. Damit entziehen sie den Büros Wärme, die über einen weiteren Wärmetauscher an das Trinkwasser abgegeben wird; dank einer Bypaß-Leitung ohne das Kaffeewasser zu erwärmen. Junge Architekten, die sich intensiv wie selten zuvor mit allen Facetten der modernen Gebäudetechnik befassen, kennzeichnen das neue Denken im Bau. Immerhin stecken moderne Hochbauten voll Technik: Bussysteme und Datennetzwerke, Aufzüge und Fahrtreppen, Beleuchtung und Beschattung, Kühlung und Heizung, Brandschutzsysteme und biometrische Zugangskontrollen - viele dieser Systeme sind elektrischer Natur. Deshalb hob Annette Zimmer-Kass die Bedeutung der frühzeitigen Planung der gesamten Energieverteilung im Mittel- und Niederspannungsbereich hervor. „Wer beim Bau großer Wohn-, Büro- Hotel- oder Gewerbebauten alle Chancen der Energieeinsparung und Ressourcenschonung nutzen will, kommt nicht umhin, frühzeitig die Energietechniker in die Planung einzubinden“. Daß dies nicht nur einen zusätzlichen Arbeitsaufwand für die Architekten darstellt, belegt der ebenfalls junge und erfolgreiche Architekt Stefan Blümm, Leiter der Frankfurter Niederlassung von KSP Engel und Zimmermann Architekten: „Den Zuschlag für den Tower 24, ein Hochhaus mit 24.000 Quadratmeter Bürofläche, erhielten wir nicht zuletzt, weil wir Architekten zusammen mit den Fachingenieuren als Team auftraten.“

Nachhaltiges Bauen, das vermittelte Karl-Horst Hönscheidt den Teilnehmern der Veranstaltung, ist weitaus mehr, als Denken in Formalismen und Technik. Denn zunehmend müssen Neubauten auch hochflexibel sein. Dazu Architekt Alexander Theiss: „Durch den Wandel in der Arbeitswelt gehen wir künftig von Nutzungsperioden zwischen fünf und zehn Jahren aus.“ Noch vor wenigen Jahren dauerten diese Perioden fast dreimal so lang.

Ausgabe:
g+h 12/11/2004
Unternehmen:
Bilder:

kommentieren drucken  


ANZEIGE

 

Diese Artikel könnten Sie ebenfalls interessieren...

Luna-Star

Luna-Star

Vielfältige Einsatzmöglichkeiten, ein hoher Anwendernutzen und eine unkomplizierte, rasche Installation sind die Kennzeichen der Luna-Star Serie von Theben. Hinter dem wohlklingenden Namen verbirgt sich ein hochinteressantes Dämmerungsschalterkonzept, das dem Nutzer neben Möglichkeiten der Energieeinsparung auch mehr Sicherheit rund ums Haus verspricht. » weiterlesen
Prima Klima

Prima Klima

Mit der neuen Wärmeschutzverordnung haben sich die Mindestanforderungen bezüglich des Heizwärmebedarfs für Wohngebäude deutlich verschärft. Um diesen Bestimmungen gerecht zu werden, ist eine weitere Minimierung der Wärmeverluste von Gebäuden erforderlich. Der Traum von reiner Luft und einem angenehmen Klima erfordert moderne Technik. G&H sagt, worauf es ankommt. » weiterlesen
 
» Finden Sie weitere Fachartikel in unserem Artikelarchiv


Bleiben Sie in Verbindung

  Jetzt Newsletter
abonnieren!


Aktuelle Ausgaben

Über uns