100 Jahre Obo Bettermann

Für Obo Bettermann ist 2011 ein besonderes Jahr, denn das Unternehmen aus Menden wird 100 Jahre alt. Zum hundertsten Geburtstag eröffnet offiziell am 13. Mai 2011 das neue Obo Metall- Kompetenzzentrum mit den neuen Produktionsstätten und der neuen Logistik, in Menden, wo Franz Bettermann das Unternehmen 1911 gegründet hat. Obo 1911 bis 2011 – das sind 100 Jahre Begeisterung für Veränderung.

10. Mai 2011

Mitten in der Finanz- und Wirtschaftskrise hat Obo Bettermann hier mit 40 Millionen Euro das größte Investitionsprogramm seiner Unternehmensgeschichte durchgezogen. Auf 30.000 Quadratmetern ist eine neue Produktion elektrotechnischer Infrastruktur mit integrierter Feuerverzinkerei, Büros und Servicebereichen entstanden – von der größten Baustelle der Region zur modernsten Feuerverzinkung im weltweiten Maßstab. Unternehmensgründer Franz Bettermann war ein Mendener Ackerbürger. Bodenständig und kernig, Westfale von echtem Schrot und Korn, das blieb der 1879 Geborene sein Leben lang. Aber irgendwie schlug er aus der Art. Was er 1911 noch tastend und vorsichtig begann, war der Einstieg in den Ausstieg aus dem Berufsleben seiner Väter. Als Franz Bettermann 1964 das Zeitliche segnete, da lag der Abschied von Ackerbau und Viehzucht lange hinter den Bettermanns und mit Obo („ohne Bohren“) war ein bedeutendes Industrieunternehmen der Elektrotechnik entstanden.

Die Unternehmenszentrale steht noch immer dort, wo das Unternehmen mit Franz Bettermann vor hundert Jahren seinen Anfang nahm: in Lendringsen/Hüingsen, heute ein Stadtteil der 56.000-Einwohner-Stadt Menden im Märkischen Kreis, an der Grenze zwischen dem Nordsauerland und dem östlichen Ruhrgebiet. Als Ulrich Bettermann in der dritten Generation das Ruder übernimmt, ist es in der Wiederaufbau-Bundesrepublik allein zu eng geworden. Ohne Deutschland zu vernachlässigen, bricht er auf in neue Märkte – nach Europa und in die Welt. Auch als Jetpilot zieht es ihn in die Luft, aber die Bodenhaftung verliert er nie. Heute macht Obo mehr als die Hälfte seines Geschäftes im Ausland und ist mit 30 Tochtergesellschaften in über 50 Ländern präsent. Inzwischen ist längst die vierte Generation an Bord. In der Unternehmensleitung arbeiten heute mit Ulrich Bettermann und seinen Söhnen Andreas und Thomas zwei Generationen erfolgreich zusammen. „Wir sind dem Ziel verpflichtet, das Familienunternehmen in eine sichere Zukunft zu führen“, sagt Andreas Bettermann knapp hundert Jahre nach der Gründung des Unternehmens durch seinen Urgroßvater Franz Bettermann.

Ein Einblick in die Historie des Unternehmens zeigt die wichtigsten Meilensteine:

1911 Erster Spatenstich durch Firmengründer Franz Bettermann. Ein eigenes Stanzwerk für Befestigungstechnik entsteht.

1932 Metall und Kunststoff kennzeichnen fortan mit dem Einstieg in die Duroplast- und Thermoplast-Fertigung die nochmals erweiterte Programmtiefe.

1944 Totalzerstörung des Werkes – Wiederaufbau durch Werksangehörige.

1952 Obo Bettermann steht für die Erfindung von Metalldübeln mit dem Montagevorteil „ohne bohren“. Das Markenzeichen Obo ist geboren.

1957 Übernahme des 1827 gegründeten Neuwalzwerkes Bösperde. Expansion in gewalzte Profile und Spezialdrähte. Der Ausbau der Kabeltrag-Systeme zum marktführenden Anbieter beginnt.

1959 Das Obo Männchen, Sympathieträger einer erfolgreichen Marke, geht als Synonym für Installationstechnik um die ganze Welt.

1972 Der Obo V-15 setzt neue Maßstäbe im Überspannungsschutz und ist der Beginn zahlreicher Innovationen in diesem Bereich.

1986 Konsequenter Ausbau der eigenen Tochtergesellschaften und Niederlassungen von Philadelphia bis Peking, von Helsinki bis Sao Paulo.

1992 Gründung der Obo Bettermann Hungary Kft. bei Budapest, die heute für OBO zentraler Produktions- und Logistik-Standort für Süd-Ost Europa ist.

1993 Michail S. Gorbatschow, Henry A. Kissinger und Hans-Dietrich Genscher sind die ersten Gäste des von U. L. Bettermann organisierten Mendener Forums.

1996 Das neue BET-Forschungszentrum mit einem der größten Stoßstrom-generatoren Europas und zahlreichen Prüfeinrichtungen wird eingeweiht.

2000 Die Unternehmensführung liegt in dritter und vierter Generation in der Hand von Ulrich L. Bettermann und seinen Söhnen Andreas Bettermann und Thomas Bettermann.

2003 Neue Maßstäbe hinsichtlich Flexibilität und Schnelligkeit setzt die Inbetriebnahme der weltweit modernsten Verzinkungsanlage.

2004 Nach über 40 Jahren Marktpräsenz der Marke Dahl-Kanal führt Obo Bettermann die Marke als eigenständiges Produktsortiment weiter. Dahl-Kanal ist Marktführer im Bereich der Verdrahtungskanäle.

2006 Obo führt Produktion und Marke des 1919 durch Albert Ackermann gegründeten, gleichnamigen Unternehmens fort. Obo ist damit Marktführer im Bereich der Unterflur-Systeme sowie europaweit führender Systemanbieter im Cable Management.

2008 Baubeginn: Obo baut seine Produktionskapazitäten aus. Auf einer Fläche von 30.000 Quadratmetern investiert Obo 40 Mio. Euro in den Bau einer neuen Produktion mit integrierter Feuerverzinkerei. Fertigstellung im Jahr 2011 geplant, zum 100. Geburtstag von Obo Bettermann.

2008 Obo übernimmt Gami, einen der führenden Herstellern von Kabeltrag-Systemen nach italienischen Standard. Damit baut Obo seine Position als strategischer Partner im europäischen Cable Management weiter aus.

heute Die Unternehmensgruppe hat über 30 Tochtergesellschaften und internationale Produktionsstandorte mit einer Präsenz in mehr als 50 Ländern. Ein Jahresumsatz von 400 Mio. Euro wird mit 2.300 Mitarbeitern erzielt. Das Produktspektrum umfasst nahezu 30.000 Artikel in sieben Produkteinheiten.