Auf Schalke

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Bernd Croonenbrock - Wenn er sich etwas vornimmt, kann ihn niemand stoppen. Mit umfassendem Know-how und jeder Menge Liebe zum Detail entwickelt der gebürtige Schalke-Fan Leuchten, die aus unserer Sicht den g+h Sonderpreis verdienen.

11. Mai 2010

Herr Croonenbrock, bevor wir auf Ihre Passion mit den Leuchten kommen, ein kleiner Rückblick. Das Unternehmen ist 1966 von Ihren Eltern gegründet worden. War es für Sie von Anfang an klar, dass Sie irgendwann auch mit einsteigen?

Nein, überhaupt nicht. Ich habe bei einem Handwerkskollegen meines Vaters ein Praktikum gemacht. Das hat mir so gut gefallen, dass ich im Anschluss daran im gleichen Betrieb eine Ausbildung gemacht und später auch noch ein halbes Jahr als Geselle gearbeitet habe. Erst nachdem ich mein Fachabitur in Elektrotechnik gemacht habe, bin ich 1990 das erste Mal bei meinen Eltern eingestiegen. Da ich meine Ausbildung in einem großen Betrieb gemacht habe und vorwiegend auf Großbaustellen unterwegs war, habe ich in unserem kleinen Betrieb quasi wieder bei null angefangen. Im Privatbereich werden alle Bereiche der Elektrotechnik angefragt. Hinzu kommt, dass man im Bestand auch viel sauberer arbeiten muss, als auf einer Großbaustelle. Nebenher habe ich damals schon Gesellenprüfung abgenommen, teilweise waren die Prüflinge ein paar Jahre jünger als ich. Auf diese Weise bin ich aber immer auf dem Laufenden geblieben was die neuesten Techniken betrifft.

Haben Sie damals schon über einen Generationenwechsel nachgedacht?

1994 stand ich das erste Mal vor der Entscheidung, den elterlichen Betrieb schon peu a peu zu übernehmen, habe mich dann aber doch dazu entschlossen vorher noch in ganz andere Bereiche einzutauchen. Die erste Station war ein Industriebetrieb in Köln. Ich habe mich unter anderem um die Messeauftritte in ganz Deutschland gekümmert, Bedienungsanleitungen für neue Produkte geschrieben, war vor Ort beim Kunden, wenn irgendetwas nicht so funktioniert hat wie es sollte und habe mich zusammen mit dem Vertriebsleiter um die Katalogerstellung gekümmert. Im Anschluss war ich in einem Groß- und Einzelhandel und habe vier Jahre den Einkauf für Wohnraumleuchten und die Beleuchtungsplanung gemacht. Gefragt war die ganze Bandbreite, von der Gewölbekellerbeleuchtung, über Wohnraumbeleuchtung im Privatbereich bis zur Fassadenbeleuchtung von alten Fachwerkhäusern.

Ist hier schon die Idee entstanden, eigene Leuchten zu konzipieren und zu bauen?

Das war erst bei meiner nächsten Station in der Leuchtenindustrie. Hier hatte ich einige Schlüsselerlebnisse. Wir hatten sehr hochwertige und hochpreisige Leuchten mit Leuchtkörpern, bei denen ich als Fachkraft über eine Stunde gebraucht habe um ein Vorschaltgerät zu wechseln. Design kann doch nicht alles sein. Also habe ich weiter an meinen Entwürfen und Prototypen gearbeitet.

Das endgültige Ende des Angestelltenverhältnisses?

In der Leuchtenindustrie hat man keinen Bedarf gesehen, also habe ich mich selbst kundig gemacht und mit allen notwendigen Zulieferern Kontakt aufgenommen. Allein in der Metallverarbeitung war ich in 50 Betrieben. Die Qualität der Arbeit war in meinen Augen erschreckend schlecht. Also habe ich mir einen Plan erstellt, was ich lernen muss um es selber zu machen: Grundausbildung zum CAD-Zeichner, schweißen bei der Handwerkskammer, ich habe den Betriebswirt gemacht und alles über die Beschichtung der verschiedenen Metalle und die Glasverarbeitung für die Einsätze gelernt. Immer mit dem Ziel, alles über das Produkt, das ich entwickeln wollte, selbst zu wissen, damit mir keiner etwas vormachen konnte.

Ein weiter Weg. Wann haben Sie denn die ersten Leuchten vorgestellt?

Auf der l+b 2006. Ein Jahr später haben wir unseren ersten Katalog erstellt, Artikelnummern vergeben und ein richtiges System für den Vertrieb erstellt. In Zukunft werden wir auch über den Großhandel gehen. Dadurch, dass wir auch die Planung machen und jede Art von Sondermodellen bereitstellen können, sehen wir heute, dass wir mit unseren Leuchten auf dem richtigen Weg sind.

Sie machen alles selbst, haben sie denn inzwischen noch andere Mitarbeiter?

Im Moment nur Aushilfen. Das Geschäft muss erst richtig laufen, bevor man feste Mitarbeiter beschäftigen kann. Die Komponenten für die Leuchten sind so gut vorbereitet, dass man sie kurzfristig zusammenbauen kann. Trotzdem wird jede Leuchte nach VDE-Maßstäben geprüft.

In welchen Stückzahlen gehen die Leuchten raus?

Aufgrund der Vielfalt ist das ganz unterschiedlich. Mal ist ein Monat gar nichts, mal gehen in zwei Wochen 40 bis 50 Leuchten raus. Wir können jeden Logo-Wunsch erfüllen sogar, auch wenn das hier nicht jedem gefällt, die Logos von Gladbach oder Dortmund.

Zum Innovationspreis. Sie haben den Sonderpreis wegen der Schalke-Leuchten bekommen. Wann hatten Sie diese Idee?

Die Idee mit den Logos hatte ich 2004. Als in der Veltins-Arena die b2d-Messe war, haben wir bei Schalke angefragt, ob wir für die Ausstellung ihr Logo verwenden dürfen. So ist der Kontakt zu Rudi Assauer entstanden, der hat übrigens auch eine Schalke-Leuchte von mir bekommen. Heute habe ich über Rolf Rojek, den 1. Vorsitzenden, beste Kontakte zum Schalker Fanclub-Verband. Das Vereinsheim an der Veltins-Arena und die Fankneipe an der alten Glückauf Kampfbahn sind komplett mit meinen Schalke-Leuchten ausgestattet.

Hat sich der Geschäftszweig mit den eigenen Leuchten von Anfang an gut entwickelt, oder ist es schwierig Gehör zu finden?

Das ist nicht so einfach. Die Leuchten sind ja eher für den Geschäftskunden, der seinen Betrieb mit Logo-Leuchten ausstattet. Sie sind so konzipiert, dass sie sehr einfach auf neue Techniken und Systeme umzurüsten sind. Man muss also nur einzelne Bausteine austauschen und nicht die ganze Leuchte entsorgen. Das ist zwar sehr sinnvoll, aber auch sehr hochpreisig. An unserem Bekanntheitsgrad müssen wir aber weiterhin hart arbeiten.

Wie machen Sie auf sich aufmerksam?

Vor ein paar Jahren konnten wir Erdinger Weißbräu als Sponsor gewinnen. Die Leuchte mit Theke und integriertem Zapfhahn war der Renner auf der Elektrotechnik in Dortmund und wird seitdem von uns für Kundenevents genutzt. Da sich hier im Umkreis nahezu jeder für Fußball interessiert, laden wir zum Beispiel zu spannenden Bundesliga-Spielen auf einer großen Leinwand ein. Ein frisch gezapftes Bier, Gegrilltes und Salate das bleibt in Erinnerung und spricht sich auch rum. Mit dieser Mund-zu-Mund-Propaganda erreichen wir einen Einzugsbereich von 40 bis 50 Kilometern.

Dasheißt in dieser Gegend viele Städte, viel Konkurrenz. Wie heben Sie sich von Ihren Mitbewerbern ab?

Aktuell bauen wir unsere Räumlichkeiten um. Viele Betriebe haben überhaupt keinen Ausstellungsraum mehr. Wir wollen mit unserem Showroom auch an die Architekten und Planer gehen. Wenn sich ein Bauherr einen Innenarchitekten leistet, kann man ihn im Showroom sicher auch von den technischen Highlights in der Installationstechnik überzeugen. Das ist unser nahes Ziel.

Abgesehen von den Leuchten – in welchen Sparten sind Sie in der Elektrotechnik tätig?

Wir sind vorwiegend im Privatbereich tätig. Hier machen wir allgemeine Hausinstallationen, Rollo- und Garagenantriebe, Warmwasserversorgung, Türsprechanlagen sowie Bustechnik und alles was man hier integrieren kann. Und natürlich Beleuchtungsplanung. Über diese Schiene und die normal Haus-installation kann man den Kunden gut an ein Bussystem heranführen. Ganz gut funktioniert das, wenn man dem Kunden die Vorteile in den eigenen Ausstellungsräumen zeigen kann. Darum auch der aktuelle Umbau. Wir wollen unseren Kunden alle Systeme mit den dazugehörigen Komponenten in Funktion zeigen. So nimmt man ihnen die Angst vor der Technik und kann Bedürfnisse wecken.

Sind Kunden heute offener für neue Techniken als noch vor ein paar Jahren?

Als ich mich 1993 das erste Mal mit Bustechnik beschäftigt habe, war die Technik noch in den Kinderschuhen und sehr teuer. Heute sind die Systeme ausgereifter und vor allen Dingen bezahlbarer. Das A und O ist eine kompetente Beratung. Dabei wollen Kunden nicht wissen, wie und warum irgendetwas funktioniert, sie wollen wissen, was für einen Nutzen habe ich davon und kann ich es einfach bedienen.

Das heißt es wird wieder in Qualität und Komfort investiert?

Sicher, Geiz ist geil ist vorbei. Sie schätzen eine verständliche Beratung und eine fachliche Ausführung. Gerade in der Krise, wenn auf Banken das Geld verschwindet, besinnen sich viele wieder darauf mit einem Umbau und technischem Ausbau in ihre Immobilie zu investieren und sie damit aufzuwerten. Eine verlässliche Klientel ist hier die Generation 50+.

Wo soll die Reise hingehen? Wo sehen Sie Ihre Zukunft?

Ich werde auf jeden Fall am Ausbau der Leuchtenherstellung arbeiten. Da sind noch jede Menge Ideen in der Schublade. Im Moment arbeite ich mit Hochdruck an einer größeren Stehleuchte mit vier Flachbildschirmen im oberen Bereich und weiter unten die bewährten Zapfhähne. Ein echter Hingucker für jeden Messestand, aber auch hervorragend für Fußball-Events geeignet.

Mir scheint, Sie gehören zu den Wenigen, die Ihr Hobby zum Beruf machen konnten.

Stimmt, und daran haben auch meine Eltern einen großen Anteil. Ohne ihre Unterstützung wäre dieser Traum nie wahr geworden. Beide sind noch heute im Unternehmen tätig.

Ganz herzlich Dank für das nette Gespräch, Herr Croonenbrock.

Croonenbrock Elektrotechnik hat die Herstellung exklusiver Leuchten im Corporate Design weiter ausgebaut und entspricht damit der Nachfrage im Markt nach mehr Individualität und Flexibilität.

Einzelne Leuchtenkomponenten können bedarfsgerecht zusammengestellt werden. Durch individuelle Farbgebung und eingearbeitete Logos erhalten die Leuchten einen persönlichen Fingerabdruck.

Auch bei der Lichttechnik stehen verschiedene Möglichkeiten wie Schaltung oder Dimmung zur Verfügung.

Erschienen in Ausgabe: 03/2010