SEPTEMBER
07.2010


 

Energieautark in die Zukunft


Hawi. - Der Großhändler und Systemanbieter hat ein neues Betriebsgebäude bezogen. Damit dokumentiert Unternehmensgründer Hans Wimmer eindrucksvoll sein Fachwissen und zeigt dem staunenden Besucher die Zukunft der Gebäudetechnik.

Bei der Energiegewinnung stehen die Nutzung von regional verfügbarer Biomasse in Verbindung mit der unerschöpflichen Sonnenenergie sowie der Einsatz eines Erdgas-Blockheizkraftwerks und eines solaren Absorptionskälteaggregats zur Klimatisierung des Gebäudes im Vordergrund. „Erneuerbare Energien im Bereich der Gebäude- und Energietechnik repräsentieren ein wichtiges Thema in unserer Gesellschaft und spielen in den aktuellen politischen und wirtschaftlichen Diskussionen und Entwicklungen eine tragende Rolle“, sagt Hans Wimmer.

Dafür sorgt nicht zuletzt die Richtlinie Energy Performance of Buildings, in der die EU die ganzheitliche Betrachtungsweise von Gebäuden einfordert und konkrete Vorgaben zur Förderung erneuerbarer Energien und der Energieeffizienz vorgibt. „Hohe Energiekosten, aber auch die Versorgungsunsicherheiten auf Verbraucherseite haben zudem die Nachfrage nach Ressourcen schonender Technik deutlich verstärkt“, weiß Wimmer. Damit sind neue Systeme gefragt, genauer: die Kombination von moderner Heiztechnik mit erneuerbaren Energien. Denn nur der in sich abgestimmte Einsatz wird zukunftsfähig sein.

Hans Wimmer hat sich schon 1995 auf Umwelttechnik und besonders auf Photovoltaik spezialisiert und dieses Know-how ständig ausgebaut. Über Planungs- und Vertriebsabteilungen hinaus betreibt das Unternehmen heute sogar eine eigene Entwicklungsabteilung für individuelle Befestigungssysteme, Generatoranschlusskästen sowie für hybride Energieversorgungsanlagen. Damit hat Hawi nachhaltigen Erfolg. „In den kommenden Jahren streben wir eine Wachstumsrate von 30 bis 50 Prozent an“, sagt Wimmer mit Nachdruck. Entsprechend groß ist die Innovationskraft, die im neuen Gebäude steckt. Für die Fassade wurden Glas, Stahl und moderne Photovoltaik-Module eingesetzt.

Verbaut wurden in sechs Sektoren Dünnschichtmodule, die über Hawi-Anschlusskästen miteinander verbunden und über Wechselrichter an das Versorgernetz angeschlossen sind. 5.000 Quadratmeter Büro-, Schulungs- und Ausstellungsräume werden durch eine ebenso große Logistikflächen ergänzt.

Dabei setzt das Unternehmen neben den bewährten Großhandelsbereichen für Solarmodule und Solarkomponenten vermehrt auch auf die Projektierung von solaren Großanlagen sowie den Bereich der alternativen Heiztechnik in Beratung, Planung und Vertrieb. Diese Geschäftsbereiche spiegeln sich in der im Technologiezentrum eingesetzten Haustechnik wider. So besteht die Außenhülle des Gebäudes aus 396 Solarmodulen, die eine Gesamtleistung von rund 30 kWp solarer Stromleistung liefern. Zudem wurde ein 50 kW el-Erdgas-Blockheizkraftwerk (BHKW) installiert. Es übernimmt wärmegeführt die Grundlastversorgung des Wärmebedarfs sowie die Eigenstromversorgung im Normal- und Inselbetrieb. Um die Laufzeit des BHKW zu verlängern, steht ein 10.000-Liter-Pufferspeicher zur Verfügung (im Winterbetrieb 15.000 Liter).

Stromüberschüsse werden ins regionale Netz eingespeist und rückvergütet. Die bei Nennlast nutzbaren 80 kW therm Leistung decken den Grundwärmebedarf des Gebäudes. Wird es im Winter einmal besonders frostig, können auftretende Lastspitzen durch eine 270 KW therm-Hackschnitzel-Heizung aufgefangen werden, die dann zusätzlich ordentlich einheizt. „Um das besonders wirtschaftlich zu gestalten, haben wir mit einem regionalen Brennstofflieferanten ein Contracting Modell ausgehandelt, sodass wir nur die im Gebäude abgelieferte Wärmemenge bezahlen müssen“, sagt der Unternehmer aus Niederbayern nicht ohne Stolz. Das Modell kann Schule machen, denn die Abrechnung über Wärmemengenzähler sichert dem Betreiber eine optimale Brennstoffqualität und fördert gleichzeitig die regionale Versorgung.

Zur Wärmebereitstellung für die Absorptionskältemaschine im Sommer und in der Übergangszeit sind auf dem Lagerdach thermische Solarkollektoren installiert. Diese stellen in Verbindung mit einer 200 Quadratmeter großen thermischen Solaranlage auf dem Dach die gewünschte Frische sicher.

Für die Klimatisierung des Gebäudes kühlt das Duo Wasser/Lithiumbromid das zugeführte Wärmeniveau von 86 Grad Celsius, das Wasser auf 9 Grad Celsius herunter. Zur Kältepufferung steht im Sommer ein 5.000-Liter-Speicher zur Verfügung. Das Wärmeverhältnis entspricht einem COP-Wert von 0,75. Der Sommer kann also kommen und wird die Menschen im Hawi-Gebäude kaum ins Schwitzen bringen, wenn sie interessierten Menschen und Unternehmen ihre Energiekonzepte vermitteln. Und ist die warme Jahreszeit erst einmal da, sprießt sicher auch üppig der Rasen, der das „grüne“ Energieunternehmen mit seinem zukunftsweisenden Gebäudekomplex in Eggenfelden in diesen Tagen nur mit Hilfe digitaler Retusche einrahmt.

www.hawi-energy.com


Das Systemhaus

Als Fachgroßhandel bietet die Hawi Energietechnik AG ihren europaweiten Partnern Systemlösungen für netzgekoppelte und netzautarke Solarstromanlagen und alternative Energien.

Als erfahrener Dienstleister bei der Projektierung großer, schlüsselfertiger Anlagen fokussiert sich Hawi auf eine qualitativ hochwertige, langlebige und ertragsoptimierte Ausführung, die für maximale wirtschaftliche Erträge sorgt.

Eine optimale und detaillierte Planung und Dimensionierung der Systeme ist garantiert.

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