70 Jahre Sicherheit

Dom. 1.700 Gäste kamen nach Brühl bei Köln, um den 70. Geburtstag zu feiern. Aus dem einstigen Eisenwarenladen am Kölner Dom ist im Laufe der Jahre ein internationales Unternehmen der Sicherheitstechnik geworden.

02. November 2006

Begonnen hat die Erfolgsgeschichte des Unternehmens 1936 in der Kölner Domstraße, wo Josef Voss einen kleinen Eisenwarenladen eröffnete. Unmittelbar nach dem Krieg siedelte er nach Brühl um und startete mit einer eigenen Produktion von Fahrradschlössern, später kamen Industrie- und Bauzylinder hinzu. 1970 schließlich folgte für das Unternehmen der Durchbruch: Der waagerecht einzuführende Wendeschlüssel wurde entwickelt und damit begann auch der internationale Erfolg. Tochterfirmen im Ausland wurden gegründet und Dom entwickelte sich schnell zur international bekannten Marke. Bis heute befindet sich die Produktion in Brühl vor den Toren Kölns. Mehr als 400 Mitarbeiter entwickeln und fertigen hier Schlösser und Schlüssel, elektronische Schließsysteme mit Ethernet-Schnittstelle, Transponderlösungen und vieles mehr, was für Sicherheit sorgt. Die Produktpalette reicht vom praktischen Sicherheitsschließzylinder für das Einfamilienhaus bis zur elektronischen Zutrittssteuerung in Großprojekten, den so genannten OEM-Bereich nicht zu vergessen.

Schließsysteme für Autos, Münz-Chip-Systeme für Schließfächer oder Sicherheitsschlösser für Spielautomaten werden ebenfalls in Brühl entwickelt und direkt an Industrieunternehmen verkauft, die die Schlösser und Systeme dann in ihre eigenen Produkte integrieren. Auf der Referenzliste stehen heute Objekte wie die Köln Arena, das königliche Opernhaus in London und der Flughafen Maastricht. Seit kurzem gehört das Unternehmen zur Gruppe Securidev mit Sitz in Paris. „Sicherheit, Qualität, Dom“, so lautet der Slogan, der die Unternehmensphilosophie kurz und präzise zum Ausdruck bringt. Um die gleich bleibend hohe Produktqualität zu gewährleisten, setzt man nur auf modernste Fertigungstechnologien. Riesige Bearbeitungszentren schneiden aus drei Meter langen Profi lstangen die Rohlinge zu, aus denen dann an insgesamt 35 Bearbeitungsstationen mit moderner CNC-Technik ein Sicherheitsschließzylinder wird. Kleinste Federn werden pneumatisch in die winzigen Löcher geschossen - bei kleineren Stückzahlen erfolgt die Montage der Schließzylinder aber durchaus auch manuell.

Die Handmontage wird vor allem von Frauen übernommen, denn Männer sind feinmotorisch oft gar nicht in der Lage, die winzigen Komponenten zu verarbeiten. Insgesamt zwölf Auszubildende haben in diesem Jahr eine Ausbildung im Produktionsbereich begonnen. Sie werden zu Mechatronikern, Fertigungsmechanikern und Zerspanungsmechanikern ausgebildet und sollen sicherstellen, dass das Unternehmen auch in Zukunft über qualifizierte Mitarbeiter verfügt. In einer eigenen Ausbildungswerkstatt, die sich in der Fertigung befindet, bauen die Azubis eigene Automationslösungen und Steuerungen auf und setzen so das Erlernte gleich in die Praxis um. Innovationen sollen dazu beitragen, dass das Unternehmen im Wettbewerb stets die Nase vorn hat. Neuestes patentiertes Produkt ist das ix-Saturn-System. So wie der Himmelskörper verfügt auch der gleichnamige Schlüssel über einen Ring, der in einem 45-Grad-Winkel schwimmend gelagert ist. Auf diese Weise wird das Kopieren deutlich erschwert. Ein Transponderkopf (Dom Clip Tac) kann einfach aufgesteckt werden, und schon wird der Schlüssel kompatibel zu elektronischen Zutrittskontrollsystemen aus der Familie Dom-ELS. Der Saturn-Schließzylinder ist aus massivem Messing gefertigt. Im Inneren wirken gehärtete Stahlstifte als Bohrschutz.

Eine Sperrleiste aus Edelstahl gibt erst dann das Schloss zur Drehung frei, wenn Muldenbohrungen im Schlüssel zu den Steuerstiften passen. Auch das Vorhandensein des Rollkörpers wird über einen Steuerstift kontrolliert. Insgesamt gibt es 24 Schließberechtigungsabfragen über insgesamt 18 Kern- und Gehäusestifte. Das Saturn-System erfüllt damit die Verschlusssicherheitsklasse 6, die Widerstandsfähigkeit gegen Aufbohren Klasse 2 gemäß DIN EN 1303-04/2005 und darf auch in Feuerschutztüren verwendet werden.

Das Ix-Saturn-System ist auch in Modulartechnik erhältlich, auf diese Weise lässt sich der Schließzylinder in 5-Millimeter-Schritten perfekt an die Türdicke anpassen. Stegmodule sorgen für einen erhöhten Zieh- und Abreißschutz. Zusätzliche Sicherheit bietet der erhöhte Sicherheitskreislauf. Nachbestellungen sind dabei nur über eine so genannte High-Security-Card möglich. Mit dem integrierten Chip werden Transaktionscodes erzeugt, mit denen einzelne Bestellungen ausgelöst und eindeutig signiert werden.

Aus massivem Messing statt dem sonst üblichen Druckguss sind die Schließsysteme von Rolls-Royce und Bentley. Der hochwertige Schlüssel kann eingeklappt werden und ist dann eine kleine, handliche Fernbedienung. Elektronik, so sieht man am Beispiel Dom, geht auch an Branchen nicht vorbei, die bisher eher in der Mechanik zu Hause waren. Durch die Entwicklung elektronischer Zutrittskontroll- und Schließsysteme wird die Sicherheitstechnik zunehmend zum Bestandteil einer leistungsfähigen Gebäudetechnik. Über die Ethernet-Anbindung können Aktionen und Informationen komfortabel mit Funktionen anderer Gewerke verbunden werden.

Kooperation heißt der Schlüssel zum Erfolg. Das Elektrohandwerk mit seiner Kompetenz in der Elektronik findet hier Betätigungsfelder und kann zum wertvollen Partner von Betrieben aus der Tür- und Torbranche werden.

Sonja Pfaff

HINTERGRUNDHigh Security KarteDer Schließanlagenbetreiber erhält die High Security Karte per Direktversand. Mit seiner Betreibersoftware und der Chipkarte erzeugt er für jede Bestellung einen eindeutigen Transaktionscode mit Signatur. Dieser wird verschlüsselt per E-Mail an Dom übermittelt, wodurch ein einzelner Auftrag freigeschaltet wird.

Die Signatur geht zusammen mit der Bestellung an den Fachhandel, der den Vorgang prüft, bearbeitet und an Dom weiterleitet. Ist die Signatur der Bestellung durch den Betreiber zuvor bei Dom freigeschaltet worden, wird produziert.

www.dom-sicherheitstechnik.de

Erschienen in Ausgabe: 06/2006