Aus der Fabrikhalle ins Eigenheim

Speicherprogrammierbare Steuerungen für die Gebäudeautomation

SPSen haben ihren Platz eigentlich in der produzierenden Industrie. Man kann sie jedoch ebenso für Anwendungen in der Gebäudeautomation einsetzen. Eine Reihe namhafter Hersteller hat das erkannt und die Funktionen ihrer Speicherprogrammierbare Steuerungen den neuerlichen Erfordernissen angepaßt. Hier einige Informationen dazu.

23. Juli 2002

Um es vorweg zu nehmen: Das Anbieterfeld von SPSen für die Gebäudeautomation ist wesentlich umfangreicher, als wir es an dieser Stelle beschreiben können. In alphabetischer Reihenfolge und absolut unabhängig von Marktanteilen liest es sich wie folgt: GE Fanuc, Hitachi, Moeller, Mitsubishi, Omron, Rockwell, Schneider, Siemens. Und selbst wenn der eine oder andere Anbieter abwiegelt, daß seine Steuerungen eigentlich ganz und gar nicht für die Gebäudeautomation konzipiert seien (weil zu komplex) oder aber daß man aus Vertriebssicht eher industrielle Anwendungen im Auge habe - die Praxis beweist vielfach anderes, wobei (zugegeben) die Einsatzhäufigkeit der verschiedenen Produkte doch sehr unterschiedlich ist.

Als einer der Klassiker für das Schalten und Steuern von Licht, Jalousien, Toren und so weiter dürfte die Logo von Marktführer Siemens, München, gelten. Sie ist seit September 2001 als neue Reihe (0BA3) mit sieben Basisgeräten (8 Ein- und 4 Ausgänge, 30 verschiedene Funktionen, integrierte Zeitschaltuhr - außer Logo 24), vier Erweiterungsmodulen und zwei Kommunikationsmodule (Instabus EIB für die Gebäudeautomation und AS-Interface-Slave) verfügbar. An das jeweilige Basisgerät wird, wenn dessen Anzahl der Ein-/Ausgänge nicht mehr ausreicht, einfach ein entsprechendes Erweiterungsmodul angedockt und daran das Kommunikationsmodul. Dieses modulare Aufbaukonzept bietet Planern und Elektroinstallateuren ein hohes Maß an Flexibilität.

Mit der optimierten LogoSoft Comfort-Version 3.0 läßt sich das Schaltprogramm für die neue Logo-Generation, aber auch für alle Vorgänger, problemlos erstellen. Neue Funktionen, wie etwa die automatische Sommer-/Winterzeitumstellung oder das Exportieren von LogoSoft Comfort-Dateien in andere Windows-Anwendungen als .jpg oder .gif File sorgen dafür, daß alles noch einfacher und komfortabler wird.

CompactLogix für Industriegebäude

Seit gut einem Jahr ist die Kompaktsteuerung CompactLogix von Rockwell Automation, Haan, verfügbar, die für kostengünstige Stand-alone-Lösungen mit geringem Platzbedarf optimiert ist. Sie ist als Geräte-Plattform speziell für OEM Märkte konzipiert.

Die modulare SPS-Steuerung baut auf dem Know-how der bewährten ControlLogix-Steuerung von Rockwell Automation auf und basiert auf den technischen Features der aus der Industrie bekannten Logix-Serie. Sie verwendet den gleichen Befehlssatz sowie die RSLogix 5000 Programmiersoftware und die RSNetworks Tools wie die anderen Geräte aus dieser verbreiteten Reihe. Damit sind die Steuerungsprogramme zwischen den Logix-Steuerungen voll austauschbar.

Das Startmodell dieser neuen Reihe, CompactLogix 5320, verfügt über 64 KByte Speicher und besitzt einen integrierten Bus. Neben der standardmäßigen RS-232-Schnittstelle besteht eine Moduloption für die Kommunikation im Netzwerk über DataHighway (DH-485) sowie DeviceNet und demnächst auch über das zukunftsträchtige Ethernet/IP, was die CompactLogix für den Einsatz in fertigungsnahen Gebäuden prädestiniert.

Das baugruppenträgerlose Design von CompactLogix ermöglicht durch den modularen Aufbau eine völlig flexible Konfiguration der Steuerung. Zunächst ist der Anschluß von bis zu 8 Compact I/O-Modulen vorgesehen. Dafür ist ein ganzes Spektrum von leistungsfähigen E/A-Baugruppen verfügbar: von diskreten E/A über die üblichen Analog-E/A bis hin zu einer Vielzahl von Kombibaugruppen.

Die CompactLogix 5330 verfügt über 128 KByte Speicher und über bis zu 16 mögliche E/A-Module; das Modell 5340 hat bis zu 16 MByte Speicher und maximal 30 E/A-Baugruppen, zu denen auch High Speed Counter sowie Multivendor Interfaces zählen, so daß sich damit auch komplexe Steuerungsapplikationen aufbauen lassen.

Industrienähe auch bei der Kompakt SPS Melsec deutlich spürbar

Auf der Hannover Messe 2001 präsentierte Mitsubishi Electric, Ratingen, seine neue Generation der Kompaktsteuerungen Melsec FX1S und FX1N, deren Leistungsfähigkeit und Flexibilität vier neue digitale und analoge E/A-Optionskarten erhöhen. Der Anwender kann die Anzahl der digitalen E/A‘s um vier digitale Eingänge oder zwei digitale Transistorausgänge mit je 0,5 A erweitern. Damit erhöht sich jetzt die maximale E/A-Anzahl auf 34 E/A bei der FX1S und auf 132 E/A bei der FX1N.

Zusätzlich zu den kostengünstigen und platzsparenden digitalen Erweiterungen stehen jetzt auch zwei analoge Optionskarten mit einer Auflösung von 12 Bit zur Verfügung, um zusätzlich zwei analoge Eingänge oder einen analogen Ausgang anzubinden. Die analogen Optionskarten verwenden wahlweise Analogsignale mit 0 bis 10 V oder 4 bis 20 mA. Auf diese Weise ist jetzt die FX1S als kleinste speicherprogrammierbare Steuerung von Mitsubishi Electric nicht nur mit digitalen E/A& pos;s verwendbar, sondern kann ebenso analoge Eingangs- und Ausgangspunkte zum Beispiel für Regleranwendungen verarbeiten.

Die neuen E/A-Optionskarten werden genau wie die Optionskarten mit verschiedenen Kommunikationsschnittstellen über eine Plug-in-Option einfach in dem Grundgerät integriert, so daß kein zusätzlicher Platzbedarf für die Erweiterung erforderlich ist. Zur Verkürzung der Inbetriebnahme-Phase trägt bei, daß die eingebauten E/A-Optionskarten von der SPS automatisch erkannt werden. Die Einbindung der optionalen Karten wird dann komfortabel über die Mitsubishi Electric Programmiersoftware nach IEC 61131-3, Kontaktplan oder Anweisungsliste vorgenommen.

Einfach easy verdrahten

Das Steuerrelais Easy von Moeller, Bonn, schließt die Lücke zwischen der konventionellen Schützsteuerung und der SPS. Es zeichnet sich vor allem durch seine direkte Schaltplaneingabe in Kontaktplantechnik aus. Easy ist in Baubreiten von vier beziehungsweise sechs Sicherungs- (Flach-)Automaten erhältlich. Das Kappenmaß beträgt 45 mm, so daß Easy auch für den Einbau in Unterverteilungen auf Hutschienen ausgelegt ist.

Wie schon von der 400er-Reihe bekannt, steht nun auch für die 600er-Reihe der Steuerrelais Easy eine dritte „Säule“ zur Verfügung. Sie erweitert das Anwendungsspektrum der Easy-Familie um drei weitere Typen, so daß neben den Steuerrelais mit AC-Versorgung und Relaisausgängen, DC-Versorgung und Transistorausgängen, nun auch Geräte mit DC-Versorgung und Relaisausgängen lieferbar sind.

Alle Bedien- und Eingabeschritte können in der eingebauten Anzeige dargestellt und abgelesen werden. Ferner können jetzt auch Soll- und Ist-Werte von Timern, Countern und Analogeingängen in der integrierten Anzeige dargestellt werden. Darüber hinaus sind Status- und Fehlermeldungen von acht anwenderdefinierten Texten im Klartext darstellbar. Alle Easy-Modelle sind sowohl mit als auch ohne Anzeige erhältlich. Außerdem verfügen die Geräte über eine Erweiterungsschnittstelle, mit der vorrangig die Anzahl der Ein-/Ausgänge erhöht werden kann. Sie dient auch zur Überbrückung von Entfernungen von bis zu 30 Meter.

Mit den Vernetzungsmodulen Easy ASI und Easy DP lassen sich die erweiterbaren Basisgeräte auch in komplexe Automatisierungssysteme als aktive Slaves einbinden. Alle erweiterbaren Basisgeräte lassen sich mit den verfügbaren Erweiterungen beliebig kombinieren. Damit ergeben sich zur Zeit 35 Einzelgeräte- und Kombinationslösungen, welche für die jeweiligen Anwendungen ein derzeit auf dem Markt einzigartiges Produktspektrum in der Leistungsklasse der Steuerrelais darstellen und dem Anwender das optimale Produkt für seine jeweilige Anwendung bieten. Abgerundet werden die Fähigkeiten der Steuerrelais durch derzeit zehn Sprachen, die Easy spricht.

Eine weitere Neuheit stellt das Steuerrelais Easy mit einer Bemessungsspannung von 12 V DC dar. Es erweitert die Anwendungsgebiete und ermöglicht den Einsatz von Easy auch in Photovoltaikanlagen und Alarmsystemen.

Abgerundet wird das Sortiment durch eine neue, noch leistungsfähigere Version (V3.0) der Bedienoberfläche Easy-Soft für Windows 95, 98 und NT. Diese bietet dem Anwender - neben der Schaltplanerstellung und Dokumentation in drei Darstellungsarten - eine „Offline-Simulation“ und diverse Hilfsmittel und Tools für die einfache und bequeme Inbetriebnahme eines Programms beziehungsweise der zugehörigen Anwendung.

Erschienen in Ausgabe: 02/2002