15. DEZEMBER 2017

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Alle zusammen oder jeder für sich?


Eine Meinung - Die Branche fokussiert

Ähnlich wie wir uns in der analogen Welt einmal auf Englisch als Weltsprache festgelegt haben, müssen wir uns digital auf Datenformate und Schnittstellen einigen.

Als Wirtschaftsunternehmen sind wir es von Hersteller über Handel zu Handwerk gewohnt uns Differenzierungsmerkmale in Produkten und immer stärker auch in Services zu erarbeiten um Marktanteile zu gewinnen und positive Ergebnisse zu erwirtschaften. Grundsätzlich funktioniert dieses Prinzip, doch um langfristigen Erfolg zu sichern muss auch die Frage beantwortet werden: Wo hört die Differenzierung auf und wo fängt die Standardisierung an? Die Digitalisierung sorgt heute für Vernetzung, und wer sich vernetzen möchte, muss zunächst eine gemeinsame Sprache finden. Im Bereich der digitalisierten und vernetzten Produkte sorgen Standards wie KNX für Vereinheitlichung. Dennoch existieren immer noch viele herstellergebundene Busprotokolle, deren Kompatibilität untereinander nicht gewährleistet werden kann. Hin zu echtem, übergreifendem „Plug n Play“ ist noch ein Stück Weg zu gehen.

Im Bereich der digitalen Distribution im dreistufigen Vertriebsweg ergeben sich ganz andere Herausforderungen. Ziel muss es sein, die digitalen Services entlang der gesamten Wertschöpfungskette vom Hersteller über Handel zum Handwerk verfügbar zu machen ohne den Benutzer im Bestellprozess in Sackgassen zu leiten. Die aktuellen Bemühungen von ZVEI, VEG und ZVEH eine offene Standardschnittstelle für Produkt-Konfiguratoren auf den Großhandelsplattformen zu entwickeln, dürfen nur ein erster Schritt auf dem Weg zur nahtlosen Bestellerfahrung („Seamless Customer Experience“) sein. Klar ist, am Ende zählt vor allem anderen der Kundennutzen. Und der ist in Zeiten von Fachkräftemangel – derzeit sind trotz einiger Erfolge rund 27.000 Stellen im E-Handwerk unbesetzt – dann besonders hoch, wenn Komplexität reduziert und Bequemlichkeit und damit Produktivität erhöht werden kann. Der Preis ist, wie verschiedene Untersuchungen zeigen, nicht das wichtigste Kriterium.

Schaffen es Player wie Apple, Google, Alibaba oder Amazon diesen Kundenwunsch besser zu erfüllen, werden sie den etablierten Unternehmen der Branche den Rang ablaufen können. Gelingt es aber unter anderem durch offene und etablierte Standards die Leistungsfähigkeit auf die nächste Stufe zu heben, bestehen große Chancen neue Geschäftsmodelle im digitalen Umfeld zu realisieren. Dass die hiesige E-Branche dazu in der Lage ist, hat sie in der Vergangenheit hinlänglich bewiesen.

www.hensel-electric.de

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