10 Jahre Highlights

Die Redaktion. Wie wird unser Fachmagazin eigentlich produziert, wie kommen die Beiträge ins Heft, wie sieht der Redaktionsalltag aus? Neben viel Routine gibt es unvergessene Momente.

16. Dezember 2008

Damit g+h so ausschaut, wie es jetzt gerade vor Ihnen liegt, sind vielfältige Vorarbeiten nötig. Neben Redakteurin Sabine Lange, der Korrespondentin Sonja Pfaff und Chefredakteur Elmo Schwandke sorgen zwei Fotografen, darunter Renate Schildheuer und ein Grafiker, Rudolf Blazek, dafür, dass Inhalte und Bildkomposition aufeinander abgestimmt sind. Astrid Scherpf schließlich gestaltet das gelieferte Material zum versandfertigen Heft. Zu erwähnen wären da noch die vielen freien Mitarbeiter, die Drucker natürlich und last, not least der Anzeigenverkauf mit Martin Brey und Jutta Ertl sowie unsere Expertin fürs Internet, Susann Huber. Aufgezählt sind sie damit noch immer nicht alle, aber für heute soll es genügen. Wenden wir uns dem Redaktionsalltag zu. Bevor es für die Redaktion an den Start geht, wird in einer Konferenz ein „Fahrplan“ erstellt: Wie sieht der Titel aus, welches sind die tragenden Beiträge, wo liegen thematische Schwerpunkte. Wenn das Konzept steht, geht es an die Recherche. Autoren müssen gesucht, Bilder beschafft und Termine vereinbart werden.

Ganz im Fokus steht die Titelgeschichte. Redaktion, Fotografin und Grafiker reisen zum Interviewtermin, der in aller Regel zwischen zwei und vier Stunden dauert, da für die Titelseitenproduktion ein professionelles Fotoshooting erforderlich ist.

Ähnlich verlaufen die Reportagen mit Elektromeistern oder auch die großen Interviews im „g+h-Talk“. Die Redaktion legt größten Wert darauf, möglichst vor Ort zu sein, denn authentische Berichte machen ein Fachmagazin lebendig. Deshalb war das g+h Team in den letzten zehn Jahren fast 800.000 Kilometer auf Achse, um „journalistischen Rohstoff“ für die Heftproduktion zu schürfen. Die Recherchen führten uns direkt ins Zentrum der Macht, das Kanzleramt. Im Reichstag hatte g+h Chefredakteur Elmo Schwandke die Gelegenheit, sich einmal auf der Ruheliege des Bundestagspräsidenten auszustrecken. Automobile aus mehr als einem Jahrhundert begeisterten im Mercedes Benz Museum, und im Europa-Park in Rust konnte jeder rasch feststellen: ohne Elektrotechnik läuft gar nichts. Sie sorgt nicht nur für Bewegung, sondern auch für Sicherheit. In England waren wir zum Reifenwechsel in den Formel 1-Rennstall von Williams eingeladen. Ja selbst auf St. Pauli verschlug es die Redaktion, nicht zum Vergnügen, rein aus beruflichen Gründen versteht sich, denn die Zellenkommunikation auf der Davidwache, dem wohl berühmtesten Polizeirevier Deutschlands, war alle - mal einen größeren redaktionellen Beitrag wert.

Das letzte Jahrzehnt war in diesem Sinne von vielen unvergessenen Momenten geprägt. Als Elmo Schwandke sich im Mercedes Benz Museum in den Wagen der tödlich verunglückten Prinzessin Diana setzte, wurde er vom Sicherheitspersonal aufgefordert, das Fahrzeug unverzüglich zu verlassen; was er auch tat. Aber als Journalist sind Hemmungen meist fehl am Platze, denn Informationsbeschaffung hat nun einmal ihren Preis; auch wenn der Informationswert des unerlaubten Ausflugs auf die königlichen Sitzpolster nicht besonders hoch war. In Sachen Information ging es da schon eher auf St. Pauli zur Sache. Der Leiter der Davidwache erzählte sehr anschaulich die Kiezgeschichte, und die anschließende Ortbegehung war in vielerlei Hinsicht aufschlussreich. Richtig anstrengend wurde es im Rennstall von Williams, vor dessen Kulisse Dewalt seine neuesten Elektrowerkzeuge präsentierte. Hier war die g+h Redaktion dazu aufgefordert, beim Boxenstopp eines Formel 1-Rennwagens die Bestzeit beim Reifenwechsel vorzulegen; was ihr nicht gelang, aber dennoch einen großen Spaß bereitete.

Anstrengend war auch der Aufstieg auf die Skisprungschanze in Garmisch-Partenkirchen. Eine luftige Angelegenheit, denn das Ganze war noch recht provisorisch. Kaum weniger spektakulär folgte dann der Abstieg direkt neben der Spur. Erst dort erfühlt man, welchen Wagemut die Skispringer aufbringen, wenn sie mit mehr als 100 Stundenkilometern vom Schanzentisch abheben.

Was ist noch in Erinnerung geblieben? Der Hausmeister vom Kanzleramt ganz sicherlich. Mit schwarzem Anzug und Fliege, die Gattin auf der Terrasse der Hausmeisterwohnung liegend, das war schon ungewöhnlich. Und dann im Reichstag. Als Elmo Schwandke in g+h schrieb, dass der noble Sir Norman Foster dort „Rathausarchitektur aus der untersten Schublade“ produziert hätte, hielten sich Begeisterung und Zustimmung die Waage.

Aber eine Redaktion braucht nicht immer nur Zustimmung. Sie muss ein eigenes Profi l, eine eigene Identität haben. Medien dienen der Kommunikation, und wenn wir Diskussionen in verschiedenen Kreisen vorangebracht haben, sind wir zufrieden. Das ist uns sicherlich mit einer der ersten eigenen Kundenzeitschriften für das Elektrohand - werk „Ihr Handwerker“ gelungen. Schon vor zehn Jahren riefen wir dazu auf, den Endkunden in die Kommunikation stärker mit einzubeziehen.

Auf der Tagesordnung standen auch viele gemeinsame Aktivitäten mit der Industrie. Zu ihnen zählen Gewinnspiele wie die Verlosung eines „Smart“ auf der Dortmunder Elektrotechnik, die wir mit Ritto durchführten. Gut gerüstet zogen wir mit fast 100 Rittern in den Neutorgraben der Festung Marienberg in Würzburg. Geladen waren die Gewinner eines Spiels, das wir mit Wago und dem Elektrogroßhandel durchgeführt hatten.

Erschienen in Ausgabe: 07/2008