Alles unter Kontrolle - vom Fernseher aus

TV-Manager für die Visualisierung und Bedienung der EIB und Powernet EIB Technik

Während zur Visualisierung von Betriebszuständen und zur Regelung/Steuerung von Sensoren und Aktoren in der Industrie der PC immer mehr auf dem Vormarsch ist, bietet sich im häuslichen Bereich dafür das Fernsehgerät an. Von den mehr als 50 Millionen Geräten, die es in Deutschland gibt, stehen etwa 65 Prozent in den Wohnzimmern. Genau darauf hebt der TV-Manager von IC Industrielle Computertechnik ab. Er bietet durch die Nutzung des Fernsehgerätes dem Endkunden einfache Bedien- und Beobachtungsmöglichkeiten für seine moderne Haustechnik.

23. Juli 2002

Das gewachsene Sicherheits- und Umweltbewußtsein, der Wille, Energie einzusparen, und der Wunsch nach mehr Komfort stellen an die Gebäudesystemtechnik immer höhere Anforderungen. Der international standardisierte Installationsbus EIB mit seiner einfachen Verkabelung und der Möglichkeit, die verschiedensten Produkte und Geräte von über 100 Herstellern in einer gemeinsamen Installation interoperabel einzusetzen, kommt dem sehr entgegen. Die definierte Standardschnittstelle EIB ist heute im Zweckbau anerkannter Stand der Technik und hat dort seine Leistungsfähigkeit in mehr als 70.000 Projekten bewiesen.

Als Schnittstelle zwischen EIB oder Powernet EIB und dem Fernseher bietet sich hier der TV-Manager mit einem 230 Volt Netzanschluß und nur 3 Watt eigener Leistungsaufnahme an. Sind mehrere Fernsehgeräte in einem Haushalt vorhanden, ist eine Mehrstellenbedienung innerhalb des Bussystems möglich.

Geführt durch die Anzeige auf dem Fernsehbildschirm, erlaubt der TV-Manager, über seine Fernbedienung (mit nur acht Tasten) manuell in das Geschehen des EIB einzugreifen. Mit der Fernbedienung gelangt man auf die Übersichts- und in die Objektseiten. Maximal 80 Objekte können als passive, aktive, Alarm-, Dimm-, Soll-/Istwert- oder Szene-/Verknüpfungs-Elemente definiert werden, das heißt: Interaktives Schalten und Anzeigen ist möglich. Die Textanzeige der 80 Objekte ist frei definierbar.

Der TV-Manager wird mit dem Fernseher über ein Scartkabel verbunden. Eine weitere Scartbuchse am TV-Manager dient zum Anschluß von anderen Komponenten, die bisher mit dem Fernseher verbunden waren. Die vom Benutzer festgelegten Textinformationen werden auf dem Fernsehbildschirm eingeblendet. Dies geschieht ohne Eingriffe in den Signalweg des Fernsehgerätes.

Zur Bildsynchronisation des TV-Manager wird das Bildsignal des TV-Gerätes oder eine externe Quelle verwendet. Ist das Fernsehgerät ausgeschaltet, meldet sich der TV-Manager bei Alarmmeldungen optisch und akustisch und fordert zum Einschalten des Fernsehgerätes auf, auf dessen Bildschirm dann die Klartextmeldung abzulesen ist. Es steht ein konventioneller Relaisausgang für die Weiterverwendung zur Verfügung. Eine eigene auf dem Fernsehbildschirm einzustellenden Farbpalette hilft dabei auch optisch, Sondermeldungen zu definieren.

Die Verbindung des TV-Managers mit dem EIB oder Powernet-EIB erfolgt über ein Datenkabel, das an die serielle Datenschnittstelle des EIB angeschlossen wird.

Sämtliche Zeitprofile sowie Szene/Verknüpfungsfunktionen können vom Endbenutzer selbständig via Fernbedienung geändert werden. Die Integration von Zeitprofilen und Szene/Verknüpfungsfunktionen im TV-Manager erspart den Einsatz von zusätzlichen Buskomponenten und hilft hiermit, den Einsatz der Bustechnik im privaten Wohnbau voranzubringen.

Kamera-Anschluß

Am TV-Manager kann eine Überwachungskamera angeschlossen und als Objekt in der Parametrierung definiert werden. Ihr Kamerabild wird via Fernbedienung auf den Fernseher aufgeschaltet. Ebenso ist es möglich, daß das Signal eines Bewegungsmelders die Kamera automatisch einschaltet, um die Videoüberwachung der Hauspforte, des Gartens und so weiter sicherzustellen. Bei der Anschaltung von mehreren Kameras können diese mit der Zeitprofilsteuerung automatisch im Scan-Betrieb über einen Scartverdoppler geschaltet werden.

Zeitschaltfunktionen

Für die Sicherheit eines Gebäudes spielt auch die Anwesenheitssimulation eine große Rolle. Die Zeitschaltfunktionen bewirken, daß zu vorprogrammierten Zeiten im und um das Haus herum individuell festgelegte Beleuchtungen ein- und ausgeschaltet werden. Auch die Integration von Rolladen und Sonnenschutz in Verbindung mit der Einzelraumregelung und der Zeitsteuerung verbessert die Behaglichkeit bei gleichzeitiger Energieeinsparung.

Wahlweise nach Datum oder Wochentag erfolgt die Eingabe der Zeitaufträge mit Angabe der auszuführenden Funktionen. Diese sind jederzeit übersichtlich vom Nutzer auf dem Fernseher abzurufen. Die Zeitprofilsteuerung, die pro Objekt acht Zeitaufträge (maximal 640) ermöglicht, läßt hier einfach und kostengünstig beispielsweise jeden Ablauf der Heizungsteuerung zu - entsprechend dem individuellen Tagesablauf.

Soll-/Ist-Temperaturwerte

In Verbindung mit EIB Temperaturreglern können auf dem Fernsehschirm alle Ist-Temperatur-Werte der einzelnen Räume und die vorgegebenen Soll-Temperatur-Werte angezeigt werden. Bei zu hoch temperierten Räumen läßt sich so auch außerhalb der automatischen Regelung die Heizleistung drosseln - per Fernbedienung. Die Einbindung der Komforttemperaturanwahl ermöglicht eine einfache und jederzeit für den Endkunden zu übersehende Einzelraumregelung der Heizung.

Szene/Verknüpfungsfunktionen

Nach dem „wenn/dann“ Prinzip können mit der Fernbedienung zu jedem der 80 Objekte drei Funktionen zugeordnet und ausgeführt werden, wenn eine bestimmte Gruppenadresse auf dem Bus erscheint. Es ist unabhängig, ob die Gruppenadresse vom TV-Manager ausgegeben oder von einem anderen Busgerät erzeugt wird. In den ausführenden „dann“-Funktionen können Schalt- sowie Dimmwerte angegeben werden. Die Szene/Verknüpfungsfunktionen sind miteinander kaskadierbar.

Alarmfunktionen

Eine Alarmmeldung wird automatisch in das laufende Fernsehprogramm eingeblendet oder wahlweise akustisch angezeigt und schaltet einen Relaisausgang. Ist der Fernseher ausgeschaltet, können nach dem Einschalten des Gerätes die Texte der letzten fünf Alarmmeldungen auf dem Fernsehbildschirm eingesehen werden. Zu jedem der 80 Objekte können bis zu vier Gruppenadressen definiert werden; somit ist die Einbindung in Zentralfunktionen (z.B. Panikschalter) und deren Anzeigefunktionen möglich.

Statusanzeige/Busadressen

Die Betriebsbereitschaft des Installationsbusses sowie die aktuelle Uhrzeit und Datum zeigt auf Abruf eine grün/rote Statusanzeige im unteren Bereich des Bildschirms an. Ebenso ist in der Zeile die letzte auf dem Bus gelaufene Gruppenadresse abzulesen - eine Inbetriebnahme-Unterstützung für den Fachbetrieb. Er braucht bei einer nachträglichen Integration des TV-Managers in eine EIB oder Powernet EIB Installation nicht einmal die ETS-Dokumentation der Anlage, sondern kann in Einzelschritten verschiedene Busgeräte auslösen und deren Adressen am Fernseher ablesen, um sie dann in den TV-Manager zu parametrieren.

Einstellen von Datum und Zeit

Das Datum und die Uhrzeit sind mit der Fernbedienung einzustellen. Bei Netzausfällen hält ein Gold-Cap-Kondensator den Uhrenbaustein über 50 Stunden lang funktionsfähig.

Parametrierung des TV-Manager

Mit der modular aufgebauten Parametrierungssoftware werden bei der Inbetriebnahme den möglichen 80 Objekten (in einer für den Benutzer frei wählbaren und verständlichen Sprache und mit farbig gestaltbaren Textbausteinen) die Adressen des Installationsbusses und andere Attribute zugeordnet und in einem nichtflüchtigen Speicher (EEPROM) des TV-Manager hinterlegt. Sie sind somit bei einem möglichen Spannungsausfall des Gerätes gegen Verlust gesichert. Ebenso ist die komplette Parametrierung der Texte und der Adressen auch ausschließlich mit der Fernbedienung möglich.

Erschienen in Ausgabe: 02/2002