11. DEZEMBER 2017

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Vom Hirn durchs Herz in die Hand


Talk - Peter Kübel

SBAA. - Sich selbst bezeichnet Peter Kübel als „Umsetzer“. Mit klassischen Beratern und Coaches möchte er nicht gern verglichen werden. Er ist „anders“ und verfolgt seit 1999 ein „anderes“ Konzept in seiner Tätigkeit. Wir haben ihn in Bretzfeld besucht und nachgefragt.
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Herr Kübel, bezeichnen Sie sich als Unternehmensberater oder als Coach?
Weder das eine noch das andere. Mein ganzes Konzept ist anders und ich bin es auch. Ich sehe mich eher in der Rolle eines „Umsetzers“. Ein typischer Berater würde sagen, dies sind die Mängel, jenes muss passieren. Er geht wieder und hinterlässt teures Papier, das verstaubt. Ein Coach vermittelt meist ein einzelnes Managementthema. Als „Umsetzer“ muss ich den ganzen Betrieb überblicken und was der Chef sowie seine Führungskräfte verbessern wollen. Zur Umsetzung brauche ich die passenden Werkzeuge und gleichzeitig muss ich coachen und beraten. Und natürlich muss ich selbst Hand anlegen, um den Erfolg sicherzustellen, salopp formuliert also „vormachen, mitmachen, selber machen.“ Nicht zuletzt deshalb erfolgt eine vollständige Betreuung des jeweiligen Kunden über einen recht langen Zeitraum.

Welches sind die Impulse für Ihren Weg in die Selbstständigkeit gewesen?Fast 20 Jahre war ich als Geschäftsführer und Gesellschafter im Großhandel tätig. Während dieser Zeit hatte ich mit Bauhandwerksbetrieben verschiedener Gewerke zu tun. Im Laufe der Jahre habe ich erkannt, dass die meisten von ihnen technisch ausgesprochen versiert sind, aber in betriebsorganisatorischen Fragen, also der Organisation, Führung und dem Management oft deutliche Defizite aufweisen. Das ist auch kein Wunder, denn in Meisterschulen und anderen Organisationen werden diese fundamentalen Kenntnisse zur Führung eines Betriebs oft nur rudimentär vermittelt. Rückblickend hat sich daran bis heute nicht viel geändert.
Vor diesem Hintergrund reifte in mir im Laufe der Zeit der Entschluss, in meinem Leben noch einmal etwas selbstständig, also allein zu machen. Für mich stellte die beschriebene Problematik eine Marktlücke dar, die ich zu schließen beabsichtigte.

Und wie verlief dann der Start mit Ihrem Unternehmen?
Anfänglich nahm ich voller Tatendrang Kontakt zu Kammern und Verbänden auf, immer in der Hoffnung, dass sie sich über mein Konzept freuen würden; das war jedoch weit gefehlt. So war ich gezwungen, mir den eigenen Markt selbst zu erschließen.

Sie verfügten bereits zu diesem Zeitpunkt über ein vollständiges Unternehmenskonzept für Ihre Kunden?
Nein. Aber eines mit dem ich nach meiner festen Überzeugung in der Lage war, die Kernprobleme, vor allem mangelhafte Übersicht über den Alltag, vieler Handwerksbetriebe lösen zu können. Meine Vorgehensweise basiert im Kern darauf, in einem Betrieb zunächst diese Übersicht zu schaffen, um den Alltag von der Anfrage bis zur Abrechnung effizient steuern zu können.
Bereits in der Anfangsphase erkannte ich, dass der Erfolg meiner Arbeit nur dann dauerhaft ist, wenn die gesamte Mannschaft eines Betriebs konsequent in die einzelnen Prozesse mit einbezogen wird. Denn dem Chef in einem Tag zu erläutern, wie die Abläufe optimal zu organisieren sind und einmal vormachen wie das geht, reicht nämlich bei weitem nicht für eine dauerhafte Anwendung aus.

Was mussten Sie deshalb zusätzlich leisten?
Um Planwerkzeuge zur Steuerung des Alltags effizient und dauerhaft zu nutzen zu können, müssen definitv alle betriebsorganisatorischen Parameter im Handwerksbetrieb darauf abgestimmt werden. Um dies zu erreichen, müssen Chef und Führungskräfte zunächst wissen, was sie in ihrem Betrieb ernsthaft verbessern und erreichen wollen. Im nächsten Schritt wird daraus der Unternehmensfahrplan erstellt, der die richtige Schrittfolge der Umsetzung vorgibt. Ein Haus wird ja auch nicht ohne Plan gebaut. Mit dem Plan werden alle Mitarbeiter in den Prozess einbezogen, damit jeder erkennt, was er und warum er es tut. Nur wenn mein Konzept bei möglichst vielen Mitarbeitern vom Hirn durchs Herz in die Hand gegangen ist, wird ein Betrieb dauerhaft mit den Planwerkzeugen arbeiten. Denn letztendlich geht es ja darum, den Betrieb dauerhaft zielorientiert und effizient zu steuern.


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Ausgabe:
g+h 07/2016
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