12. DEZEMBER 2017

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Titelgeschichte

Schmitz Haustechnik. - Kontinuierlich hat sich das Unternehmen bis heute zu einem ausgesprochen modernen Handwerksbetrieb entwickelt, der in vielen Bereichen Maßstäbe setzt und mehrfach Auszeichnungen erhalten hat darunter auch den g+h Innovationspreis 2010. Am Firmensitz in Hillesheim-Bolsdorf sprach die g+h Redaktion mit Rainer Schmitz über die Hintergründe des Erfolgs und das schlummernde Potenzial des Handwerks im Allgemeinen.
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Herr Schmitz, wir haben uns ja schon vor sechs Jahren kennengelernt, als Sie den 2. Platz beim g+h Innovationspreis gewonnen haben. Bitte stellen Sie trotzdem sich und Ihr Unternehmen noch einmal kurz vor.
Mein Vater ist Elektro- und Gas- und Wasserinstallations-Meister. Das sind auch die Wurzeln des Betriebs, den er 1977 mit einem Auszubildenden zum Elektriker gegründet hat. Unter anderem haben die beiden damals auch Gasheizungen installiert. Da dies rein rechtlich nur bis zu einer gewissen Leistung erlaubt war und der Heizungsbau ab 1985 auch immer stärker in den Fokus kam, hat dieser erste Auszubildende dann die Meisterschule für Heizungsbau besucht. Heute ist er als Prokurist eine der tragenden Säulen. Sehr früh, also schon 1978, hat mein Vater die erste Solaranlage auf unser Dach gebaut. Was damals noch alle belächelt haben, kommt uns heute zugute. Die langjährige Erfahrung kann uns niemand mehr nehmen. Grundsätzlich gehört es zu unserer Philosophie, immer wieder das Neueste auszuprobieren, zunächst meistens bei uns selbst, um entsprechende Erfahrungen zu sammeln. Es ist ja auch nicht alles Gold, was glänzt und manchmal holt man sich eben auch eine blutige Nase. Zum Beispiel laufen bei uns auch zwei Kleinwindanlagen. Bis jetzt kann ich nur sagen, Gott sei Dank haben wir sie nicht direkt beim Kunden installiert. Aktuell beschäftigen wir uns mit Brennstoffzellen. Ein Thema das sehr gut zu uns passt, weil es weder dem Elektriker noch dem Heizungsbauer eindeutig zugewiesen werden kann, sondern idealerweise jemandem, der beides beherrscht.

Seit wann leiten Sie die Geschicke des Unternehmens?
Meine berufliche Laufbahn habe ich mit einer Elektro-Ausbildung in einem anderen Betrieb begonnen und danach, bei uns, die Ausbildung zum Heizungsbauer gemacht. Während der Bundeswehrzeit hatte ich das Glück, in der Kälte- und Klimaanlagentechnik eine „dritte Ausbildung“ durchlaufen zu können. Das kommt mir jetzt speziell im Bereich Kältetechnik beziehungsweise Wärmepumpen zugute. Darauf folgten die Meisterschulen, zunächst für Elektrotechnik, anschließend Sanitär und Heizung. Seit 1997 bin ich hier im Betrieb und seit 1999 auch in der Verantwortung. Einschneidende Veränderungen werden gemeinsam mit meinem Vater und unseren drei Prokuristen gefällt. Wie zum Beispiel die neue Ablauforganisation mit Papier, Dokumentenfluss und Dokumentenmanagement. Damit haben sich unsere Büroabläufe ganz entscheidend verändert. Das war zu Anfang für keinen von uns einfach, aber im Nachhinein möchten es hier niemand nicht mehr missen.

Und wie funktioniert dieses neue System?
Die Grundstruktur sieht so aus, dass keiner mehr Unterlagen an seinem Arbeitsplatz hat, egal ob Hersteller-, Projekt- oder Buchhaltungsunterlagen. Alles ist im sogenannten Dokumentencenter zentral an einer Stelle und für jeden schnell zu finden. Dort holt man sich den einen Vorgang, den man gerade bearbeitet.
Gibt es diese Unterlagen auch digital? So dass man am PC mal schnell nachgucken könnte?
Da sind wir gerade dran. Also dieses System besteht im Prinzip aus vier Einheiten. Es gibt ein Projekt- und ein Buchhaltungscenter sowie einen Wissens- und Marktpartnerspeicher. Letzteren digitalisieren wir gerade, die anderen werden Schritt für Schritt folgen. Als wir das System eingeführt haben, war auch kurz eine Überlegung, direkt auf ein digitales oder papierloses Büro zu gehen. Bei unseren ausführlichen Recherchen haben uns allerdings fast alle davon abgeraten. Es ist einfach sinnvoller erst einmal Struktur in den Papierfluss zu bringen. Wenn das jeder verinnerlicht hat, kann es genauso strukturiert auf den Server.

Wie sieht Ihre Kundenstruktur heute aus und wie groß ist Ihr Einzugsgebiet?
Etwa 85 Prozent unserer Kundschaft kommt aus dem privaten Bereich mit überwiegend Ein-, Zwei- und Dreifamilienhäusern. Von der Mitarbeiterzahl und -struktur her, würde ich mir manchmal ein paar größere Projekte als Puffer wünschen, aber eigentlich ist das nicht unsere Welt. Im Industriebereich und auch im öffentlichen Bereich haben wir einschlägige Erfahrungen gesammelt, da werden bei Ausschreibungen die ganz harten Bandagen ausgepackt, da wird um jeden Zentimeter und um jede Steckdose gekämpft. Das können wir nicht, und das wollen wir auch gar nicht. Also legen wir, was Marketing, Infoabende und Veranstaltungen betrifft, unseren Fokus ganz klar auf die Privatkundschaft. Hier ist unsere Stärke und es ist auch noch Luft nach oben. Im Moment bewegen wir uns in einem Radius von fünfunddreißig, vierzig Kilometern und im Großraum Köln.

Und das Leistungsspektrum geht von kleinsten Installationen bis Smart Home?
Ja, das reicht von einem Zimmer, das renoviert werden soll, über ganz normale klassische Elektroarbeiten bis hin zu Smart Home-Lösungen, sowohl im Bestand, als auch im Neubau. Hier hat sich in den letzten vier, fünf Jahren endlich auch KNX sehr gut durchgesetzt. Durch den alltäglichen Umgang mit Smartphone und Tablet hat man heute bei Kundengesprächen ganz andere Anknüpfungspunkte für dieses Thema. Aber auch hier ist noch Luft nach oben. Und wir werden es noch deutlich weiter forcieren. Aktuell veranstalten wir acht bis zehn Infoabende im Jahr. Seit zwei Jahren hat das Thema Smart Home einen eigenen Infoabend. Inzwischen waren es schon drei und die Besucherzahl hat sich jedes Mal verdoppelt. Zwar noch immer auf niedrigem Niveau, aber es ist auf jeden Fall ein klares Zeichen, dass es aufwärts geht. Andere Infoabend-Themen sind Photovoltaik, Heiztechnik, Wärmepumpen, Solarthermie und in diesem Jahr erstmals Bad. Das hat hier ein paar Vorbehalte hervorgerufen, da wir ja gar keine eigene Badausstellung haben. Trotzdem sind gleich beim ersten Mal 25 Besucher dagewesen. Ein schöner Erfolg, der auch sicher noch Aufträge nach sich zieht.


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g+h 07/2016
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