Bosch erzielt Milliardenumsatz mit Industrie 4.0

Industrie 4.0 ist endgültig in den Fabriken angekommen und zahlt sich aus: Bosch hat in den vergangenen vier Jahren über 1,5 Milliarden Euro mit Industrie 4.0-Anwendungen umgesetzt.

09. April 2019
Bosch erzielt Milliardenumsatz mit Industrie 4.0
Die Fabrik der Zukunft: Bosch macht aus einer Vision Realität. (Bild: Robert Bosch GmbH)

Schon 2022 will Bosch jährlich mehr als eine Milliarde Euro Umsatz mit Industrie 4.0 erzielen. Auf der Hannover Messe zeigte das Unternehmen die Fabrik der Zukunft: Autonome Transportfahrzeuge liefern Komponenten zu digitalen Arbeitsplätzen, Robotik-Lösungen unterstützen Mitarbeiter bei der Fertigung, die Qualitätsprüfung erfolgt mit Hilfe von künstlicher Intelligenz. Die Kommunikation zwischen Maschinen und Anlagen verläuft dank 5G reibungslos und nahezu in Echtzeit. Bosch macht aus einer Vision Realität.

Bosch hat schon früh das Potential von Industrie 4.0 erkannt. Seit 2012 arbeitet das Unternehmen daran, Produktion und Logistik zu vernetzen. Die Strategie stärkt die Wettbewerbsfähigkeit, die Industrietechnik wächst kräftig: Nach vorläufigen Geschäftszahlen legte der Bereich im vergangenen Jahr um 8,9 Prozent zu. Wechselkursbereinigt betrug das Wachstum 11 Prozent. Die Erlöse stiegen auf 7,4 Milliarden Euro. Dies belegen Erfahrungen aus Bosch-Projekten. So hat beispielsweise das Werk in Blaichach im Allgäu durch den gezielten Einsatz moderner Fertigungstechniken die Stückzahlen bei ABS und ESP deutlich gesteigert – um 200 Prozent in sechs Jahren. Und das ohne Erweiterung der Anlagen oder Zukäufe.

Auf der Hannover Messe präsentierte Bosch Rexroth das Active Shuttle: Das autonome Transportfahrzeug befördert Materialien vom Lager in die Produktion direkt dorthin, wo die Komponenten benötigt werden. Über eine integrierte Hubplattform erfolgt selbstständig das Auf- und Abladen. Handgriffe für Mitarbeiter entfallen. Ausgestattet mit Laserscannern findet das Active Shuttle seinen Weg selbst, erkennt Fahrzeuge und Personen – und lernt dazu: Das Transportsystem erstellt eine Karte der Gegebenheiten vor Ort und aktualisiert diese kontinuierlich.

Mit Hilfe von künstlicher Intelligenz lernen Maschinen mit- und weiterzudenken. Das birgt enormes Potential. Zeitaufwändige und anstrengende Tätigkeiten werden der Maschine übertragen, der Mensch wird entlastet. Dabei setzt Bosch auf KI, die sicher, robust und nachvollziehbar ist. Auf der Hannover Messe stellte Bosch ViPAS vor, ein KI-basiertes System zur visuellen Qualitätskontrolle. Ausgestattet mit einem Greifarm, moderner Kameratechnik und intelligenter Software lässt sich das System einfach und komfortabel bedienen. Bei einem Pilotversuch im Bosch-Werk in Nürnberg hat ViPAS 12 000 Prüfvorgänge absolviert und lag in 99,9 Prozent der Fälle richtig. So hat ViPAS nahezu fehlerfrei die Teile als „in Ordnung“ oder „nicht in Ordnung“ einsortiert. In einem nächsten Schritt wird ViPAS intern weiterentwickelt mit dem Ziel, die Technologie für den Einsatz in unterschiedlichen Werken vorzubereiten.

Der neue Mobilfunkstandard 5G ist für viele Industrie 4.0-Anwendungen von zentraler Bedeutung. Mit Hilfe von 5G lassen sich Daten bis zu hundertmal schneller übertragen als bisher. Auch die Zuverlässigkeit wächst, während die Verzögerung bei der Datenübertragung auf ein Minimum sinkt. Um diesen neuen Mobilfunkstandard von Beginn an industriefähig zu gestalten, hat Bosch den Vorsitz in der 2018 gegründeten Initiative 5G-ACIA übernommen. In der Initiative haben sich bislang mehr als 40 Unternehmen und Forschungsinstitute weltweit zusammengeschlossen. Noch in diesem Jahr plant Bosch, 5G in den eigenen Werken zu testen. Auf der Hannover Messe präsentierte Bosch die Vorteile gemeinsam mit den Partnern Nokia, Qualcomm und Big-Rep. Dafür vernetzen die Unternehmen erstmals einen 3D-Drucker mit Hilfe von 5G. Dadurch wird es möglich, einen Teil der für gewöhnlich in Maschinen verbauten Steuerungselemente in eine lokale Fertigungscloud auszulagern. Maschinen werden so schlanker, günstiger und sind einfacher zu warten.

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