Stiebel Eltron

Alle Integralgeräte mit Inverterregelung

Der erforderliche Mindestluftwechsel in Neubauten ist heute – anders als noch vor einigen Jahren – durch eine unkontrollierte freie Lüftung kaum noch zu erreichen. Undichtigkeit an Fensteranschlüssen gehört in der Gegenwart der Vergangenheit an; manuelles Öffnen der Fenster ist deshalb völlig unzureichend.

11. Februar 2019
Alle Integralgeräte mit Inverterregelung
Im Passivhaus von Sandra Clemens und Christian Brauwers sorgt die LWZ 604 air für warmes Wasser und angenehme Temperaturen. (© Stiebel Eltron)

Denn bei dieser von Experten „Infiltrations- und freier Luftwechsel“ genannten Lüftung geht mit der Abluft die enthaltene Wärmeenergie verloren. Mit einer kontrollierten Wohnungslüftung können bis zu 90 Prozent dieser Energie aus der Luft zurückgeholt werden. Stiebel Eltron bietet mit seinem Integralgeräteprogramm schon seit 20 Jahren Produkte an, die die Vorteile der zentralen Lüftung mit der Wärmepumpe auf kleinstem Raum kombinieren. Nachdem die Wärme aus der Abluft an die Zuluft übertragen wurde, nutzt die Wärmepumpe die noch vorhandene Wärmeenergie in der Abluft. Ein großes Plus für die Effizienz der Wärmepumpe.

Zum Jahresbeginn 2019 hat Stiebel Eltron sein komplettes Integralgeräteprogramm umgestellt: Alle Produkte der erfolgreichen LWZ-Serie sind jetzt mit einem invertergeregelten Kompressor ausgestattet. Gleichzeitig wird das Portfolio gestrafft, zudem erhalten die einzelnen Geräte neue Bezeichnungen.

„On-Off-Wärmepumpen sind, zumindest wenn die Umgebungsluft als Wärmequelle genutzt wird, nicht mehr zeitgemäß“, sagt Vertriebschef Frank Jahns. „Da ist es nur folgerichtig, wenn wir unser äußerst erfolgreiches Integralgeräteprogramm komplett auf die deutlich effizientere Technik umstellen. Durch die Leistungsregelung, die mit dem Inverter-Kompressor möglich ist, passt sich das Gerät stets dem aktuellen Wärmebedarf an.“ Dank der höheren Effizienz erhalten zukünftig alle Integralgeräte das Energielabel A++. Das erste Integralgerät hat das Unternehmen bereits im Jahr 1999 auf den Markt gebracht. In nunmehr 20 Jahren haben sich die Luft-Wärme-Zentralen als „One-for-all-Geräte“ im Einfamilienhausneubau mehr als bewährt.

Die Funktionen kontrollierte Be- und Entlüftung mit Wärmerückgewinnung, Heizung und Warmwasserbereitung sind in den Produkten integriert. Die Bedienung aller haustechnischen Bedürfnisse mit nur einem Gerät und die geringe benötigte Aufstellfläche machen die LWZ-Serie besonders bei Architekten und Hausherstellern äußerst beliebt. Mit der neuen Gerätegeneration erfolgt auch ein Namenswechsel. Die LWZ 504 – das Top-Produkt der Serie, das zusätzlich auch über eine Kühlfunktion verfügt – heißt demnächst LWZ 8 Premium, wobei die „8“ für die gut 8 Kilowatt Heizleistung des Produktes bei A-7/W35 steht. Im Laufe des Frühjahres wird eine Variante mit 5 Kilowatt Heizleistung verfügbar sein – die dann als LWZ 5 Premium bezeichnet wird. Außerdem verfügbar sind seit Januar die Varianten LWZ 7 Plus (bisher LWZ 304/404 Trend), LWZ 7 Trend (bisher LWZ 404 Flex) und LWZ 7 Smart (bisher LWZ 304 Smart). „Damit passen wir die Bezeichnungen an unsere Produktklassifizierung an, mit der wir seit Anfang 2017 unser gesamtes Sortiment in die Klassen Premium, Plus und Trend einstufen“, so Frank Jahns.

»Durch die Leistungsregelung, die mit dem Inverter-Kompressor möglich ist, passt sich das Gerät stets dem aktuellen Wärmebedarf an und bietet somit eine hohe Wirtschaftlichkeit.«

— Frank Jahns

Die Evolution: LWZ 604 air – Heizungsanlage für Neubauten

Das Unternehmen geht nun noch einen Schritt weiter. Nach der Kombination von Wärmepumpe und Lüftung folgt die Anpassung an Häuser mit niedrigem Heizwärmebedarf, darunter fallen zum Beispiel Passivhäuser. Diese Häuser benötigen oft weniger als 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr, hier sind neue Haustechnikkonzepte gefragt. „Stiebel Eltron ist bereit“, sagt Dr. Kai Schiefelbein, Geschäftsführer des deutschen Qualitätsherstellers. „Wir haben auf der Grundlage unseres Erfolgsproduktes, dem Integralgerät LWZ, ein neues Gerät entwickelt, das entsprechende niedrige Wärmebedarfe hocheffizient bedient und gleichzeitig die im Vergleich zur Heizarbeit immer wichtiger werdende Warmwasserbereitung übernimmt. Das Wichtigste ist allerdings, dass die Wärme nicht mehr an ein wassergeführtes Verteilsystem abgegeben, sondern über die integrierte Lüftungsanlage in das Gebäude eingebracht wird. Auch die LWZ 604 air ist ein invertergeregeltes Gerät. Mit kontrollierter Wohnungslüftung, Inverter-Wärmepumpe und integriertem 200-Liter-Trinkwarmwasserspeicher ist sie damit der nächste Schritt in Sachen Heizungsanlagen-Evolution.“

Die Nutzung der Lüftungsanlage als Wärmeverteilsystem ist dann wirtschaftlich, wenn die aus bauphysikalischen und hygienischen Gründen ohnehin notwendige Frischluftmenge, die von der Lüftungsanlage eingebracht wird, für den Wärmetransport ausreicht, also nicht erhöht werden muss. Bei Niedrigenergiehäusern ist diese Voraussetzung gegeben – „ganz einfach, weil der Wärmebedarf so extrem niedrig ist. Und einen solch niedrigen Wert erreichen die Gebäude nur mit einer sehr dichten, hochwertigen Gebäudehülle – die wiederum eine kontrollierte Wohnungslüftungsanlage ganz unabhängig von der Heizung benötigt. Ich nutze also ein System, das ohnehin eingebaut werden muss, und spare dadurch die Kosten für das wassergeführte Verteilsystem“, so Schiefelbein. Die LWZ 604 air stellt bei –20 Grad Außentemperatur eine reine Wärmepumpenleistung von 3,2 kW bereit.

g+h Fazit

Die Wärmepumpe ist zweifellos die Heizungsart der Gegenwart und Zukunft. Und dies unabhängig, ob es sich um einen Neubau oder eine Sanierung handelt. Dank innovativer Entwicklungen mit hohen Effizienzsprüngen in den letzten Jahren ist die Wärmepumpe heute bei jedem Heizungsaustausch eine Alternative, die es abzuwägen gilt. Denn das Energiesparpotenzial beim Energieverbrauch, und damit auch beim CO2-Ausstoß, ist extrem groß. Und dem Elektrohandwerk bietet diese Technik einen attraktiven Markt.

Damit kann neben der Heizung auch die Warmwasserbereitung solide mit der Wärmepumpe bedient werden. Gleichzeitig ist so für die Heizung eine Leistungsreserve vorhanden, die wichtig ist, wenn außergewöhnliche Bedarfe benötigt werden. Das neue Gerät verfügt zudem über eine sehr große Modulationsbandbreite, für die ein zusätzlicher Mini-Puffer eingesetzt wird, damit über die Lüftungsanlage tatsächlich auch kontinuierlich geheizt werden kann. Die Wärmepumpen-Leistungszahl liegt bei 4,52 bei 2 Grad Außentemperatur und 42 Grad Zulufttemperatur und für die Warmwasserbereitung bei 2,8 beim Zapfprofil XL nach EN 16147. Darüber hinaus verfügt die LWZ 604 air über eine Anschlussmöglichkeit für einen Wasser-Heizkreis, der für die Beheizung der Ablufträume, wie zum Beispiel das Bad, eingesetzt werden kann. Es erfolgt keine elektrische Nachheizung und keine elektrische Vorerwärmung der Luft.

Positives Fazit für die Lüftungsheizung mit Inverterregelung

Christian Brauwers und Sandra Clemens beheizen ihr 126 m² großes Passivhaus mit der LWZ 604 air. „Bei den stark gedämmten Gebäuden war uns gleich klar, dass wir als voll Berufstätige nicht dazu kommen werden, unser Haus ausreichend zu lüften. Eine Lüftungsanlage war also ein Muss bei der Planung unseres Hauses. Dass wir die Lüftungsanlage auch gleichzeitig zur Wärmeverteilung, sprich zur Beheizung, nutzen konnten, fanden wir optimal“, beschreibt Clemens die Entscheidung für diese Form der Haustechnik im Passivhaus. „Tatsächlich haben wir zusätzlich eine Fußbodenheizung im Badezimmer und im Wohnzimmer installieren lassen, aber wirklich gebraucht haben wir sie nicht.“

Das Fazit der ersten kalten Monate mit der Heizungsanlage von Stiebel Eltron fällt positiv aus. „Wir können problemlos unsere große Badewanne befüllen und trotzdem wird normal weiter geheizt und gelüftet dank Inverterregelung der Anlage“, erklärt Brauwers. Das Vorgängermodell der Lüftungsheizung im Haus der Brauwers war ein On-Off-Gerät, das mitunter an seine Leistungsgrenze gekommen ist. „Einen Luftzug verspüren wir hier im Haus nicht und auch die Geräuschentwicklung ist sehr gering“, so Clemens.

»Wir können problemlos unsere große Badewanne befüllen und trotzdem wird normal weiter geheizt und gelüftet dank Inverterregelung der Anlage.«

— Christian Brauwers

Der Innenraum des Hauses besticht durch die offene Bauweise, nur vier Türen sind insgesamt verbaut: zum Kinderzimmer, zum Badezimmer, zum Gäste-WC und zum Hauswirtschaftsraum. „Wir profitieren hier von einem sehr angenehmen Raumklima. Es gibt weder sehr kühle noch sehr warme Bereiche, wie das bei Heizkörpern der Fall wäre“, erklärt Sandra Clemens. „Die Wärme verteilt sich optimal auf alle Räume.“

Die Fenster muss die Familie gar nicht mehr öffnen. „Für mich als Allergiker ist das super – in der Pollenzeit ist für mich der Aufenthalt im Haus deutlich entspannter“, so Clemens.

Erschienen in Ausgabe: 01/2019