12. DEZEMBER 2017

zurück

kommentieren drucken  

Unabhängig, selbstbestimmt, weitsichtig


Titelstory

Hager - Das Unternehmen hat sich von einem kleinen Familienbetrieb zum Weltunternehmen entwickelt. Dabei ist es aber – noch immer familiengeführt – seiner Grundphilosophie treu geblieben. In Zukunft möchte man die Position des Unternehmens im Markt kontinuierlich weiter ausbauen. g+h wollte in Blieskastel mehr über die Strategien und neue Produktlösungen erfahren.
Mehrseitiger Artikel:
1 2 3  

Herr Schulz, Sie haben in der Hager Group einen neuen Verantwortungsbereich übernommen. Welche Gründe gab es dafür?
Die Hager Group richtet sich alle fünf Jahre nach einem genau definierten „Zielfoto“ aus. Diese Ausrichtung hat zur Folge, dass wir unser Wachstum in Europa zum 1. Januar 2016 mit einer neuen Struktur untersetzt haben. Dies bedeutet, dass der weltweite Vertrieb in drei große Cluster unterteilt ist: Europa, Asien/Pazifik und Amerika/Nord-Afrika. Mike Elbers, der bis Ende letzten Jahres auch die Verantwortung für den Bereich Kommunikation und Marketing innerhalb der Hager Vertriebsgesellschaft innehatte, ist jetzt für den gesamten europäischen Raum verantwortlich. Sämtliche Vertriebsaktivitäten aller Marken und aller Organisationen im Bereich Europa liegen in seiner Verantwortung.

Im Zuge dieser Umstrukturierungsmaßnahmen zeichne ich jetzt für den Bereich Kommunikation, Marketing und Vertrieb in Deutschland verantwortlich Ich trage also die Gesamtverantwortung dieser Hager Vertriebsgesellschaft. Aus gleichem Anlass wurde auch ein neuer Vertriebsleiter, Stefan Frevel, berufen. Er ist 48 Jahre alt und seit zwanzig Jahren im Unternehmen. Er verfügt über einen breiten Erfahrungsschatz in den Bereichen „Gebäudesteuerung und Schalter“ und ist im Zuge der Übernahme von Berker 2010 zu Hager gekommen. Seit 1. März ist er Vertriebsleiter und trägt die Hauptverantwortung für die Preissteuerung in Deutschland, das Großhandelsgeschäft und die Führung der sechs Regionen mit ca. 360 Mitarbeitern. Er verantwortet somit einen Umsatz von rund 490 Millionen Euro, die wir mit der Hager Vertriebsgesellschaft generieren.

Wie ist diese Vertriebsgesellschaft innerhalb der Hager Group positioniert?
Diese Vertriebsgesellschaft hat innerhalb der Hager Group weltweit den größten Umsatzanteil. Die Hager Group konnte das letzte Jahr mit einem Umsatz von rund 1,9 Milliarden Euro abschließen. In diesem Jahr gehen wir davon aus, die Zwei-Milliarden-Grenze zu überschreiten. Dabei leistet die Hager Vertriebsgesellschaft in Deutschland den größten Umsatzanteil.

Meinen Sie, vom realisierten Umsatz her gibt es für die Gruppe wichtigere Märkte, wenn Sie in die Zukunft schauen?
Ja, der bedeutendste Markt für uns ist hier ganz klar China. Das wird auch sicherlich in den nächsten Jahren so bleiben. Die Wachstumsraten, die wir in den nächsten Jahren erzielen wollen, werden zu großen Teilen aus dem asiatischen Raum kommen.

Wir fertigen für diese Märkte auch vor Ort. Es gehört zu unserer Unternehmensphilosophie, dort zu produzieren, wo auch unsere Kunden sind. Um Ihre Frage noch einmal abschließend zu beantworten: China und Indien zählen für uns zu den wichtigsten Wachstumsmärkten. In UK wachsen wir ebenfalls sehr stark. Durch die Bocchiotti-Übernahme werden wir jetzt auch einen ersten Zugang zum nordamerikanischen Markt bekommen. Hier sehen wir für die Zukunft ebenfalls noch sehr viel Potenzial.

Hager ist mit gut 11.650 Mitarbeitern immer noch Familienunternehmen, von der Größe her aber schon Konzernen ähnlich. Gelingt es immer noch, die Werte eines Familienunternehmens vor diesem Hintergrund zu bewahren und zu pflegen?
Dies gelingt sehr gut, zumal neben Dr. Oswald Hager und Daniel Hager mehrere Familienmitglieder ja fester Bestandteil des Unternehmens sind. In der Unternehmensgruppe herrscht der Geist eines Familienunternehmens, das kontinuierlich wachsen soll; ein Umsatzziel von drei Milliarden Euro bei einer Mitarbeiterzahl von rund 20.000 ist bereits definiert. Die Hager Group möchte als Familienunternehmen ihre Wachstumsgeschwindigkeit und -richtung selbst bestimmen und sich damit im Kontext zu den großen Konzernen positionieren – und dies mit den spezifischen Vorteilen dieser Unternehmensform. Dazu zählen bei uns nach wie vor kurze Entscheidungswege und eine „barrierefreie Kommunikation“ auf allen Ebenen.

Herr Schulz, Sie erwähnten, dass Hager sich alle fünf Jahre quasi neu definiert beziehungsweise ausrichtet. Wie ist es zu dieser Strategie gekommen?
Es ist als Strategie fixiert, dass wir uns auf der Planungsseite mittelfristig, in unserem Fall alle fünf Jahre, Ziele definieren. Dahinter verbirgt sich die Ausrichtung des Unternehmens, die regelmäßig kommuniziert wird und letztlich alle 11.650 Mitarbeiter einbindet. Die einzelnen Fünfjahresprojekte, wie jetzt unser Unternehmensprojekt 2020, haben genau definierte Schwerpunkte. Im Projekt 2020 sind dies die Ausrichtung auf Wohn- und Zweckbau, der Fokus auf stark wachsende Märkte und der Aufbau begleitender Serviceangebote. Das neue Projekt wurde 2015 vorgestellt und bereits zwei Jahre vorher auf internationaler Ebene vorbereitet.

Es geht dabei immer um die Frage, wo wir als Unternehmensgruppe in den nächsten fünf bis zehn Jahren stehen wollen. Daraus ergibt sich ein Gesamtfahrplan, der alle Bereiche des Unternehmens einschließt.

Welche Inhalte findet man im Bereich „Services“?
„Services“ bedeutet für uns neben den klassischen Themen „Produkt- und Systemvertrieb“ vor allem auch das Angebot des Lösungsvertriebs. Wenn wir beispielsweise Schaltanlagen verkaufen, in denen Leistungsschalter installiert sind, gehört es als Hersteller zu unseren Pflichten und Aufgaben, diese Leistungsschalter auch regelmäßig zu warten. Hier möchten wir ein leistungsstarker und zuverlässiger Partner für unsere Kunden sein. Hager hat sich sehr konsequent vom Produkt- zum Systemanbieter entwickelt.


Mehrseitiger Artikel:
1 2 3  
Ausgabe:
g+h 03/2016
Unternehmen:
Bilder:
6 Unternehmens-Kataloge:

kommentieren drucken  


ANZEIGE

 

Diese Artikel könnten Sie ebenfalls interessieren:

Vor dem Schalter kommt der Mensch

Vor dem Schalter kommt der Mensch

Jung. - „Made in Germany“ und „Fortschritt als Tradition“ sind für das mittelständische Familienunternehmen aus Schalksmühle im Sauerland keine Worthülsen, sondern Werteversprechen. Im Werk Lünen werden sie gelebt. Der Leiter des Werks, Dirk Wettlaufer, führte die g+h-Redaktion exklusiv durch die Produktionshallen. » weiterlesen
Vorne mit dabei

Vorne mit dabei

Welche sind die besten deutschen Mittelstandsunternehmen? Und wer gilt als sicherster Arbeitgeber? In zwei aktuellen Rankings wurden diese Fragen untersucht. Mewa Textil-Management ist auf den vordersten Plätzen dabei. » weiterlesen
Zuwachs im Aufsichtsrat

Zuwachs im Aufsichtsrat

Thomas Lausten vervollständigt als neuer CEO den Mobotix Vorstand, der sich bisher aus Dr. Oliver Gabel (CTO), Dr. Tristan Haage (CSO) und Klaus Kiener (CFO) zusammensetzte. » weiterlesen
80-jähriges Jubiläum

80-jähriges Jubiläum

Der Hersteller von Produkten für den Blitz- und Überspannungsschutz sowie Hindernisbefeuerungsleuchten feiert in diesem Jahr sein 80-jähriges Jubiläum. » weiterlesen
 
» Finden Sie weitere Fachartikel in unserem Artikelarchiv


  Jetzt Newsletter
abonnieren!


Bleiben Sie in Verbindung

  Jetzt Newsletter
abonnieren!


Aktuelle Ausgaben

 

ANZEIGE