16. DEZEMBER 2017

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Brandschutz hat Priorität


Technik

Solarwatt. - Batteriespeicher spielen für die Energiewende eine wichtige Rolle, denn sie ermöglichen die Nutzung des selbst erzeugten Stroms auch in den Abendstunden oder nachts. Es gilt jedoch einige wichtige Regeln einzuhalten. Welche das sind, erläutert unser Autor.
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Die Systeme sind heute sicher und ein Lichtbogen nahezu ausgeschlossen– wenn die Hersteller einige wichtige Regeln beachten. Der Photovoltaik wird von Seiten der Bevölkerung eine hohe Bedeutung beigemessen: Dies geht aus einer aktuellen Befragung des Wirtschaftsforschungsunternehmens EuPD Research hervor. Doch jede Solaranlage kann auch eine potenzielle Gefahrenquelle darstellen. Immerhin erzeugt sie bis zu 1.000 Volt Gleichspannung, die erst im Wechselrichter in die gängigen 230 Volt Wechselspannung umgewandelt wird. Das Thema Brandschutz spielt daher für die Hersteller der Solarsysteme eine wichtige Rolle. Allerdings ist dies für die Solarindustrie mittlerweile ein alter Hut: Die Aspekte des vorbeugenden Brandschutzes und der entsprechenden Produktanforderungen sind in wichtigen Regelungen erfasst, an die sich die Markenhersteller halten. Das Thema Brandschutz wird bei Heimspeichern aktuell immer wichtiger.

Neu am Energiemarkt ist die wachsende Zahl an Batteriespeichern, die hierzulande installiert werden. Allein 2016 wurden in Deutschland etwa 20.000 solcher Systeme verkauft – Tendenz steigend. Denn schon in wenigen Jahren werden viele Photovoltaik-Anlagen aus der Solarförderung laufen, die häufig mit Heimspeichern nachgerüstet werden, um auch weiterhin wirtschaftlich zu arbeiten. Bei diesen Geräten wird das Thema Brandschutz aus zwei Richtungen betrachtet: erstens, der Speicher selbst als Gefahrenquelle; zweitens, wie verhält sich das Speichersystem, wenn in der Nähe ein Feuer ausbricht. Unabhängige Prüflabore testen die Speicher in dieser Hinsicht auf Herz und Nieren– vorausgesetzt, der Hersteller will das entsprechende Verfahren bezahlen und scheut den damit verbundenen Aufwand nicht. PV-Heimspeicher sind relativ neue Systeme, bei denen gemäß dem Produktsicherheitsgesetz unter anderem die EU-Konformität und batteriespezifische Sicherheit nachzuweisen sind. Bei Lithium-Ionen-Speichern muss bzgl. EU-Konformität in den meisten Fällen die Niederspannungsrichtlinie und immer die EMV (Elektromagnetische Verträglichkeit) beachtet werden. Zur Niederspannungsrichtlinie gibt es harmonisierte Normen, die bei Entwicklung und Produktion befolgt werden müssen und nach denen in den Labors getestet wird.
Eine Gefahr stellen bei Lithium-Ionen-Speichern sogenannte Lichtbögen dar. Diese können sich beispielsweise an den Klemmen bilden, an denen PV-Anlage und Wechselrichter angeschlossen werden, etwa bei Kabelbärten. Im Rahmen der umfangreichen Prüfungen wird bei Heimspeichern zum Beispiel geprüft, ob die richtigen Abstände für alle Luft- und Kriechstrecken eingehalten sind. Darüber hinaus muss gegenüber dem Prüflabor die gesamte Bauteileignung nachgewiesen werden. Alle Komponenten, die an der Bildung eines Lichtbogens beteiligt sein könnten, müssen zur Sicherheit, beispielsweise laut IEC 62109-1, mit sogenannten Brandschutzumhüllungen umgeben werden. Sollten das Produkt mit einer passenden Norm geprüft und diese Tests auch bestanden werden, ist die Bildung eines Lichtbogens in einem Heimspeicher so gut wie ausgeschlossen. Bei der Betrachtung gilt es, die Unterschiede zwischen AC- und DC-Systemen zu beachten. Kritische Lichtbögen entstehen überwiegend bei Gleichspannung. Das Thema ist darum für Hersteller, die auf einen DC-gekoppelten Speicher setzen, von besonders großer Relevanz.


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g+h 04/2017
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