12. DEZEMBER 2017

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Brandschutz 4.0


1 Meinung - Günter Ruhe, Geschäftsführer Feuertrutz

Das Modewort „Industrie 4.0“ macht auch vor dem vorbeugenden Brandschutz nicht halt. Die Zukunft liegt dabei im reibungslosen Zusammenwirken von baulichen, anlagentechnischen und organisatorischen Maßnahmen durch bessere Integration und Datenvernetzung. Am Beispiel des Berliner Flughafens war gut zu erkennen, wie schnell die Komplexität moderner Gebäude– vollgestopft mit großartiger Anlagentechnik– letztlich am Zusammenwirken dieser Komponenten scheitern kann. Dabei ist dies kein zwangsläufiges Szenario. Auch wenn eine Fülle von Maßnahmen über eine Brandfallmatrix eng aufeinander abgestimmt und deren korrektes Reagieren in einer Wirkprinzipprüfung dokumentiert werden muss, bietet ein moderner Umgang mit Anforderungen, Funktionen und Daten hier einen wesentlichen Qualitätsgewinn.

Building Information Modelling (BIM) verspricht nicht nur auf diesem Gebiet eine sinnvolle Erleichterung für den vorbeugenden Brandschutz: Mit BIM könnte endlich das unsägliche Nachbessern mangelhafter Planung auf der Baustelle ein Ende finden. Gerade der Brandschutz, als sehr komplexes Querschnittsgewerk mit vielen Beteiligten, ist hier der Leidtragende und oft auch Sündenbock. Wie schön wäre es, wenn Architekturplanung und TGA-Planung bereits im Modell soweit aufeinander abgestimmt sind, dass man die Planung auch tatsächlich so bauen kann und dabei Produkte mit geeigneten Verwendbarkeitsnachweisen zur Verfügung stehen. Im Gebäudemanagement ließe sich über eine zentrale Dokumentation aller sicherheitsrelevanten Anlagen inklusive deren Verwendbarkeitsnachweisen und Wartungsintervallen, ebenfalls schneller und günstiger arbeiten. Wenn dereinst alle Gebäudedaten in BIM vorliegen, warum soll dann die Feuerwehr diese Daten nicht bereits auf der Anfahrt für die Einsatzplanung nutzen? Sofern dann im virtuellen Gebäudemodell– vielleicht sogar als Virtual Reality auf dem Visier des Feuerwehrmanns– gleich der Brandraum und der optimale Weg dorthin sowie der Aufenthaltsort von Personen angezeigt werden, ist mehr Sicherheit denn je möglich. Ich bin mir sicher, dass diese Zukunft nicht mehr weit entfernt ist. An allen Fronten arbeitet die Industrie an Lösungen. Einen guten Einblick über den Stand der Entwicklungen bekommen Fachleute auf der Feuertrutz 2017 am 22. und 23. Februar in Nürnberg.

www.feuertrutz.de

Ausgabe:
g+h 01/2017
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