Aus der Garage in die Welt

Sommer - weit mehr als nur mechanische Fertigung

Vor 21 Jahren wagte Rollladenbau- und Mechanikermeister Frank Uwe Sommer mit viel Enthusiasmus aber wenig Kapital den Schritt in die unternehmerische Selbständigkeit. Heute ist das mittelständische Unternehmen (Umsatz 39 Mio. Mark im letzten Jahr, 110 Mitarbeiter) aus Kirchheim/Teck einer der führenden europäischen Hersteller von hochwertigen Antrieben und Funkfernsteuerungen. Und das wird jetzt mit einem neuen Namen und einem neuen Logo deutlich gemacht.

13. Januar 2002

Sommer Antriebs- und Funktechnik GmbH lautet der neue Name. Und auch das Logo wurde entsprechend abgeändert, weil der einstige Firmenname „Sommer Mechanische Fertigung GmbH“ der aktuellen Geschäftstätigkeit - Entwicklung und Herstellung eigener Antriebe, Steuerungen und Funk - bei weitem nicht mehr genügt.

Dabei ließ sich das Ganze anfänglich gar nicht so gut an. Zwei Jahre nachdem Frank Uwe Sommer mit der Produktion des Egrotronik-Torantriebes begonnen hatte, meldete die Vertriebsfirma Konkurs an. Kein Vertrieb, kein Geld. Sommer suchte Partner, um den Fortbestand seiner jungen Firma abzusichern. Außer privaten Investoren haben sich auch international tätige Großunternehmen engagiert.

„Es ist unerlässlich, zuverlässige Vertriebspartner für seine Produkte zu haben“, erläutert der Geschäftsführende Gesellschafter Gerd Schaaf, „nur - wer global agieren will, muß eine eigene funktionierende Vertriebsorganisation auf die Beine stellen. Wir haben in Deutschland zehn Regionalvertreter sowie Niederlassungen und Vertretungen in England, Frankreich, Italien, Österreich, Polen, Skandinavien, Ungarn und auf der iberischen Halbinsel. Sie alle werden von unserem Firmensitz aus in Kirchheim zentral betreut. Und wie gut sich Qualitätsprodukte & pos;Made in Germany& pos; auch auf teilweise schwierigen Auslandsmärkten verkaufen, zeigt unsere Exportquote, die derzeit bei 60 Prozent liegt.“

Und Schaaf nennt noch eine weitere Zahl, die aufhorchen lässt: Bei Drehtorantrieben hat das Unternehmen in Deutschland einen Marktanteil von 45 Prozent.

Etwa 3.500 Kunden stehen in der europaweiten Sommer& pos;schen Vertriebsdatei; neben Wettbewerbern(!) - ja, Sommer beliefert auch die eigene Konkurrenz - vor allem

- Fach- und Einzelhändler von Bauelementen, Baubeschlägen, Stahl- und Eisenwaren,

- Großhändler für Schlosser und Metallbauer,

- Torhersteller und

- Elektrogroßhändler.

Der Reihenfolge dieser Aufzählung entsprechen auch die Anteile der einzelnen Zielgruppen am Gesamtumsatz: 40, 35 und 25 Prozent.

„Bauelementehändler und Torbauer“, so Schaaf weiter, „haben zwar die größten Zuwachsraten, aber immer mehr Elektroinstallateure und Schlosser erkennen, dass die Installation von Torantrieben bei Neubauten oder im Zuge von Sanierungsarbeiten ein lukratives Geschäft ist. Man muß seine Kunden nur vom ›Mehrwert‹ einer solchen Einrichtung überzeugen.“

Das jedoch dürfte nicht schwer fallen. Es ist der Komfort, den ein per Funk ferngesteuertes Garagen-, Dreh- oder Schiebetor bietet: Ungehindertes Ein- und Ausfahren in beziehungsweise aus Garagen und Grundstücken. Kein umständliches Aus- und Einsteigen aus respektive in den fahrbaren Untersatz mit dazwischenliegendem Zwangsstop am Garagen- oder Hoftor. Kein manuelles Auf und Zu, womöglich noch mit dem Regenschirm in der Hand ...

Wer weit vorn ist, ist seiner Zeit manchmal voraus

Durchschnittlich fünf bis zehn Prozent vom Umsatz investiert Sommer alljährlich in die Neu- und Weiterentwicklung seiner Produkte. Daß für die eine oder andere Innovation die Zeit noch nicht reif war, gesteht Frank Uwe Sommer gern zu: „1996 haben wir einen Solar-Antrieb auf den Markt gebracht, für den sich zwar viele interessiert, dessen Verkaufszahlen die Entwicklungskosten aber bei weitem nicht ›eingespielt‹ haben. Ähnlich ging es uns mit einem Bike-Lift für die Garage, mit dem man drei Fahrräder auf einmal platzsparend unterbringen kann. Viel Lob, viel Publicity, wenig Geschäft. Dennoch: Wir waren ständig Vorreiter auf dem Markt.“

Das begann 1985 mit der Entwicklung des ersten eigenen Garagentorantriebs mit mitfahrendem Motor (Marathon 550 N), dem 1991 der Marathon 800 N und 1993 der Sprint 550 N folgten. Überhaupt 1993 - ein ideenreiches Jahr für Sommer. In der neugeschaffenen Elektronikentwicklung erblickte die erste eigene Funkfernsteuerung das elektrische Licht der Welt. Die Marathon-Typen S 550 N und S 800 N kamen auf den Markt, der Triathlon 1100 N rundete die Produktlinie nach oben ab. Und in den Jahren danach sollten noch viele weitere Innovationen folgen.

Jeweils drei verschiedene Garagen- Dreh- und Schiebetorantriebe zieren die aktuelle Produktpalette von Sommer. Bei den Garagentorantrieben sind das der Sprint, der Duo und der Marathon (in drei Leistungsklassen zwischen 550 und 1.100 N), bei den Drehtorantrieben sind es die Typen Twist 200, Junior 300 und Power 500 und bei den Schiebetorantrieben die Typen SM 40, DS 600 und DS 1200. (O-Ton Frank Uwe Sommer: „Das sieht zwar recht überschaubar aus, aber da wir die Antriebe kundenspezifisch konfigurieren, sind das nicht weniger als etwa 1.600 lebendige Produktvarianten.“) Komplettiert wird das Ganze durch umfangreiches Zubehör und selbstverständlich die neue Funkfernsteuerung Somloq.

Neuheiten 2001

Allein ihre Entwicklung hat knapp eine Million Mark gekostet (Personalkosten nicht mitgerechnet). Der neue Funk arbeitet frequenzmoduliert mit 868,8 MHz und verwendet das Somloq Rollingcode System. Die Vorteile für den Anwender sind:

- sehr hohe Übertragungssicherheit - Die Funkfrequenz von 868 MHz ist ausschließlich für Funkanwendungen mit einem „Very Low Duty Cycle & t;= 0,1 %“ zugelassen. Auf dieser Frequenz darf nur mit einer sehr kurzen Sendedauer gefunkt werden. Eventuell störende „Langzeitsender“ wie etwa Funkkopfhörer oder Babyphones sind nicht erlaubt. Die Frequenzmodulation erhöht die Übertragungssicherheit zusätzlich. In der Regel ist keine sichtbare Antenne mehr notwendig. Daher eignet sich die Frequenz von 868 MHz auch sehr gut für Anwendungen in der Haustechnik.

- extrem sicheres Somloq Rollingcode System gegen „Code-Scanning“ - Eine Codelänge von 66 Bit ergibt 74 Trillionen verschiedene Kombinationsmöglichkeiten. Das Scannen aller Codes würde etwa 234 Milliarden Jahre dauern.

- abhörsicher gegen „Code-Grabbing“ - Der Code wechselt nach jeder Betätigung; sicher gegenüber der Benutzung durch nicht autorisierte Personen.

- hohe Zuverlässigkeit - Es werden ausschließlich hochwertige Bauteile eingesetzt. Gleichbleibend hohe Qualität auch über eine lange Nutzungsdauer hinweg (keine Veränderung beispielsweise bei Temperaturschwankungen oder durch Erschütterungen).

Durch die Flexibilität und die kompakte Bauweise, verbunden mit der sicheren Signalübertragung, ist der neue Sommer Funk hervorragend als universelle Fernsteuerung in der Haustechnik geeignet.

Neu sind ebenfalls der zur Funkfernsteuerung Somloq entwickelte Handsender mit vier Kanälen, der Drehtorantrieb Twist 200, der Garagentorantrieb Duo 650 N und der Rohrantrieb für Rollläden und Markisen, der im Herbst auf den Markt kommt. Auf alle Produkte gibt es für die Dauer von zwei Jahren Vollgarantie. Sommer kann& pos;s sich leisten. Reklamationen haben Seltenheitswert. Nur 0,27 Prozent vom Umsatz betragen die Kundendienst-Aufwendungen.

Sommer Akademie - auf Zukunft trainiert

Besonders stolz ist man auf die Sommer Akademie, in der seit diesem Jahr Fachverkäufer, Monteure und Führungskräfte der Handelspartner aus- und weitergebildet werden. Mehr noch. Außer dem erworbenen Wissen hat jeder der Teilnehmer die Chance, einen funkelnagelneuen Mercedes SLK mit nach Hause zu nehmen. Er wird bereits ab zehn qualifizierten Teilnehmern verlost. Die Gewinnchancen sind daher extrem hoch.

Schulungsleiter Alexander Fien: „Für die fachliche und persönliche Entwicklung von Führungskräften und Mitarbeitern aus den Bereichen Verkauf (Innen- und Außendienst), Werbung, Technik und Montage bietet die Akademie an fünf Standorten -Kirchheim/Teck, Berlin, Marburg, Walsrode und Waldeck - acht Trainings und Workshops an, wobei die Basistrainings für die Teilnehmer kostenfrei sind.“

Bereich Verkauf/Marketing

- Basistraining Verkauf,

- praktisches Verkaufstraining,

- richtig werben und mehr verkaufen,

Bereich Technik

- Basistraining Technik,

- Workshop Antriebstechnik,

- Intensivtraining Technik,

Übergreifend

- Workshop Mitarbeitermotivation,

- Neuheiten Training.

Apropos Mitarbeitermotivation. Sie ist im Sommer& pos;schen Unternehmen auf Schritt und tritt zu spüren und jeder - angefangen von der Geschäftsführung bis zum Lagerarbeiter - tut das Seine dafür und bringt sich ein.

Gemeinsame Events wie Radeltouren, Floßfahrten und so weiter stärken nicht nur den Zusammenhalt, sie sind Ausdruck aktiv gelebter Unternehmenskultur. Das zahlt sich aus, beispielsweise beim Run auf die beiden jährlich zu besetzenden Lehrstellen im kaufmännischen Bereich, um die sich durchschnittlich 30 Bewerber bemühen. Und anders als andere Unternehmen in der Region hat Sommer derzeit keine freien Stellen zu besetzen. Die Fluktuationsrate ist (man ahnt es schon) kaum nennenswert.

Erschienen in Ausgabe: 09/2001