11. DEZEMBER 2017

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Die Zukunft des Bauens


1 Meinung - Mirko Arend, Projektleiter Bau 2017 und stellv. Geschäftsbereichsleiter der Messe München

Das digitale Planen, Bauen und Betreiben wird in Zukunft die Bauwirtschaft beschäftigen und möglicherweise entscheidend verändern. Digitale Planungs- und Fertigungsprozesse, adaptiert aus dem Automobil- und Maschinenbau, erlauben die serielle Fabrikation bis hin zu Kleinstmengen. Maßgeschneiderte Bauelemente sind heute mit hoher Präzision und Fertigungsqualität möglich.

In der Architektur der Zukunft wird die heute nur in Grundzügen überschaubare digitale Bautechnologie ihre Maßstäbe setzen. Die computergestützte Fertigung, vom Entwurf über die Baustellenlogistik und den Gebäudebetrieb bis hin zum Recycling, birgt ein enormes wirtschaftliches Potenzial für die Bauwirtschaft und eine große Sicherheit für Planer, Bauherr, Nutzer und Betreiber. Doch wer definiert solche Bauprozesse? Wo werden die unüberschaubaren technologischen Optionen zu einer Gesamtqualität gebündelt, strukturiert, in die Wertschöpfungskette Bau integriert? Und wo liegen die Vorteile aber auch die Risiken einer digitalisierten Planungs-, Bau- und Betreiberkette? Das sind die aktuell brennenden Fragen, die auf der Bau 2017 von Fachleuten diskutiert werden. Auch die Vernetzung sämtlicher Technik in Gebäuden ermöglicht Quantensprünge in der Energieeinsparung, ohne die die ehrgeizigen, politisch gewollten CO2-Einsparziele nicht erreichbar wären. In Zukunft wird die Gebäudesteuerung das Verhalten der Bewohner vorhersagen können. Durch die Vernetzung der Mobilitätsprofile der Bewohner mit dem Energiebedarf der Gebäude und den Rahmenbedingungen wie Wetter, Sonneneinstrahlung oder temporärem Verbrauch von Strom beispielsweise für Haushaltsgeräte lassen sich Optimierungspotenziale erreichen, die in dieser Komplexität früher undenkbar waren.

Das moderne Smart Building stellt eine behagliche Raumtemperatur ein, ohne dass sich die Nutzer darüber Gedanken machen müssen. Türen werden sich automatisch öffnen, sobald sich ein Bewohner nähert, und sich genauso automatisch verriegeln, wenn er die Wohnung oder das Gebäude wieder verlässt. Licht wird bereits eingeschaltet werden, bevor ein Bewegungsmelder überhaupt reagieren kann, der Briefkasten schickt eine SMS, wenn eine Nachricht eingetroffen ist, und die Waschmaschine nutzt den günstigsten Stromtarif. Das Gebäude wird selbst zum Internet of things, immer verbunden mit den Bewohnern und dem Rest der Welt.

www.bau-muenchen.com

Ausgabe:
g+h 07/2016
Bilder:

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