16. DEZEMBER 2017

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Risiko Störlichtbögen


Titelgeschichte

Rittal - In elektrischen Schalt- und Steuerungsanlagen stellen Störlichtbögen eine unkalkulierbare Gefahr dar. Deshalb gilt es, bereits in der Planungsphase das Risikopotenzial zu betrachten. g+h sprach über das Thema mit Michael Schell, Leiter Produktmanagement Power Distribution bei Rittal.
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Inwieweit hängen Standort der Anlage und Risiken voneinander ab?

Insbesondere bei Schaltanlagen, die sich im direkten Produktionsumfeld befinden, ist davon auszugehen, dass sich Nicht-Fachleute im Umfeld aufhalten – also Personen, die die Risiken, die sich durch den Betrieb einer Schaltanlage ergeben, nicht kennen oder einschätzen können.

Ist das Thema Sicherheit auch eine Frage des Geldes beim Investor?

Natürlich sind eventuell zusätzlich zu realisierende Maßnahmen an einer Schaltanlage auch mit zusätzlichen Kosten verbunden. Stellt man diese Mehrkosten allerdings in das Verhältnis zu den Reparaturkosten oder den Produktionsausfallkosten, so ergeben diese nur einen Bruchteil dieser Kosten, und Personen sind erheblich besser geschützt.

Reichen eigentlich die bestehenden Vorschriften aus, um Unfälle zu vermeiden?

Die Vorschriften beschreiben nach meiner Meinung die möglichen Maßnahmen gut. Es liegt eher an der fehlenden Vorgabe der Leistungsbeschreibungen, dass diese Maßnahmen umzusetzen sind.

Was muss aus Ihrer Sicht getan werden, um die Risiken weiter zu minimieren?

Für jede Schaltanlage muss bereits in der Planungsphase das Risikopotenzial betrachtet werden, welches von der jeweiligen Schaltanlage im Fehlerfall ausgehen kann. Dabei sind dann Faktoren wie die Aufstellumgebung und die unbeeinflussten Kurzschlussenergien zu berücksichtigen. Das wird leider viel zu selten gemacht.

Worauf sollte der Anlagenbauer sein Augenmerk richten?

Der Anlagenbauer ist eine Fachkraft. Von ihm wird erwartet, dass er die Risiken, die von einer Schaltanlage ausgehen, kennt und den Betreiber/Kunden auf mögliche Gefahren hinweist. Das ist auch so in der neuen Niederspannungsrichtlinie verbindlich gefordert.

Wie schaut die Haftungslage aus, und wer trägt für welchen Bereich die Verantwortung?

Diese Frage ist nicht so einfach zu beantworten. Der Anlagenbauer haftet natürlich für die korrekte Bemessung, Herstellung und Errichtung der Schaltanlage. Der Betreiber haftet für den Betrieb der Schaltanlage. Ein Störlichtbogen kann sowohl durch Arbeiten an einer Schaltanlage als auch im regulären Betrieb entstehen. Natürlich gibt es immer wieder Fälle durch Materialermüdung, die zu Fehlern führen können. Deshalb ist eine regelmäßige Wartung sehr wichtig, um solche Fehler möglichst gar nicht erst entstehen zu lassen. Bei diesem Thema spielt auch das Umfeld, in dem die Anlage installiert ist, eine wichtige Rolle.


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Ausgabe:
g+h 07/2017
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guh
Rittal
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