11. DEZEMBER 2017

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Leuchtende Bühne


Technik

Gira. - Markant gekippt liegt der monolithische Baukörper des neuen Konzerthauses inmitten von Blaibach. Damit orientiert sich der Solitär an der Topografie, die Fassade knüpft an das traditionelle Steinhauerhandwerk der Region an. Aber er hat noch weitaus mehr zu bieten.

Der Entwurf, der Minimalismus und Eleganz vereint, stammt aus der Feder des Architekten Peter Haimerl. Der große Konzertsaal wird indirekt mit horizontalen Lichtschlitzen im Leichtbeton beleuchtet, die gekippten Oberflächen beinhalten zudem Bassabsorber für eine saubere Akustik. Der unbehandelte Beton absorbiert die mittelhohen Töne. Für die rundum perfekte Inszenierung des Konzertsaals sorgt moderne LED-Bühnen- und Beleuchtungstechnik auf Basis eines KNX-Systems – mit nur einem Fingertipp werden Szenen ganz nach Bedarf ausgewählt.
Schon die abendliche Außenbeleuchtung wirkt spektakulär: Passend zur Vorstellung oder Jahreszeit wird das Konzerthaus farbig illuminiert und lädt so Einwohner und Gäste zum Besuch. Noch raffinierter ist die Beleuchtung im Konzertsaal selbst.

Hier lassen sich auf Knopfdruck individuell vorprogrammierte Lichtszenen abrufen: für das Symphonieorchester, für Klavierkonzerte oder auch für Aufführungen und Lesungen. Mal müssen die Noten der vom Blatt spielenden Musiker gut ausgeleuchtet sein, andere musizieren frei und benötigen kein spezielles Licht; mal soll das Publikum im Dunklen sitzen, mal sichtbar sein und einbezogen werden. Jede Lichtspalte in der Wand lässt sich einzeln dimmen, praktischer sind aber die hinterlegten Szenen für die verschiedenen Einsätze. Zusätzlich stehen RGB-Strahler für eine farbige Inszenierung der Bühne zur Verfügung– so können heiße Rhythmen rot untermalt werden, klassisch elegante Melodien dagegen mit einem Hauch von Blau. Grundlage der Beleuchtungssteuerung ist die Verknüpfung über ein KNX-System. Im Detail geplant und programmiert wurde dieses vom Systemintegrator Stefan Schmid. Heizung, Beleuchtung, Lüftung, aber auch die Brandmeldeanlage hat er via KNX vernetzt. Als intelligente Steuerzentrale fungiert ein Home-Server. Mittels Home-Server-App lassen sich alle Komponenten und insbesondere die Lichtszenen auf einem I-Pad im Konzertsaal schalten. „Sobald das Konzerthaus an das Glasfasernetz im Ort angeschlossen ist, wird sich auch die Heizung von der Gemeindeverwaltung oder dem Kulturbüro aus hochfahren lassen, etwa wenn eine Veranstaltung am Abend ansteht“, erklärt Stefan Schmid einen der praktischen Vorzüge. Das Konzerthaus wird über Fernwärme von einer Flüssiggastherme versorgt, die über ein KNX-Gateway eingebunden ist. Ausgehend von der komplexen Bühnenbeleuchtung hat Stefan Schmid die Audiotechnik über eine DMX-Anbindung integriert, sodass sich auch diese auf dem Tablet regeln lässt.

„Die Lüftung wurde freiwillig nach den Vorgaben der Verordnung für Versammlungsstätten installiert, obwohl das Konzerthaus mit 197 Sitzplätzen noch unter dem entsprechenden Grenzwert liegt“, berichtet der Systemintegrator weiter. Mit Sensoren wird die Raumluftgüte gemessen und die Lüftung reguliert automatisch entsprechend hoch. Zudem ist eine Sicherheitsbeleuchtung für den Notfall installiert. „Auch die Brandmeldeanlage haben wir auf KNX aufgeschaltet, sodass deren Störmeldungen direkt beim Bürgermeister bzw. Betreiber landen. Ebenso wird mit Störungen der Lüftungsanlage verfahren.“ Eine schnelle Reaktion ist so garantiert und Sicherheit in jedem Fall gegeben. Passend zur Sichtbetonoptik wurden im Konzerthaus Blaibach die klar geometrischen Schalter der Serie E2 in der Farbe Alu verbaut; in den WCs sorgen Präsenzmelder bedarfsgerecht für Licht.

www.gira.de

Ausgabe:
g+h 04/2017
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